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Täglich ein Sonderzug mit 450 Flüchtlingen

Brandenburg Täglich ein Sonderzug mit 450 Flüchtlingen

In den kommenden Tagen, so berichtet das Brandenburger Innenministerium, wird täglich ein Sonderzug mit 450 Flüchtlingen erwartet. Und weil die Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt bereits voll besetzt ist, will das Land seine Erstaufnahmestelle erweitern. Bis Jahresende rechnet Brandenburg mit insgesamt 13.000 Geflüchteten.

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In Brandenburg werden in den nächsten Monaten 13.000 Flüchtlinge erwartet.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Brandenburg erwartet bis Jahresende weitere 13.000 Flüchtlinge. Damit werden in den nächsten drei Monaten mehr Asylsuchende ins Land kommen als bislang im gesamten Jahr (11.500). Das teilte Sozialministerin Diana Golze (Linke) am Mittwoch im Sozialausschuss des Landtags mit.

In den kommenden Tagen werde täglich ein Sonderzug aus Passau mit jeweils 450 Flüchtlingen an Bord im Bahnhof Schönefeld (Dahme-Spreewald) erwartet, berichtete das Innenministerium am Mittwoch. Das Land werde aus dem ersten Zug, der am Donnerstagmorgen in Schönefeld angekommen ist, 205 Asylbewerber aufnehmen. Die anderen sollen mit Bussen zu Standorten in Berlin gebracht werden. Am Mittwochabend wurden 78 Menschen in der Erstaufnahme Eisenhüttenstadt erwartet, nachdem seit Dienstagmorgen bereits mehr als 400 Flüchtlinge gekommen waren.

Weitere Erstaufnahmestellen im Land

Weil die Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt voll besetzt ist und es dort keine Kapazitäten mehr gibt, will das Land seine Erstaufnahmestelle erweitern. Im Gespräch sind laut Innenministerium die kreisfreien Städte Brandenburg/Havel, Cottbus und Frankfurt (Oder) sowie die Gemeinde Paaren/Glien (Havelland). Dort gibt es große Hallen, die für eine Aufnahme geeignet seien, hieß es. Der Koordinierungsstab im Innenministerium will am Donnerstag darüber entscheiden.

Diese Größenordnung stelle das Land vor eine große Herausforderung, jetzt werde das Flüchtlingsthema „greifbar, real“. Die bisher auf Eisenhüttenstadt begrenzte medizinische Erstversorgung werde auf vier große Krankenhäuser ausgebaut. „Wichtig ist auch: Die Flüchtlinge müssen aus den unbeheizten Zelten raus“, sagte Golze.

Kommunen geht der Platz aus – Land sucht daher große Hallen

Die Mark hat nach Angaben von Sozialministerin Diana Golze (Linke) zum Stichtag 24. September knapp 12.000 Flüchtlinge untergebracht. „Das bedeutet, dass wir nach der aktuellen Prognose in den letzten drei Monaten des Jahres noch einmal mindestens rund 13.000 Menschen aufnehmen müssen“, sagte Golze am Mittwoch im Sozialausschuss des Landtags.

Um in der Erstaufnahme Platz für die Neuankömmlinge zu schaffen, würden jeden Monat rund 4300 Flüchtlinge auf die Landkreise und kreisfreien Städten verteilt. Dort gebe es allerdings zunehmend Probleme, nicht nur Unterkünfte bereitzustellen, sondern auch Inventar wie Feldbetten und Schlafsäcke zu beschaffen. „Wohn- und Sanitär-Container sind auf dem Markt derzeit nicht mehr zu bekommen“, berichtete die Ministerin.

Beheizbare Hallen mit großen Freiflächen sind ideal

In den Kommunen können die Menschen in kleineren Einheiten untergebracht werden. „Für die Erstaufnahmen brauchen wir allerdings Standorte mit Kapazitäten für rund tausend Menschen“, sagte der stellvertretende Sprecher des Innenministeriums, Wolfgang Brandt. „Wir suchen daher leerstehende, beheizbare Hallen, möglichst mit Freiflächen davor, um dort etwa Traglufthallen aufbauen zu können.“

Brandenburg an der Havel will Flüchtlinge im Stahlpalast unterbringen

Die Stadt Brandenburg rechnet in den nächsten 72 Stunden mit der Ankunft von 500 Geflüchteten, sie sollen im Stahlpalast untergebracht werden.

Erst am frühen Nachmittag hatte das Innenministerium Kontakt mit der Stadtverwaltung in Brandenburg aufgenommen und von den Plänen berichtet, dass in allen kreisfreien Städten neue Außenstellen der Erstaufnahme in Eisenhüttenstadt errichtet werden sollen. Die Stadt Brandenburg spricht in einer Pressemitteilung davon, dass die Stadt keine Außenstelle, sondern eine weitere Erstaufnahmestelle werden soll.

Bürgermeisterin kritisiert die Landesregierung scharf

In diesem Zusammenhang kritisierte die Oberbürgermeisterin von Brandenburg/Havel, Dietlind Tiemann (CDU), die Informationspolitik der Landesregierung scharf. Das Innenministerium habe die Stadt erst am Mittwoch darüber informiert, dass dort binnen 72 Stunden in Regie des Landes eine Erstaufnahmeeinrichtung entstehen soll, sagte sie am Mittwochabend. Dies sei aber auch eine enorme Herausforderung für die Kommune. Ein solch einseitiges Vorgehen erschwere erheblich eine gemeinsame Problemlösung bei der „gesamtgesellschaftlichen Herkulesaufgabe“ der Flüchtlingsaufnahme und belaste das gegenseitige Vertrauen, meinte Tiemann.

Während Brandenburg/Havel 500 Flüchtlinge aufnehmen soll, werden in Cottbus doppelt so viele Menschen erwartet. Am Mittwochabend will sich ein Krisenstab mit der Frage beschäftigen, wie und wo die Flüchtlinge aufgenommen werden, berichtet die Lausitzer Rundschau in ihrer Online-Ausgabe.

Brandenburgs Innenminister Schröter hatte kürzlich auf einer Veranstaltung in Potsdam gesagt, dass Potsdam kein zweites Eisenhüttenstadt-Lager werde.

Von MAZonline

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