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Flüchtlingsaktivisten hoffen auf neues Schiff

Brandenburger Rettungsschiff liegt fest Flüchtlingsaktivisten hoffen auf neues Schiff

Das Brandenburger Rettungsschiff „Sea Watch“ liegt im Hafen von Lampedusa. Es hängt fest, der Motor ist hin. Nun hoffen die Flüchtlingsaktivisten auf ein leistungsfähigeres Boot. Schon nächste Woche soll der nächste Einsatz starten. Gleichzeitig gibt es harsche Kritik an der deutschen Marine.

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Die Sea-Watch im Hafen von Lampedusa.

Quelle: Sea-Watch

Lampedusa/Mainz. Die private Seenotrettungsaktion „Sea-Watch“ hofft auf ein leistungsfähigeres Boot zur Hilfe für Flüchtlinge im Mittelmeer. „Auf Dauer muss ein anderes Boot her, ein schnelleres und stabileres“, sagte der Flüchtlingsarzt Gerhard Trabert nach seiner Rückkehr vom jüngsten Einsatz vor der italienischen Insel Lampedusa am Freitag in Mainz. Diese Fahrt musste nach vier Tagen wegen eines technischen Defekts vorzeitig abgebrochen werden. Der Unternehmer Harald Höppner aus Brandenburg hatte das Schiff mit Freunden Anfang des Jahres gekauft, um mit der „Sea-Watch“ Flüchtlinge zu retten. Nun hängt das Rettungsschiff am Hafen von Lampedusa fest.

Die „Sea-Watch“ ist ein 100 Jahre alter Fischkutter, der im Frühjahr in Hamburg für die Rettungsaktion im Mittelmeer umgebaut wurde. Die Initiative des Flüchtlingsaktivisten Harald Höppner aus Brandenburg hat bisher vier Fahrten absolviert. Zurzeit treffe die fünfte Crew auf Lampedusa ein, sagte Trabert. „Wir hoffen, dass es nächste Woche wieder los geht.“

Kritik an der deutschen Marine

Während der jüngsten Fahrt wollte die „Sea-Watch“ nach einem Notruf zu einem kenternden Boot eilen, konnte wegen falscher Koordinaten und zu großer Entfernung aber nicht helfen. Die Hälfte der Flüchtlinge dort, 200 bis 300 Menschen, sei ertrunken, die andere Hälfte von einem irischen Marineschiff aufgenommen worden, sagte Trabert, den Tränen nah. Es sei so enttäuschend, nicht rechtzeitig helfen zu können. Der Rettungsaktivist kritisierte, dass sich die deutsche Marine mit ihren beiden Schiffen im Mittelmeer die meiste Zeit in der Nähe von Sizilien aufhalte und deshalb zu weit von den kritischen Gebieten nahe der libyschen Küste entfernt sei.

Eine „Form der fahrlässigen Tötung“

Jetzt müsse der politische Kampf weitergehen, sagte der 59-jährige Vorsitzende des Vereins Armut und Gesundheit in Deutschland und Professor für Sozialmedizin. Er forderte die Zulassung legaler Wege nach Europa und ein wirksames europäisches Rettungskonzept. Wenn sich der politische Wille auch der Bundesregierung allein auf Abschreckung, Abgrenzung und Erhaltung des eigenen Wohlstands beschränke, „dann führt dass dazu, dass die Menschen sterben“, sagte Trabert. „Das ist für mich eine Form der fahrlässigen Tötung.“ Die EU werde den eigenen humanitären Werten nicht gerecht, was Europa in eine tiefe Krise führen werde. „Wenn wir dieses Fundament verlieren, dann verlieren wir unsere Identität.“

Von MAZonline

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