Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Soforthilfe vom Arbeitsamt für Deutschkurse

Integration von Flüchtlingen Soforthilfe vom Arbeitsamt für Deutschkurse

Ab November finanziert das Arbeitsamt auch Deutsch-Basiskurse für Flüchtlinge. Allerdings müssen diese eine Bleibeperspektive haben. Diese gilt beispielsweise für Asylbewerber aus Syrien, Eritrea, dem Iran und Irak. Ziel ist, die Flüchtlinge schnell fit zu machen für den deutschen Arbeitsmarkt.

Voriger Artikel
Asyl-Infoabend nur unter Sicherheitsauflagen
Nächster Artikel
Neu Fahrland zwischen Angst und Hilfsbereitschaft

Brandenburgs Finanzminister Christian Görke und Cornelie Schlegel, Leiterin der Neuruppiner Agentur für Arbeit, sprachen miteinander über Sprachkurse für Flüchtlinge.

Quelle: Mischa Karth

Neuruppin. Um Flüchtlinge, die eine Bleibeperspektive haben, möglichst schnell auf dem Arbeitsmarkt integrieren zu können, fördern die Arbeitsagenturen ab November auch Deutsch-Basiskurse. Allerdings gilt das vorerst nur für Asylbewerber, die aus Syrien, Eri­trea, dem Iran und Irak stammen, betonte am Mittwoch die Neuruppiner Arbeitsamtschefin Cornelie Schlegel.

Bundesbehörde durchbricht eigene Grundregel

Gleichwohl durchbricht die Bundesbehörde damit eine ihrer Grundregeln. Denn bisher finanzierte sie nur fachlich und beruflich orientierte Deutschkurse, um die Talente von Flüchtlingen herauszufinden. Der normale Kurs ist und bleibt den Volkshochschulen und privaten Anbietern vorbehalten. Das Arbeitsamt ergänzt diese lediglich, weil etwa 80 Prozent der Flüchtlinge keine Qualifikation haben, die mit einer in Deutschland geltenden vergleichbar wäre. Doch weil der Bedarf an Deutschkursen derzeit enorm ist und auch immer mehr Firmenchefs auf neue Arbeitskräfte aus den Reihen der Flüchtlinge setzen, finanziert nun auch das Arbeitsamt bis Jahresende solche Deutsch-Basiskurse. „Das ist eine Soforthilfe“, betonte Cornelie Schlegel. Sie rechnet mit bis zu 700 Flüchtlingen, die im Bereich der Arbeitsagentur Neuruppin an den achtwöchigen Kursen teilnehmen können. Zum Arbeitsamtsbezirk gehören neben Ostprignitz-Ruppin und Prignitz ebenfalls das Havelland und Oberhavel.

Deutschlehrer sind schwer zu finden

Die Teilnehmerzahl kann noch steigen. Zwar sind Flüchtlinge aus den Balkanländern ausgeschlossen, weil sie keine Bleibeperspektive haben. Doch diskutiert die Bundespolitik derzeit, Asylbewerbern aus weiteren Länden einen Basiskurs zu gewähren, etwa Flüchtlingen aus Afghanistan.

Das Arbeitsamt ist darauf vorbereitet. „Unser Etat dafür ist nicht gedeckelt“, so Cornelie Schlegel. „Sie Glückliche“, sagte Finanzminister Christian Görke (Linke). Er informierte sich am Mittwoch in der Arbeitsagentur, wie Flüchtlinge mit Bleibeperspektive auf dem Arbeitsmarkt integriert werden können. Das Land finanziert mit Hilfe der EU zwar ebenfalls Deutschkurse. Diese reichen aber ebenso wenig wie die, die der Landkreis finanziert. Zudem wird es immer schwerer, Lehrer zu finden, die die Deutschkenntnisse vermitteln. Minister Görke ist da zuversichtlich. „Die Träger sind Manns genug, sich Kompetenz an Bord zu holen.“ Für Görke sind die Flüchtlinge eine Chance. „Die Unternehmen brauchen Fachkräfte.“ Zwar sei die Integration eine Herausforderung wie die Deutsche Einheit oder das Bewältigen der Elbeflut. Doch diese Herausforderungen seien mit Konjunkturimpulsen gelöst worden. Der Finanzminister geht davon aus, dass dies ebenfalls bei der Integration von Flüchtlingen gelingt. „Wir haben schon jetzt viele Investitionen in die Infrastruktur und beim Bau.“ Das werde zu Steuer-Mehreinnahmen führen. Die nächste Schätzung dazu gibt es Anfang November. Der nächste Schritt müsse sein, so Christian Görke, dass Flüchtlinge auch arbeiten und damit Steuern zahlen.

Von Andreas Vogel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Flüchtlinge