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Frankfurt ist Brandenburgs Blitz-Hauptstadt

Blitzatlas 2015 Frankfurt ist Brandenburgs Blitz-Hauptstadt

Die Stadt Frankfurt (Oder) hat 2015 die meisten Blitze im Land Brandenburg angezogen. Bundesweit hat es Schweinfurt in Bayern am härtesten getroffen, im Jahr zuvor war es noch Cottbus gewesen. Aber wie entstehen Blitze eigentlich?

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Blitze erhellen den Nachthimmel.

Quelle: dpa

Potsdam, Karlsruhe. Die Stadt Frankfurt (Oder) hat 2015 die meisten Blitze in Brandenburg angezogen. Der Karlsruher Blitz-Informationsdienst von Siemens (Blids) zählte dort 3,05 Einschläge pro Quadratkilometer; insgesamt waren es 450 Blitze.

Auf Platz zwei kommt mit 2,57 Einschlägen pro Quadratkilometer der Landkreis Spree-Neiße (ingesamt 4252). Am dritthäufigsten war mit 2,31 Einschlägen pro Quadratkilometer der Landkreis Potsdam-Mittelmark (5975) betroffen. Am wenigsten krachte es mit 0,84 Einschlägen pro Quadratkilometer in der Uckermark (2583). Diese Zahlen gehen aus dem Blitzatlas hervor, der am Dienstag in München veröffentlicht wurde.

Insgesamt entluden sich im vergangenen Jahr knapp 550 000 Blitze über Deutschland - nur etwa halb so viele wie im unwetterstarken Jahr 2007. In Brandenburg waren es rund als 49 000 Blitze. Über Berlin entluden sich 884 Blitze.

Bei der deutschen „Blitz-Hauptstadt“ hat das bayerische Schweinfurt 2015 Cottbus abgelöst. Pro Quadratkilometer schlugen in der unterfränkischen Stadt im vergangenen Jahr rund 4,5 Blitze ein.

Blitz über Sieversdorf (Oder-Spree)

Blitz über Sieversdorf (Oder-Spree).

Quelle: dpa

So entstehen Blitze

Feucht-warme Luft und schwache Luftdruck-Unterschiede seien ideale Voraussetzungen für die Entstehung der typischen Sommergewitter, erläutert Tobias Pardowitz, Meteorologe an der Freien Universität Berlin. Ein großer Anteil der Blitze entlade sich jedoch bereits zwischen den Wolken.

In einer Gewitterwolke reichern sich im oberen Teil positiv geladene Eiskristalle an. An der Wolkenunterseite gibt es mehr negativ geladene Wassertropfen. Überschreitet die Spannung eine bestimmte Schwelle, kommt es zu einem gigantischen Kurzschluss.

Schlägt der Blitz in den Boden ein, breitet sich Strom in alle Richtungen aus. Wird ein Mensch direkt vom Blitz getroffen, kommt es zu Verbrennungen, Nerven- und Muskellähmungen. Zudem wirkt der Strom direkt aufs Herz.

Jeder Blitz erzeugt eine elektromagnetische Welle, die über mehrere hundert Kilometer hinweg gemessen werden kann. Der Informationsdienst in Karlsruhe greift auf Daten von rund 160 Mess-Stationen in Europa zu. „Aus den Daten der Messstationen können wir bis auf 200 Meter genau ermitteln, wo gerade ein Blitz eingeschlagen hat“, erklärte Stephan Thern, Leiter des Blitz-Informationsdienstes.

Ziel der Messungen: Bessere Gewitter-Vorhersage

Ein Ziel der Messungen sei es, die Vorhersage von Gewittern zu verbessern, sagte Thern. „Dazu arbeiten wir mit Wetterdiensten zusammen an Lösungen, mit denen durch Beobachtung der Blitzaktivität und anderer Wetterparameter die Zugrichtung der Gewitterzelle berechnet wird.“

Neben Wetterdiensten nutzen vor allem Versicherungen, Energieversorger und Industrieunternehmen die Daten. So wisse der Betreiber einer Stromleitung nach einem Ausfall rasch, ob ein Blitzeinschlag verantwortlich war. Dann nämlich könne die Leitung schnell wieder ans Netz genommen werden.

Bereits seit 25 Jahren werden Blitze von Siemens analysiert. Diese Informationen sind zum Beispiel für Betreiber von Überlandleitungen relevant. So können sie etwa beim Ausfall einer Leitung schnell klären, ob ein Blitz oder etwas anderes für die Störung verantwortlich ist.

Von dpa

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