Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° bedeckt

Navigation:
Ex-Lehrer wegen Missbrauchs verurteilt

Prozess in Berlin Ex-Lehrer wegen Missbrauchs verurteilt

Die Geschwister sind bereits erwachsen, als sie ihren Vater als Sexualtäter vor Gericht bringen. Im Prozess spielt der frühere Lehrer einer Waldorfschule in Berlin das lange zurückliegende Geschehen herunter. Einige Taten sind verjährt, doch drei Fälle führen schließlich zum Schuldspruch.

Voriger Artikel
Stundenlange Razzia gegen Taschendiebe in Berlin
Nächster Artikel
Sohn ermordet? Wie Erna F. ihren Freispruch aufnahm


Quelle: dpa

Berlin. Ein früherer Lehrer ist wegen des sexuellen Missbrauchs seiner eigenen Kinder zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der 54-Jährige habe eine Tochter in zwei Fällen und einen Sohn in einem Fall sexuell berührt, begründete das Berliner Landgericht am Donnerstag seine Entscheidung. Es sei dem Vater vor allem darum gegangen, Macht auszuüben – “auch über die erwachende Sexualität der Kinder“, sagte die Vorsitzende Richterin. Zu den Übergriffen sei es in der Zeit von 1997 bis 2004 gekommen.

Das Verfahren gegen den Vater von vier leiblichen und zwei adoptierten Kindern war im Dezember 2011 durch eine Anzeige einer 24-jährigen Tochter ins Rollen gekommen. Dem damaligen Lehrer einer Berliner Waldorfschule wurde kurz darauf gekündigt. Bei der Polizei sagten weitere Geschwister gegen den Vater aus. Die Anklage ging zunächst von neun Taten in der Zeit zwischen 1992 und 2004 aus. Die Kinder seien damals etwa zehn bis 13 Jahre alt gewesen.

Erstes Opfer des studierten Musikers sei bereits in den 1980er Jahren eine Adoptivtochter geworden, hieß es im Urteil. Diese Taten aber seien verjährt. Zudem seien sechs der in der Anklage aufgelisteten Vorwürfe mit Zustimmung aller Prozessbeteiligter eingestellt worden. “Es ist ein sehr schwieriges Verfahren, das eine Familiengeschichte beinhaltet“, sagte die Richterin. Der Vater sei nicht pädophil.

Der Angeklagte, der derzeit als Versicherungsvertreter tätig ist und zwei Seniorenchöre leitet, hatte im Prozess erklärt, zu seiner Stief- und späteren Adoptivtochter habe für einige Zeit ein Liebesverhältnis bestanden. Die ihm vorgeworfenen Berührungen des Sohnes seien ein “sehr missglückter Aufklärungsversuch“ gewesen. Eine Tochter habe er einmal am ganzen Körper geküsst, “weil ich sie so schön fand“.

Die Staatsanwältin hatte 14 Monate Haft auf Bewährung verlangt. Der Verteidiger hielt eine Verwarnung oder maximal eine Geldstrafe für ausreichend. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von MAZonline/dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg