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Flughafen BER Auftakt für grünen Gewerbepark in Ragow
Brandenburg Flughafen BER Auftakt für grünen Gewerbepark in Ragow
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07:13 11.09.2018
Geht es nach Architekt Tassilo Soltkahn, könnte an der A 13 in Ragow schon im kommenden Jahr das zu 100 Prozent „grüne“ Bürogebäude des neuen Gewerbeparks stehen. Quelle: Soltkahn Aktiengesellschaft
Ragow

Tassilo Soltkahns Vision scheint aufzugehen. Geht es nach dem Berliner Architekten, soll das von ihm geplante Gewerbegebiet an der Autobahn A13 in Ragow schon im kommenden Jahr eröffnet werden. Dort, wo jetzt noch Brache ist, sollen ab 2019 künftig an die 100 alten Doppeldeckerbusse pro Jahr auf Elektrobetrieb umgerüstet werden.

Das Timing für das Projekt könnte kaum besser sein: Pünktlich zur Auftaktveranstaltung für den neuen Wirtschaftsstandort an der Eichenallee haben die Berliner Verkehrsbetriebe am Montag angekündigt, dass bis 2030 nur noch E-Busse in der Hauptstadt fahren sollen. An potenziellen Kunden für die serienmäßige Umrüstung dürfte es in Zukunft also nicht fehlen.

Gewerbepark mit eigener Photovoltaik-Anlage

Worum es geht: Die Soltkahn Aktiengesellschaft mit Sitz in Berlin und Rangsdorf will in Ragow ein Produktions- und Logistikzentrum errichten, das nach eigenen Angaben zu 100 Prozent emissionsfrei sein soll. Neben der Produktion von Strom über eine eigene Photovoltaik-Anlage am Standort ist vorgesehen, dass die künftig dort angesiedelten Unternehmen ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen beziehen.

Der E-Doppeldecker ist seit 2015 als roter Sightseeingbus für Touristen in Berlin unterwegs. Quelle: Josefine Sack

Der Spatenstich ist für Januar geplant. Im zweiten Quartal 2019 sollen die ersten Produktionshallen sowie das vom Architekten entworfene Bürogebäude stehen. Entstehen sollen ein vierstöckiger Glas-Komplex im Stil der klassischen Moderne sowie eine Tiefgarage, die nicht nur den künftigen Mitarbeitern Stellplätze bieten, sondern auch für andere Gäste offen sein soll. Das futuristisch anmutende Verwaltungsgebäude soll, so zeigt es der Werbefilm für den künftigen Wirtschaftsstandort, von einem Park mit Bäumen und Wasser umgeben sein.

Prototyp wird auf der IAA vorgestellt

Als erstes Unternehmen siedelt sich die Tassima AG an. Das Unternehmen plant in Kooperation mit der IAV GmbH und dem Zulieferer Ziehl-Abegg Automotive, in den nächsten Jahren in Ragow hunderte Doppeldeckerbusse mit Elektromotoren auszustatten und so einen Beitrag für eine nachhaltige Mobilität in deutschen und europäischen Städten zu leisten.

Die Investoren und Mittenwaldes Bürgermeisterin Maja Buße (CDU) sowie Baudezernent des Landkreises Dahme-Spreewald, Chris Halecker (4.v.l.), beim Festakt für den neuen Wirtschaftsstandort an der A 13 in Ragow am 10. September 2018. Quelle: Josefine Sack

„Der erste Prototyp steht kurz vor der Fertigstellung und befindet sich zur Zeit auf Testfahrt auf dem Lausitzring“, verriet Kai-Stefan Linnenkohl, Geschäftsführer der IAV. Eine Handvoll Professoren und Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin hatten die Gesellschaft vor 35 Jahren gegründet. Mittlerweile hat das Unternehmen mit Sitz in Charlottenburg 7000 Mitarbeiter weltweit.

Seine Vision trifft den Puls der Zeit: Architekt Tassilo Soltkahn. Quelle: Josefine Sack

In eineinhalb Wochen soll der erste serienmäßig umgerüstete E-Doppeldeckerbus auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Hannover präsentiert werden. In Berlin ist bereits seit 2015 ein solcher Bus unterwegs. Dirk Proguntke, technischer Leiter und Mitglied im Aufsichtsrat der Tassima AG, hatte den ersten Oldtimer-Bus vom Typ SD 200 umgerüstet. Der Doppeldecker ist als knallroter Sightseeingbus für Touristen im Einsatz. „Das ist aber erst der Anfang“, sagte Linnenkohl. Das Unternehmen will künftig auch kommunale Busse umzurüsten. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die gelben BVG-Busse bald in Ragow mit E-Motoren ausgestattet werden.  

Von Josefine Sack

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