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Brandenburg Frank Schmökel wird in Gefängnis verlegt
Brandenburg Frank Schmökel wird in Gefängnis verlegt
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13:49 26.03.2017
Frank Schmökel wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Quelle: Maz
Brandenburg an der Havel

Brandenburgs gefährlichster Verbrecher, der Mörder und Kinderschänder Frank Schmökel, muss nach 23 Jahren den Maßregelvollzug verlassen und in den regulären Strafvollzug umziehen. Er tauscht also die Krankenstation mit der Zelle. Der 64-Jährige wird nach Anordnung des Oberlandesgerichts (OLG) in Brandenburg/Havel bis spätestens zum 1. April in die JVA Luckau-Duben (Dahme-Spreewald) verlegt. Der Grund: Gutachter halten ihn für nicht therapierbar. Der Maßregelvollzug ist eine Therapieeinrichtung, ein von einer Mauer und mit Nato-Draht gesichertes Krankenhaus. Wie OLG-Sprecher Ulrich Zwick der MAZ bestätigte, habe ein Gutachter dem Mörder eine weiterhin „narzisstische und dissoziale Psychose“ bescheinigt. Eine Veränderung sei nicht zu erwarten.

Lange wurde darüber gestritten, ob Schmökel verlegt wird

Das OLG in Brandenburg/Havel hat die Verlegung am 5. Dezember 2016 verfügt und entspricht damit einem Antrag der Staatsanwaltschaft in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern), die Schmökel seit Jahren schon in den Gefängnisalltag schicken will. Sie argumentiert, die Sonderbehandlung sei nicht mehr vertretbar. Bislang waren die Mecklenburger Staatsanwälte mit ihrem Ansinnen an Brandenburger Gerichten gescheitert. Zuletzt hatte das Landgericht Potsdam im Oktober 2015 geurteilt, Schmökel solle in dem eigens für ihn erbauten, mit Videokameras gesicherten Komplex auf dem Gelände der Asklepios-Klinik in Brandenburg/Havel bleiben. Diesen Spruch hob das OLG auf. Es ließ der Justizverwaltung eine viermonatige Frist zur Umsetzung, damit besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden konnten.

Dem Verbrecher gelang eine spektakuläre Flucht

Frank Schmökel gelang seit 1988 siebenmal die Flucht aus Haft und Maßregelvollzug.

Im Oktober 2000 stach er einen Pfleger nieder, der ihn zum Besuch seiner Mutter begleitet hatte. Auch die Mutter wurde schwer verletzt.

Auf der Flucht erschlug Schmökel einen 60 Jahre alten Mann in einer Strausberger Laubenkolonie und flüchtete mit dessen Auto. In Sachsen wurde der Ausbrecher angeschossen und schließlich gefasst.

Weil Schmökel als äußerst gefährlich und hoch manipulativ gilt, wird er nun in die sicherste und neueste Haftanstalt des Landes in Duben gebracht. Dort soll er nach MAZ-Informationen einen eigenen Haftbereich erhalten. Ob er mit anderen Insassen in Kontakt kommt, ist offen. Im Maßregelvollzug war Schmökel bislang isoliert worden. Häftlinge, die sich an Kindern vergehen, haben einen schweren Stand in der Gefangenenhierarchie.

Schmökel wurde zu lebenslanger Haft verurteilt

Wegen des erhöhten Risikos, das von Schmökel ausgeht, müssen andere Haftanstalten Personal nach Duben abgeben. So dürfen Wachtmeister die Hafträume des mehrfach aus dem Maßregelvollzug ausgebrochenen Gewaltverbrechers nicht allein betreten. In den Justizvollzugsanstalten Cottbus und Brandenburg/Havel sorgt die Abordnung für Unmut, ist dort die Personalsituation ohnehin angespannt.

Schmökel sitzt seit seiner letzten Verurteilung im Jahr 2002 ununterbrochen im Maßregelvollzug. Er erhielt wegen Vergewaltigung mehrerer Mädchen (13, 8 und 11 Jahre alt), des versuchten Mordes an einem der Kinder sowie Mordes an einem Rentner eine lebenslange Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Von Benno Rougk und Ulrich Wangemann

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