Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Forscher raten zu mäßigem Fleischkonsum
Brandenburg Forscher raten zu mäßigem Fleischkonsum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 30.10.2015
Bedenkliche Kost: Wer zu viel verarbeitetes Fleisch verzehrt, hat laut wissenschaftlicher Studien ein erhöhtes Krebsrisiko. Quelle: dpa
Anzeige
Potsdam

Jetzt geht es also auch noch um die Wurst: Unter den Verbrauchern herrscht Verunsicherung, nachdem die Weltgesundheitsorganisation WHO verarbeitetes Fleisch wie Schinken und Salami als krebserregend eingestuft hat – und damit in eine Reihe mit Giftstoffen wie Alkohol, Zigarettenqualm und Asbest stellt. Potsdamer Experten geben jedoch eingeschränkt Entwarnung. „Ich rate zu einem moderaten Fleischverzehr“, sagt Professor Heiner Boeing, Leiter der Abteilung Epidemiologie beim Deutschen Institut für Ernährungsforschung (Dife) in Potsdam-Rehbrücke.

Dife-Wissenschaftler haben in Langzeituntersuchungen einen Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Krebsrisiko nachgewiesen. „Bei einem Durchschnittsverzehr von 50 Gramm weniger pro Tag verringert sich das Darmkrebsrisiko um 20 Prozent“, sagt Boeing, der Alkoholkonsum, mangelnde körperliche Aktivität und Übergewicht als weitere Risikofaktoren nennt. Dementgegen minderten Obst, Gemüse und ballaststoffreiche Getreideprodukte die Gefahr einer Erkrankung.

Grundlage ist eine Dauerstudie mit 27 500 Männern und Frauen aus Potsdam und Umgebung, die seit 1994 läuft. Die Ergebnisse aus Brandenburg waren Teil der Auswertung internationaler Studien, auf denen das WHO-Urteil fußt. Demnach ist auch unbearbeitetes rotes Fleisch als „wahrscheinlich“ krebserregend bedenklich.

In Deutschland essen Männer durchschnittlich 156 Gramm Fleisch pro Tag, Frauen 84 Gramm. Ratsam wären laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) 300 bis 600 Gramm pro Woche. Dife-Forscher Boeing zufolge ist Fleisch allerdings auch ein wichtiger Lieferant von Eisen, Vitaminen und Eiweißen.

Die WHO-Warnung ist bei Wurst- und Fleischherstellern auf harte Kritik gestoßen. Der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie und der Deutsche Fleischer-Verband monieren, dass komplexe Einflussfaktoren wie persönliche Lebensweise, erbliche Vorbelastungen und Umwelteinflüsse vernachlässigt würden.

In Brandenburgs Landwirtschaftsministerium hält man eine Eindämmung von Angebot und Nachfrage an Fleisch, wie es etwa das Aktionsbündnis Agrarwende fordert, nicht für nötig. Eine Ministeriumssprecherin erklärte aber, die aktuellen Studien auswerten zu wollen, um sich ein umfassendes Bild zu machen.

Von Bastian Pauly

Gegen einen Beamten der Landesfeuerwehrschule ist ein Disziplinarverfahren eröffnet worden. Er soll einen Kollegen verunglimpft haben. Das Mobbing-Opfer hatte mit seiner Anzeige bei der Polizei einen mutmaßlich Nazi-Skandal bekannt gemacht. Kein Einzelfall: An der Landeseinrichtung kommt es immer wieder zu Unregelmäßigkeiten.

30.10.2015

Fachkräfte gesucht! Brandenburgs Handwerksbetriebe haben derzeit noch mehr als 400 freie Ausbildungsplätze. Doch es fehlt an Bewerbern. Deshalb setzen nun viele Handwerker auf Flüchtlinge. Täglich, so eine Sprecherin der Handwerkskammer, melden sich die Betriebe, die gerne Asylsuchende einstellen wollen. Es gibt allerdings eine Grundvorraussetzung.

27.10.2015

Nach der Warnung der WHO vor krebserregender Wurst schlägt die Stunde der Spötter: Per Twitter werden unter dem Hashtag Wurstgate die Risiken und Nebenwirkungen des Fleischverzehrs aufs Korn genommen. Warnungen vor „Passivwurstessen“ inklusive. Wurstkenner sollte schon der Ort der Studienpräsentation stutzig machen...

27.10.2015
Anzeige