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Brandenburg Freiheitspreis für Zuchthaus-Gedenkstätte
Brandenburg Freiheitspreis für Zuchthaus-Gedenkstätte
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15:46 09.08.2016
Wolfgang Huber, Vorsitzender der Jury des „Brandenburger Freiheitspreis“ und Domdechant vom Domstift St. Peter und Paul zu Brandenburg/Havel, mit Dieter Dombrowski (CDU) und Sylvia Wähling vom Menschenrechtszentrum in der Ausstellung. Quelle: dpa
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Potsdam

Der Verein Menschenrechtszentrum Cottbus erhält als erster Preisträger den „Brandenburger Freiheitspreis“ des Domstifts Brandenburg. Das teilte das Stift am Dienstag in Cottbus mit. Die Auszeichnung soll am 11. Oktober im Dom zu Brandenburg verliehen werden. Gewürdigt werden sollen Menschen oder Institutionen, die zur Verwirklichung des Freiheitsgedankens beitragen.

Der Verein ist der erste Preisträger der 2015 erstmals ausgelobten Auszeichnung. Das Menschenrechtszentrum wurde 2007 von früheren politischen Gefangenen aus DDR-Zeiten gegründet. Der Verein kaufte das ehemalige Gefängnis „Zuchthaus Cottbus“ und wandelte es in eine Gedenkstätte um. Dort saßen zu DDR-Zeiten vor allem politische Gefangene ein. Seit 2011 ist der Verein Eigentümer des gesamten Gefängnisareals und Betreiber der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus – was nach eigenen Angaben einmalig ist in der Gedenkstättenlandschaft in Deutschland.

Lob für Eigeninitiative und Wagemut

Der Vorsitzende der Jury und Dechant des Domstifts, Wolfgang Huber, lobte „die Initiative und den Wagemut“ der ehemaligen Häftlinge, das Areal, auf dem sie Leid erlebten, gekauft zu haben. Mit der Gedenkstätte sei es möglich, als Besucher an diesem Ort die Verweigerung von Freiheit durch politische Macht vor Augen geführt zu bekommen.

Sylvia Wähling, geschäftsführende Vorsitzende vom Menschenrechtszentrum Cottbus bedankte sich: „Wir fühlen uns sehr geehrt, die ersten Preisträger dieser Auszeichnung sein zu dürfen. Die Männer, die bis 1989 in Cottbus zu Unrecht inhaftiert gewesen sind, strebten nach Freiheit. Gerade vor dem Hintergrund aufkeimender nationalistischer Tendenzen wollen wir besonders jungen Menschen zeigen, wie schutzbedürftig die Demokratie ist. Nur durch lebendige Erinnerung können wir dazu beitragen, dass es nie wieder zu einer Diktatur in Deutschland kommt.“

Verein sucht Zeitzeugen zur Zwangsarbeit im Strafvollzug Cottbus

Ein Thema, das dem Cottbuser Verein am Herzen liegt, ist die Aufarbeitung zur (Haft-)Zwangsarbeit im Strafvollzug in Cottbus. Dafür werden Zeitzeugen gesucht. Die Berichte und Erfahrungen sollen eine Sonderausstellung einfließen. Das Menschenrechtszentrum verzeichnet nach eigenen Angaben im Jahr zwischen 8000 und 9000 Besucher. Land, Bund und Stadt fördern den Verein. Die Ausgaben werden dadurch aber dem Verein zufolge nicht gedeckt. Er ist auf Spenden angewiesen.

25.000 Euro für die Verwirklichung des Freiheitsgedanken

Der „Brandenburger Freiheitspreis“ wurde vom Domstift Brandenburg 2015 anlässlich des 850-jährigen Jubiläums des Brandenburger Doms ausgelobt. Schirmherr ist Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Brandenburg/Havel gehört zu seinem Wahlkreis. Die Jury wählte aus 28 vorgeschlagenen Menschen und 11 Institutionen den Preisträger aus. Der mit 25.000 Euro dotierte Freiheitspreis wird alle zwei Jahre an Personen oder Institutionen vergeben, die engagiert und vorbildlich in den Bereichen Kultur, Religion, Wirtschaft oder Politik zur Verwirklichung des Freiheitsgedankens beigetragen haben. Der Preis wird durch die Deutsche Bank und den Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen finanziert.

Von MAZonline

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