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Flughafenchef: BER ist 87 Prozent fertig

Lütke Daldrup in Potsdam Flughafenchef: BER ist 87 Prozent fertig

Antrittsbesuch des neuen Flughafenchefs Engelbert Lütke Daldrup in Potsdam. Er wartete mit neuen Zahlen zum Baufortschritt am BER auf und mit neuen Kostenschätzungen. Derweil sehen sich die Fans des Flughafens Tegel im Aufwind. Und auch in Brandenburgs SPD gibt es Zweifel an dem Schließungsbeschluss.

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Neues Führungsduo: Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup (l.) und Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider.

Quelle: dpa

Potsdam. Schon oft hieß es, der Flughafen BER in Schönefeld (Dahme-Spreewald) sei im Prinzip so gut wie fertig. Insofern steht der neue Flughafenchef Lütke Daldrup, der am Montag zum Antrittsbesuch in den Potsdamer Landtag kam, für eine gewisse Kontinuität. Nach den jüngsten Berechnungen, die der 60-Jährige im Sonderausschuss BER präsentierte, ist der neue Großflughafen zu 87 Prozent vollendet – mit Stand Februar. Im Januar habe die Quote bei 82 Prozent gelegen, sagte er. Es geht voran, so das Fazit des neuen Flughafenchefs.

1200 Meter neue Rohre für die Sprinkleranlage

Die Probleme mit den Brandschutztüren würden nach und nach gelöst. „Wir haben hier deutliche Fortschritte. Die Zusammenarbeit mit Bosch läuft zufriedenstellend“, sagte der Nachfolger des vor zwei Wochen geschassten Karsten Mühlenfeld. Um die unterdimensionierte Sprinkleranlage instand zu setzen, müssten 1200 Meter Rohre neu verlegt werden, erklärte er. Einen neuen Eröffnungstermin konnte er nicht nennen. „Wir arbeiten daran, einen realistischen, belastbaren Terminplan vorzulegen“, so Lütke Daldrup. Ziel sei jedoch eine Inbetriebnahme des Großlughafens im kommenden Jahr.

Druck auf Baufirmen soll steigen

Dazu will der neue BER-Chef, der zuvor Aufsichtsratsmitglied und Berliner Flughafenkoordinator war, den Druck auf die Baufirmen erhöhen und diese auf verbindliche Terminen verpflichten. Der BER hatte sich für einige Firmen nämlich als Goldgrube entpuppt, an der man sich bereichern kann, indem man möglichst langsam arbeitet. Dies hatte, zumindest nach Lesart von Ex-Flughafenchef Mühlenfeld, auch zur jüngsten Eröffnungsverschiebung beigetragen.

Sein Nachfolger will die Firmen an ihrem Stolz packen: „Die deutsche Industrie ist daran interessiert, dass die Namen ihrer Unternehmen nicht mehr mit einem Projekt verbunden werden, das nicht zum Erfolg geführt hat“, sagte er. „Wir wollen alle Firmen auf einen abgestimmten Terminplan verpflichten.“ Wie das geschehen soll, ist allerdings unklar. Es müssten alle „Handlungsoptionen“ geprüft werden, so Lütke Daldrup.

Verzugskosten sollen plötzlich deutlich niedriger sein

Der Manager wartete mit einer neuen, für viele Abgeordnete überraschend niedrigen Kostenschätzung auf. Demnach entstehen mit jedem Monat, in dem der BER nicht am Netz ist, Kosten in Höhe von 13,5 Millionen Euro. Dies hat laut Lütke Daldrup eine aktuelle Evaluation ergeben. In absehbarer Zeit werde sich die Zahl auf unter zehn Millionen Euro verringern.

Diese Summe stellte der Grünen-Abgeordnete Axel Vogel infrage: „Nur 13,5 Millionen Euro ist ein bisschen wenig“, sagte er. Man müsse schließlich auch die entgangenen Einnahmen mit berücksichtigen, gab er zu bedenken. In der Vergangenheit kursierten unterschiedliche offizielle Zahlen zu den Verzugskosten. Erst war von 15 Millionen pro Monat die Rede, später von 30 Millionen Euro.

Zweifel am Schließungsbeschluss für Tegel

Nicht rütteln will Lütke Daldrup an dem Beschluss, dass Berlin-Tegel mit der BER-Eröffnung schließen soll. In Berlin hat das von der FDP unterstützte Volksbegehren zur Offenhaltung des Stadtflughafens offenbar die nötige Stimmenzahl erreicht. Allerdings gibt es inzwischen sogar in der Brandenburger SPD-Fraktion Zweifel an dem bislang als unantastbar geltenden Beschluss. Mit Blick auf die jüngste Schießerei am Pariser Flughafen und der potenziellen Terrorgefahr stellte der SPD-Abgeordnete Helmut Barthel das Szenario einer vom Luftverkehr abgeschnittenen Hauptstadt in den Raum.

Der neue Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Bretschneider hält die Tegel-Frage aus Brandenburger Sicht dagegen für müßig. Die beiden Gesellschafter Berlin und der Bund hätten sich eindeutig gegen Tegel ausgesprochen. „Gegen diese beiden ablehnenden Voten geht sowieso nichts“, sagte er.

Von Torsten Gellner

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