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Flughafen BER Kuriose Zollfunde am Flughafen Schönefeld
Brandenburg Flughafen BER Kuriose Zollfunde am Flughafen Schönefeld
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01:15 08.09.2018
Der Zollbeamte Dennis Richter (3. v. l.) bei einer Routinekontrolle in der Einreisehalle. Quelle: Josefine Sack
Schönefeld

Wenn Dennis Richter seinen Dienst am Flughafen Schönefeld antritt, weiß er nie, was ihn erwartet. Der 36-Jährige ist Zollbeamter. Fast 14 Jahre hat er in der Arbeitseinheit „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“ gearbeitet. Seit dreieinhalb Jahren ist der Beamte im gehobenen Dienst am Alt-Airport für die Kontrollen im Reiseverkehr zuständig.

Ob Drogen oder Tiere: Regelmäßig werden der Zollbeamte und sein 40-köpfiges Team mit skurrilen oder ekligen Funden konfrontiert. Der wohl kurioseste Fund bisher: ein ausgestopftes Krokodil. Dass ein Passagier mit einem 1,70 Meter langen toten Reptil unterm Arm durch den Zoll spaziert, passiert nicht alle Tage. „Der Klassiker sind Tabakwaren“, sagt Dennis Richter. Maximal 200 Zigaretten dürfen bei der Einreise aus einem Nicht-EU-Land abgabenfrei eingeführt werden. Wer eine Stange zu viel im Gepäck hat, zahlt mindestens 38 Euro.

Ob Drogen oder Tiere: Die Zollbeamten am Flughafen Schönefeld werden immer wieder mit skurrilen oder gar ekligen Funden konfrontiert. Die MAZ war dabei und hat sich die Highlights angeschaut.

„Hab’ ich nicht gewusst“ ist beliebteste Ausrede

„Die Ausrede Nummer eins ist: Hab’ ich nicht gewusst“, so Richter. Ein Vorwand, den der Zollamtmann nicht gelten lassen kann. Von welchen Souvenirs und Waren man besser die Finger lassen sollte, darüber müssen sich die Reisenden vorher informieren, etwa in der kostenlosen Zoll- und Reise-App. Denn ein Auge zudrücken, dürfen die Beamten nicht. „An der Kontrolllinie haben Emotionen nichts zu suchen“, bringt Richter auf den Punkt. Nur so könne die Gleichbehandlung aller Passagiere gewahrt werden, erläutert er.

Bei der Kontrolle geht es oft ans Eingemachte: Erst kürzlich wollte ein Passagier mit Seepferdchen angereicherte Sex-Wunderpillen am Zoll vorbeischmuggeln. In einem anderen Fall musste eine Muslima bis auf die Unterwäsche durchsucht werden, weil sie unter der Burka Goldschmuck über die zulässige Reisefreimenge hinaus versteckt hatte.

Schicksalhafte Zollkontrollen in Terminal A

Nicht selten spielen sich in der Einreisehalle regelrechte Dramen ab: „Letztens hatten wir eine Dame aus Russland, die ihre mitgebrachte Wurst in einem Ringkampf verteidigt hat“, erinnert sich Richter. Zur Vorbeugung von Tierseuchen gelten seit 2009 strenge Vorschriften für die Einfuhr tierischer Erzeugnisse.

Ein weiterer Vorfall, der Richter im Gedächtnis geblieben ist, erzählt vom Schicksal eines Ehepaares, das sich im Ausland das Ja-Wort gegeben hatte. Zurück in Schönefeld stellten die Zollbeamten fest, dass die für 8000 Euro erworbenen Ringe die zulässige Wertgrenze von 430 Euro überstiegen. Besonders tragisch: Wie sich bei näherer Betrachtung herausstellte, war das Ehepaar obendrein über den Tisch gezogen worden. Denn es handelte sich nicht, wie vom Verkäufer im Urlaub behauptet, um Gold-, sondern um Platin-Ringe. Weil aber die über mehrere tausend Euro teure Rechnung vorlag, mussten Richter und seine Kollegen die Ringe trotzdem sicherstellen.

„Schmuggeln kann jeder“

Wer meint, dass dem Beamten, der in Schönefeld tagtäglich Menschen aus der ganzen Welt kontrolliert, so schnell nichts mehr aus der Fassung bringt, irrt: „Viele Reisende empfinden es als unangenehm, wenn wir ihre privaten Sachen kontrollieren. Ich muss sagen, umgekehrt ist es auch nicht gerade prickelnd, in zwei Wochen alter Wäsche herumwühlen zu müssen.“

Nach welchem Prinzip Richter und seine Kollegen die Passagiere kontrollieren und bei welchen Flügen sie besonders aufmerksam hinschauen, will der Beamte nicht verraten – auch, um potenzielle Schmuggler nicht auf den Plan zu locken. Ihr Hauptaugenmerk richten die Zollbeamten auf Maschinen aus sogenannten Drittstaaten, also Ländern, die nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum gehören, lässt Richter durchblicken. Ansonsten gilt die Devise: „Wer viel kontrolliert, findet viel“, so der Zöllner.

Eines hat Dennis Richter während seines Dienst am Flughafen gelernt: „Schmuggeln kann jeder. Es gibt kein bestimmtes Profil.“

Von Josefine Sack

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