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Brandenburg Spreewaldgurken bald aus Florida?
Brandenburg Spreewaldgurken bald aus Florida?
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17:43 06.01.2015
Regionale Spezialität: die Spreewaldgurke. Quelle: Julian Stähle
Potsdam

Lutz Habermann wittert ein ganz krummes Ding. „Es kann nicht im Sinne der EU sein, dass Lobbyisten der Agrarindustrie unsere Qualitätsstandards torpedieren“, sagt der Geschäftsführer des Spreewaldvereins. Habermann vertritt die Interessen der Spreewaldbauern. Aus der Gegend zwischen Golßen und Vetschau stammen die derzeit einzigen märkischen Produkte, die als Regional-Spezialitäten bei der Europäischen Union offiziell geschützt sind: Meerrettich und Gurken.

Was aber ist dieser Schutz vor Nachahmern noch wert, wenn das Freihandelsabkommen TTIP mit den USA abgeschlossen ist? Gibt es dann Spreewaldgurken aus Florida oder Kölsch aus Kansas?

Nicht jede Wurst und jeder Käse kann geschützt werden

Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) hat Landwirte und Verbraucher aufgeschreckt. Mit Blick auf TTIP hatte er gesagt, es könne nicht mehr jede Wurst und jeder Käse geschützt werden. Später relativierte er seine Äußerungen, doch die Skepsis konnte er nicht ausräumen. "Wir sind irritiert", sagt Lutz Habermann. "Eine Aufweichung der Schutzstandards wäre fatal für unsere Region."

Das sagt auch Peter Schubert vom Referat Agrarmarkt im Brandenburger Landwirtschaftsministerium. "Wenn der Schutz wegbrechen würde, gäbe es wohl bald keinen Anbau von Meerrettich und Gurken im Spreewald mehr", sagt er. Binnen kurzer Zeit würden sie von Billigprodukten aus dem Markt verdrängt. Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade betont die Einigkeit der 16 Agrarminister der Bundesländer in dieser Frage. "Die Regionalmarken sind Teil der hohen landwirtschaftlichen Standards, die wir nicht opfern wollen", sagt er. Das habe man Bundesminister Schmidt bei der Agrarministerkonferenz in Potsdam klar gemacht.

Gentechnik durch die Hintertür

Das Thema hat am Dienstag auch Brüssel erreicht. Die Wahrung der Herkunftsbezeichnungen sei eine der Prioritäten, beteuert ein EU-Sprecher. "Wir haben nicht vereinbart und wir werden nicht vereinbaren, dass der Schutz unserer geografischen Angaben in Europa vermindert wird."

Der US-Handelspakt wird von kleineren Agrarbetrieben und regionalen Produzenten jedoch insgesamt kritisch beäugt. Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung warnt vor aufgeweichten Qualitätsstandards und verweist auf den erfolgreichen Kampf gegen die Gentechnik: "Die Gentechnik ist im Bermudadreieck zwischen Greenpeace, ostdeutschen Bauern und der bayerischen CSU verschwunden. Wir wollen nicht, dass wir sie durch die Hintertür wieder reingedrückt bekommen." Doch das droht offenbar: Die USA wollen gentechnisch veränderte Lebensmittel für den europäischen Markt nur mit einem Strichcode kennzeichnen. Käufer wären damit überfordert, warnen Verbraucherschützer.

Beelitzer Spargel soll geschützt werden

Bald soll auch der Beelitzer Spargel als dritte märkische Spezialität EU-weit geschützt werden. Die Anerkennung stehe kurz bevor, sagt Manfred Schmidt vom Verein Beelitzer Spargel. Ebenso wichtig wie ein Siegel sei jedoch das Vertrauen zwischen Käufer und Erzeuger. Wenn die Kunden ihren Bauern besser kennen würden, dann hätten Etikettenschwindler keine Chance mehr. „Die Bauern müssen noch mehr Werbung machen für sich“, sagt Schmidt.

Von Torsten Gellner

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