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Brandenburg Freiheitsoper im DDR-Zuchthaus
Brandenburg Freiheitsoper im DDR-Zuchthaus
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14:39 04.06.2014
Der Ex-Zuchthaus-Insasse Gilbert Furian singt bei "Fidelio" mit. Quelle: dpa
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Potsdam

„Das ehemalige Zuchthaus Cottbus steht ganz besonders für das System der Unterdrückung in der DDR”, sagte Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos) am Mittwoch bei der Vorstellung des Programms in Potsdam. Zu DDR-Zeiten waren in Cottbus zumeist Republikflüchtlinge und andere politische Gefangene inhaftiert.

Unter den mehr als 300 Mitwirkenden an sieben Abenden ab dem 28. Juni werden auch vier ehemalige Häftlinge im Extrachor singen. Für den ehemaligen Gefangenen Gilbert Furian wird dies ein besonders bewegendes Erlebnis, denn in dem Zuchthaus war Singen einst verboten.

„Das erfüllt mich mit historischer Schadenfreude”, sagte Furian. „Wenn ich nun an diesem Ort singe, befreie ich mich auch von dem, was er früher für mich bedeutete.” Er hatte schon als 16-Jähriger im Extrachor des Görlitzer Theaters bei der Aufführung der Oper „Nabucco” mitgewirkt.

Fidelio

"Fidelio" basiert auf einer wahren Geschichte, die sich während der französischen Revolution zugetragen haben soll. Im Auftrag des Wiener Hoftheaters setzte Beethoven den Stoff als „Rettungs- und Befreiungsoper“ um. Seit seiner Wiener Uraufführung 1814 ist "Fidelio" zum Klassiker avanciert, berühmt für seinen Gefangenenchor, amüsant in seinen kleinen Liebesgeschichten, mitreißend durch seine Musik. 

Leonore hat nach langer Suche das Gefängnis gefunden, in dem ihr Mann Florestan festgehalten wird. Es untersteht dem Gouverneur Pizarro, der Florestan einkerkerte, um zu verhindern, dass die Wahrheit über seine Machenschaften an die Öffentlichkeit dringt. Als Mann verkleidet, verdingt sich Leonore unter dem Namen Fidelio als Gehilfe des Kerkermeisters. Als der Minister Fernando von Florestans Haft erfährt, beschließt Pizarro, seinen Gefangenen zu töten. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Die Kosten der Aufführungen insbesondere für die Aufbauten, Ton und Licht sowie für die Gagen von Sopranistin Miriam Gordon-Stewart und Tenor Craig Bermingham belaufen sich auf gut eine Million Euro.

Davon werde knapp die Hälfte mit Spenden finanziert. Mehr als 1000 Zuschauer finden auf den Tribünen Platz.

Das ehemalige Zuchthaus wurde 2011 von früheren Häftlingen mit öffentlicher Hilfe gekauft und anschließend in eine Gedenkstätte umgewandelt. dpa

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