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Flughafen BER Schallschutz: Das meiste Geld geht in Entschädigungen
Brandenburg Flughafen BER Schallschutz: Das meiste Geld geht in Entschädigungen
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16:49 13.02.2019
254 Millionen Euro hat die Flughafengesellschaft bereits für Entschädigungen von Hausbesitzern ausgegeben. Quelle: Daniel Reinhardt/dpa
Schönefeld

254 Millionen Euro hat die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) bis zum 31. Dezember 2018 für Entschädigungen von Hausbesitzern ausgegeben. Das ist der größte Teil des Geldes, das für den Schallschutz geflossen ist. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Christoph Schulze (parteilos) hervor. Anspruch darauf haben diejenigen, bei denen die Kosten der Schallschutzmaßnahmen 30 Prozent des Verkehrswerts des Hauses übersteigen. Gezahlt wurde für insgesamt 6588 Wohneinheiten.

Schallschutz-Kosten für 12 560 Wohnungen übernommen

Für deutlich mehr Wohnungen, nämlich 12 560, hat die FBB im Anspruchsermittlungsverfahren die Übernahme von Schallschutzkosten zugesagt. 30,8 Millionen Euro wurden bis Ende 2018 dafür ausgezahlt. Das Verfahren gilt seit 2014, als nach einem Gerichtsprozess die bisherigen Kostenübernahmeregeln im Tagschutzgebiet geändert werden mussten. Das Tagschutzgebiet ist jener Bereich, in dem auch die tagsüber genutzten Räume Schallschutz bekommen. Enthalten in dieser Zahl sind die weiterhin gültigen Kostenübernahmeerklärungen von vor 2014 im Nachtschutzgebiet, in dem nur nachts genutzte Räume Schallschutz bekommen. Insgesamt hatte es bis Februar 2014 Kostenübernahme-Anträge für 18 866 Wohneinheiten gegeben. 17,6 Millionen Euro waren bereits ausgezahlt.

Großer Teil nicht abgearbeitet

Ein erheblicher Teil der Umbauten ist allerdings noch nicht angegangen worden, darauf hatte in der vergangenen Woche die Schallschutzberaterin des Landkreises Teltow-Fläming, Nicole Brettschneider, hingewiesen. Von den knapp 5000 Fällen im Kreis seien erst 213 umgesetzt, sagte sie. Zudem sei es derzeit schwer, Firmen zu finden und es hapere an der Qualität.

5397 Objekte mit Einschränkungen auf Balkon, Terrasse oder im Garten

Am schwersten vom Fluglärm betroffen sind die Anwohner, die Balkon, Terrasse oder Garten nicht mehr nutzen können. Bis 31. Dezember 2018 wurden für 5379 Objekte solche Entschädigungsanträge gestellt, 20,1 Millionen Euro wurden ausgezahlt. 145 Anträge wurden abgelehnt. Für Schallschutzmaßnahmen in besonderen Einrichtungen hat die FBB bisher 17,8 Millionen Euro ausgegeben. 13,3 Millionen flossen in die Organisation des Programms, zwei Millionen in freiwillige Leistungen.

Von Carsten Schäfer

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