Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Muss die Kastrationspflicht ausgeweitet werden?
Brandenburg Muss die Kastrationspflicht ausgeweitet werden?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:44 07.08.2018
Etwa 70.000 freilebende Katzen gibt es in Brandenburg. Quelle: dpa
Luckenwalde/Teltow

Sie sind scheu und kämpfen ums Überleben: In Brandenburg gibt es nach Schätzungen des Landestierschutzverbandes etwa 70.000 frei lebende Katzen. „Das ist ein ganz großes Problem“, sagte Verbandsvorsitzende Ellen Schütze. „Die Katzen verhungern, tragen Krankheiten mit sich herum, und die Jungen sterben.“

Finanzielle Unterstützung vom Land reicht nicht aus

Laut dem Ministerium für Verbraucherschutz haben Kastration beziehungsweise Sterilisation der Tiere zu einem Rückgang der Katzenpopulation in den Städten und Gemeinden beigetragen, so Sprecher Uwe Krink. Seit 1992 können anerkannte Tierschutzorganisationen einen Antrag beim zuständigen Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) auf finanzielle Unterstützung stellen. Dies nehmen auch immer mehr Organisationen in Anspruch, wie eine Mitarbeiterin der Behörde sagte. Abgelehnt worden sei noch niemand.

Die Operationen werden pro Kater mit 20 Euro, pro Katze mit 50 Euro bezuschusst. Die Förderung sei wichtig, sagte Tierschützerin Schütze. Doch decke sie noch nicht einmal die OP-Kosten komplett ab. „Darin sind auch weder der Transport, noch das Einfangen und die Zeit, bis das Tier wieder freigelassen werden kann, enthalten.“ Die Heime seien auf Spenden angewiesen.

Streuner vor allem auf dem Land

Allein im Tierheim Tornow (Landkreis Oberhavel) kümmere man sich derzeit um etwa 50 Katzenwelpen. Manche wurden als Babys draußen gefunden. Andere kamen noch im Bauch der tragenden Katzenmutter ins Heim. Im Tierschutzverein Brandenburg an der Havel sind es 86 Katzen. Probleme mit wilden Katzen habe man das gesamte Jahr über, so Mitarbeiterin Sabrin Haufschildt. Das kleine Tierheim Falkensee hat derzeit 35 Katzen, davon „einen Haufen Katzenwelpen“, sagte Sprecherin Gabriele Brückner. „Und wir erwarten noch mehr.“

Tierschützer fordern Ausbau der Kastrationspflicht

Den Angaben zufolge gibt es besonders in den ländlichen Regionen viele Streuner. Die Menschen in Städten meldeten Tiere, die eindeutig kein Zuhause hätten, eher. „Auf dem Land fehlt das Bewusstsein noch völlig“, so Brückner.

Tierschützer fordern seit Langem einen Ausbau der Kastrationspflicht. Bislang haben nur einzelne Kommunen eine entsprechende Verordnung erlassen, darunter Frankfurt (Oder), Jüterbog, Luckenwalde und Bad Belzig. Seit Einführung der Kastrationspflicht 2014 gebe es einen Rückgang der freilebenden Katzen in Luckenwalde, sagte Anette Wolters, Leiterin des Ordnungs- und Rechtsamtes der Stadt im Landkreis Teltow-Fläming. Beschwerden habe man kaum noch.

Jede freilebende Katze eine zu viel?

Mit der Einführung damals wurden einmalig 10.000 Euro zur Kastration und Kennzeichnung der Katzen bereitgestellt und mit einer größeren Aktion auf das Problem aufmerksam gemacht. 76 Katzen und 71 Kater wurden damals kastriert und gechippt und wieder ausgesetzt.

Verbandsvorsitzende Schütze spricht ungern von „wilden“ oder „verwilderten“ Katzen. „Es sind keine wilden, sondern ausgesetzte Katzen oder deren Nachfahren, die ohne die Hilfe des Menschen nicht auskommen“ Für die Tierschützerin ist jede frei lebende Katze eine zu viel.

Von dpa/MAZOnline

Der Aufsichtsratschef der Flughafen-Gesellschaft, Rainer Bretschneider, erklärt im MAZ-Interview die Ursachen für die Pannen am BER, die leidige Brandschutz-Anlage und sagt, warum er sich sicher ist, dass die Eröffnung im Herbst 2020 diesmal klappen wird.

09.08.2018

Obgleich Lunapharm noch vor dem Verwaltungsgericht Potsdam gegen den ersten Bescheid klagt, in dem dem Unternehmen die Betriebserlaubnis entzogen wird, hat die zuständige Behörde nunmehr ein zweites Verbot ausgesprochen.

06.08.2018

CDU und FDP im Land Brandenburg schließen sich der Bewegung zur Errichtung „wolfsfreier Zonen“ an – die Grünen sprechen von Aktionismus und Panikmache

06.08.2018