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Brandenburg Follow-On Satellitenmission ist auf Kurs
Brandenburg Follow-On Satellitenmission ist auf Kurs
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02:16 26.05.2018
Bilderbuchstart in Kalifornien: Die Falcon 9 hebt ab. Quelle: F.:imago stock&people
Vandenberg/Potsdam

Die beiden Satelliten der Mission Grace Follow-On gleiten seit Dienstagabend sicher und ganz nach Plan auf ihrer Erdumlaufbahn. Schon in etwa 120 Tagen sollen die Flugkörper erste Daten über das Schwerefeld der Erde liefern.

Die rund 440 Millionen Euro teure Grace-Follow-On-Mission ist ein gemeinsames Projekt der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa und des Deutschen Geoforschungszentrums (GFZ) Potsdam. Die Langzeitmission soll den komplexen Wasserhaushalt der Erde beobachten und damit auch die Wirkungen des Klimawandels untersuchen.

„Es gab mehrfach Jubel beim geglückten Start“, sagt der GFZ-Sprecher Josef Zens. Das auf dem Potsdamer Telegrafenberg beheimatete Institut übertrug ab 21.30 Uhr live den Start der „Falcon 9“-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Vandenberg in Kalifornien. Rund 120 Gäste, neben Wissenschaftlern auch Politiker wie Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs, die Bundestagsabgeordnete Manja Schüle und die Landtagsabgeordnete Klara Geywitz (alle SPD), freuten sich riesig, als die Rakete sich um 21.47 Uhr planmäßig erhob und später die beiden von Airbus gebauten rund 600 Kilogramm schweren Satelliten entließ. Nur einmal, gegen 22.30 Uhr, gab es einen Moment des Zweifels.

„In der McMurdo-Station am Südpol ist zunächst nur das Signal von einem der Satelliten eingegangen“, sagt Zens. Doch schon nach einigen Minuten bekam Zens eine SMS aus Kalifornien: Es war nur ein Übertragungsfehler. Auf dem Telegrafenberg ging ein Seufzer der Erleichterung durch die Menge.

Die Flugleitung der ESA in Oberpfaffenhofen muss in den kommenden 90 Tagen die Einsatzfähigkeit der beiden Satelliten herstellen. GFZ-Direktor Reinhard Hüttl sagt, die zweite Grace-Mission erlaube es nicht nur aktuelle Änderungen im System Erde zu erfassen, „sondern auch langfristige Trends zu identifizieren, die mitunter erst über mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte zutage treten“. Auch Brandenburgs Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) freut sich über den geglückten Start. Dass das Potsdamer GFZ als gleichberechtigter Partner mit der Nasa agiere, „ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Region Brandenburg-Berlin für die Geowissenschaften international eine wichtige Rolle spielt“. Die mit dem System Erde und dem Klimawandel befasste Grace-Follow-On-Mission stelle Weichen „für die Beantwortung von Fragen mit enormer Relevanz“.

Von Rüdiger Braun

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