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Frauen sind häufiger und anders krank

DAK-Gesundheitsreport 2016 Frauen sind häufiger und anders krank

Brandenburger sind im bundesweiten Vergleich besonders häufig krank. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK. Zwischen Frauen und Männern gibt es jedoch deutliche Unterschiede.

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Quelle: dpa

Brandenburg. Die Brandenburger sind im bundesweiten Vergleich besonders häufig krank. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK. Zwischen Frauen und Männern gibt es jedoch starke Unterschiede. Frauen waren 2015 deutlich häufiger krank als Männer. Ihr Krankenstand lag im vergangenen Jahr 20 Prozent über dem der Männer. Von 1000 erwerbstätigen Frauen fehlten 2015 im Durchschnitt pro Tag 57 bei der Arbeit. Auf Platz eins der Krankheitsgründe stehen bei ihnen, wie auch bei den Männern, Muskel-Skelett-Erkrankungen (etwa Rückenschmerzen).

Frauen leiden häufiger unter psychischen Erkrankungen

Der zweithäufigste Grund, warum Frauen nicht zur Arbeit gehen können, sind psychische Erkrankungen. Sie kommen fast genauso häufig vor wie Rückenschmerzen. Jede zehnte Frau berichtet über eine diagnostizierte Depression innerhalb der letzten zwölf Monate. Insgesamt nehme die Zahl der psychischen Erkrankungen in Deutschland aber nicht zu, sagt Susanne Hildebrandt vom Iges-Institut, das die Studie im Auftrag der DAK durchführte. Einen Grund, warum die Zahlen trotzdem steigen, sieht sie in der Arbeit der Ärzte. „Heute schreiben es die Ärzte auch wirklich auf einen Krankenschein, wenn es sich um eine Depression handelt, früher wurden nicht selten andere Gründe angegeben“, sagt sie. Bei einer psychischen Erkrankung sei die Zahl der Fehltage außerdem besonders hoch. Das liege unter anderem an der geringen Anzahl an Fachärzten, heißt es.

Brustkrebs schon im Berufsleben

Ein weiterer entscheidender Krankheitsfaktor bei Frauen ist der Brustkrebs. Auch wenn laut Studie die meisten Fälle erst im Alter ab 60 Jahren auftreten, leiden viele erwerbstätige Frauen bereits im Berufsleben unter Beschwerden. Mit 4,5 Prozent liegt Brustkrebs auf Platz sieben der häufigsten Ursachen für eine Arbeitsunfähigkeit.

Frauen gehen häufiger krank zur Arbeit

Auch das zeigt die Studie: Frauen engagieren sich beruflich sehr und gehen auch krank zur Arbeit. 70 Prozent der Frauen gaben an, 2015 mindestens einmal krank bei der Arbeit gewesen zu sein. Als Hauptgrund sagten 84 Prozent der Befragten, dass sie ihre Kollegen nicht im Stich lassen wollen. 35 Prozent fürchten berufliche Nachteile.

Der Gesundheitsreport zeigt, dass Männer deutlich seltener krankheitsbedingt nicht zur Arbeit gehen können als Frauen. Von 1000 erwerbstätigen Männern fehlten im Jahr 2015 im Durchschnitt 47 pro Tag (20 Prozent weniger als bei den Frauen). Wenn Männer dann jedoch krank werden, fehlen sie deutlich länger als ihre Kolleginnen. 13 Tage dauert ein Erkrankungsfall bei ihnen im Schnitt. Bei den Frauen sind es nur 12,7 Tage. Ein Grund: Frauen gehen auch bei kleineren Beschwerden schneller zum Arzt. Männer fehlen dafür nicht so lange. Verglichen mit den deutschlandweiten Zahlen liegt die Falldauer in Brandenburg gut zwei Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Dennoch gaben auch 63 Prozent der erwerbstätigen Männer an, in den letzten 12 Monaten mindestens einmal krank zur Arbeit gegangen zu sein.

Herz-Kreislaufprobleme und Verletzungen

Laut Studie sind Männer deutlich häufiger von Unfällen betroffen als Frauen (64 Prozent mehr). Daher liegen Verletzungen bei Männern auf Platz 2 der häufigsten Krankheitsgründe. Bei den 25- bis 29-Jährigen verursachen Verletzungen mehr als doppelt so viele Fehltage wie bei den Frauen. In Brandenburg haben Männer zudem 68 Prozent mehr Fehltage aufgrund von Herz-Kreislaufproblemen.

Prostatakrebs häufigste Krebsart bei Männern

Zwar haben Männer mit 13 Prozent ein genauso hohes Risiko in ihrem Leben an Prostatakrebs zu erkranken wie Frauen an Brustkrebs, dennoch wirkt sich dies kaum auf die Fehlzeiten im Berufsleben aus. Denn Männer erkranken in der Regel später an Prostatakrebs (zwischen 55 bis 60 Jahren).

Männer gehen seltener zum Arzt

Ein Teil des Unterschieds bei den Fehltagen lässt sich durch den unterschiedlichen Umgang von Männern und Frauen mit Erkrankungen erklären. Laut Gesundheitsreport gehen Männer im Schnitt viermal im Jahr zum Arzt (Bundesdurchschnitt 4,2). Bei den Frauen beträgt die Zahl 6,6 (ohne reguläre Vorsorgeuntersuchungen). „Es ist wahrscheinlich evolutionär bedingt, dass Frauen generell sensibler mit ihrem Körper umgehen als Männer und bei Beschwerden schneller einen Arzt aufsuchen“, sagt Natascha Hess, Fachärztin für Innere Medizin.

Von Danilo Hafer

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