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Brandenburg Berlin: Jeder dritte Flug im Juni zu spät
Brandenburg Berlin: Jeder dritte Flug im Juni zu spät
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18:19 31.07.2018
In der Hitze seien die Arbeiter auf dem Rollfeld wie hier in Schönefeld „Helden des Alltags“, sagte der Flughafenchef. Quelle: dpa
Potsdam

Wer in diesen Tagen der Sommerferien an den Flughäfen Tegel oder Schönefeld in ein Flugzeug steigt, braucht Geduld. Etwa jeder dritte Flug war im Juni an den Berliner Airports verspätet – und die Hochrechnungen für den Juli lassen eher noch etwas schlechtere Ergebnisse vermuten. Das gab der Vorsitzende der Geschäftsführung der Berliner Flughäfen, Engelbert Lütke Daldrup am Dienstag bei einem Halbzeitfazit der Hauptreisezeit bekannt.

Demnach lag die Prozentzahl der Flüge, die im Juni in Schönefeld pünktlich landeten und starteten bei rund 67 Prozent. Das sind fast zehn Prozentpunkte weniger als im Vorjahresmonat. In Tegel dagegen blieb die Punktlichkeitsquote mit rund 65 Prozent auf dem gleichen Stand.

Gründe liegen meist bei Fluggesellschaften

Die Gründe für die Vielzahl an Verspätungen liegen aber nur in einem Bruchteil der Fälle in der Verantwortung der Flughäfen. Die meisten Verspätungen gehen auf bereits verspätet eintreffende Flugzeuge zurück und gingen damit auf das Konto der Fluggesellschaften, sagte Lütke Daldrup. „Es kam häufiger vor, dass ein von Ryanair betriebenes Laudamotion-Flugzeug zu spät nachts in Tegel ankam.“ Weil dort ein Nachtflugverbot gilt, musste es zur Landung nach Schönefeld umgeleitet werden. „Am nächsten Tag kommt es dann erneut zu Verspätungen, weil die Maschine erst einmal von Schönefeld nach Tegel geflogen werden müsse.“ Technische Defekte der Flughafeneinrichtung habe es dagegen kaum gegeben, sagte Lütke Daldrup.

Insgesamt waren im ersten Halbjahr dieses Jahres rund drei Viertel der Flüge an den beiden Berliner Flughäfen pünktlich. Damit liegen sowohl Tegel (77 Prozent) als auch Schönefeld (74 Prozent) vor vergleichbaren Flughäfen wie München, Frankfurt oder Düsseldorf – und das trotz einer schwierigen Situation in diesem Jahr. „Wir haben in Deutschland insgesamt keine gute Saison für den Luftverkehr“, sagte Lütke Daldrup. Manche Airlines hätten Schwierigkeiten, mit den von Air Berlin übernommenen Flugrechten, Maschinen und Mitarbeitern einen stabilen Flugplan hinzubekommen, sagte Lütke Daldrup. Dazu kämen Streiks in diesem Jahr wie die der Fluglotsen in Frankreich oder des Kabinenpersonals und der Piloten von Ryanair. Auch die Sicherheitskontrollen würden in anderen Ländern noch immer effizienter ablaufen.

Air-Berlin-Delle bei Passagierzahlen scheint überwunden

Immerhin aber stieg die Zahl der Passagiere am Standort Berlin im Juli wieder leicht. In Tegel, wo Air Berlin bis zum Niedergang der größte Kunde war, lag die Fluggastzahl erstmals in diesem Jahr „bei plus-minus null“ im Vergleich zum Vorjahresmonat, sagte Lütke Daldrup. In Schönefeld habe es ein leichtes Plus gegeben, dies sei im August dann auch für Tegel zu erwarten.

In den ersten sieben Monaten ging die Zahl der beförderten Passagiere in Tegel und Schönefeld zusammen um 3,4 Prozent auf 18,4 Millionen zurück. Nach Marktanteilen sind derzeit Easyjet mit 29 Prozent und der Lufthansa-Konzern mit ihrer Tochter Eurowings mit 25 Prozent die größten Kunden in Berlin. Es folgt Ryanair, mit der 15 Prozent der Fluggäste von und nach Berlin reisen.

Arbeiter auf dem Vorfeld sind „echte Helden des Alltags“

Ein Dank sprach Lütke Daldrup den Arbeitern auf dem Vorfeld aus: „Sie sind die echten Helden des Alltags, die in sengender Sonne einen guten Job machen.“ Dabei käme es aktuell durchaus zu Verspätungen an den Gepäckbändern, die deutlich über dem Durchschnitt lagen, sagte der Leiter des Bereichs Aviation an den Flughäfen, Andreas Deckert. Das habe vor allem mit der Hitze zu tun. Es gäbe sehr viele Krankschreibungen und Kollegen, die die Arbeit in der Hitze nicht so gut vertrügen. Es müsse nun endlich bald regnen, sagte Deckert. „Sonst bekommen wir hier Schwierigkeiten“.

Unterdessen gab Lütke Daldrup bekannt, dass die Flughafengesellschaft mehr als eine Million Euro durch die Vermietung von Pkw-Stellplätzen an den Autobauer Volkswagen einnimmt. Am Montag war bekannt geworden, dass VW ab Anfang August für unbestimmte Zeit Neuwagen auf dem Gelände des künftigen Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld parken wird. Der Autohersteller wird nach der getroffenen Vereinbarung rund 8000 Stellplätze in drei Parkhäusern und auf drei Freiflächen nutzen.

Von Ansgar Nehls

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