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Brandenburg Frühlingsdreieck und die Monde des Jupiter
Brandenburg Frühlingsdreieck und die Monde des Jupiter
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11:46 06.04.2018
Saturn und darunter Mars (links unten) am Morgenhimmel des 2. April. Jupiter (rechts oben) hat seinen Höchststand bereits hinter sich. Antares im Skorpion im Süden kulminiert gerade auf elf Grad über dem Horizont. Quelle: Stellarium
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Königs Wusterhausen

Im April werden die Tage wieder deutlich länger. Wer den Sternenhimmel beobachten will, wird am Anfang des Monats bis zur völligen Dunkelheit aufgrund der Sommerzeit bis 21.30 Uhr warten müssen, am Monatsende sogar bis 22.30 Uhr.

Es ist die Zeit der Frühlingssternbilder, welche jetzt nach Einbruch der Dunkelheit am besten zu sehen sind. Am Westhimmel sind noch die Reste der Wintersternbilder sichtbar und am Osthimmel kündigt sich mit der hellen Wega der Sommer an. Das sogenannte „Frühlingsdreieck“ aus dem Sternen Regulus (Sternbild Löwe), Spika (Jungfrau) und Arktur (Bootes) hilft uns bei der Orientierung.

Gegen Mitternacht wird dieses durch den Planeten Jupiter ergänzt, welcher im Sternbild Waage sein ruhiges Licht in Richtung Erde schickt. Mit einem Fernrohr sind die vier größten Monde des Riesenplaneten zu sehen, die Galileo Galilei 1610 erstmals in seinem Teleskop bemerkte. Für eine Umrundung des Planeten benötigen sie von 1,76 Tagen (42 Stunden und 14,5 Minuten innerer Mond Io) bis 16,69 Tagen (16 Tage und 16,5 Stunden äußerer Mond Kallisto). Damit ist die Veränderung ihrer Lage zum Teil innerhalb eines Abends beobachtbar.

Im Allgemeinen wird die Entdeckung der vier Monde (Io, Europa, Ganymed und Kallisto) Galilei zugeschrieben. Weniger bekannt ist, dass der bayerische Astronom Simon Mayr (1573 bis 1624) nahezu zeitgleich diese Monde mit seinem Fernrohr entdeckte. Nach dem damals relativ neuen Gregorianischen Kalender entdeckte er die Monde genau einen Abend nach Galilei am 8. Januar 1610. Irritationen entstanden, da Simon Mayr seine Entdeckung mit den 29. Dezember 1609 datierte. Diese Datumsangabe wurde jedoch nach dem in Bayern noch gültigen (alten) Julianischen Kalender getätigt.

Von Papst Gregor XIII wurde mit einem Erlass in den katholischen Gebieten ab 1582 der neue Kalender derart eingeführt, dass auf den 4. Oktober 1582 sofort der 15. Oktober 1582 folgte. Somit wurde sichergestellt, dass das Osterfest wieder im Frühjahr stattfand und nicht schon Anfang März. Mit Einführung der Gültigkeit des Gregorianischen Kalenders in China 1949 ist dieser die Grundlage der weltweiten Kalendernutzung bis heute.

Von den mit bloßem Auge sichtbaren Planeten wird Venus am westlichen Abendhimmel immer auffälliger. Sie strahlt als „Abendstern“ kurz nach Sonnenuntergang bis ca. 22 Uhr im Westen als hellstes Objekt. Mars und Saturn sind in der zweiten Nachthälfte zu sehen. Die Untergangszeiten beider Planeten liegen in den Vormittagsstunden, so dass sie sich mit Einbruch der Helligkeit der Sichtbarkeit entziehen. Merkurs Abendsichtbarkeit ist vorbei, er wird erst wieder Ende August am Morgenhimmel zu erspähen sein.

Seit dem zweiten Bluemoon in diesem Jahr am 31. März nimmt der Mond zunächst ab. Bis zum Neumond am 16. April ist er in der zweiten Nachthälfte am dunklen Himmel sichtbar. Ab 18. April ist der Mond wieder als zunehmende schmale Sichel am Abendhimmel zu sehen. Am 30. April (2.58 Uhr) wird er zum Vollmond.

Autor Uwe Schierhorn ist Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen und Mitglied der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz e.V.

Quellen: Daten aus www.calsky.com und www.heavens-above.com Abbildungen: erstellt durch den Autor (unter anderem mit Stellarium 0.14.1).

Von Uwe Schierhorn

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