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Brandenburg Frustrierte Pendler legen Ministeriums-Mailfach lahm
Brandenburg Frustrierte Pendler legen Ministeriums-Mailfach lahm
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16:54 28.02.2018
Der RE 1 von Magdeburg über Berlin am Bahnhof in Frankfurt (Oder) ist oft notorisch überfüllt. Quelle: dpa
Potsdam

Der Aufruf trug ungeahnte Früchte: Brandenburger Bahnkunden sollten ihre Meinung zum Entwurf des Landesnahverkehrsplans kundtun. Dafür richtete das Haus von Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) eigens ein Postfach ein. Doch unter der Flut von Emails musste das Postfach am Wochenende kapitulieren. Wer eine Anregung per Mail an Schneiders Haus schicken wollte, erhielt den Hinweis, dass das Postfach überfüllt sei.

„Offenkundig hat sich niemand im Ministerium vorstellen können, dass die Pendlerinnen und Pendler sich so zahlreich äußern“, teilte der Bahnkundenverband Pro Bahn mit.

Im Ministerium zog man deswegen am Montag die Reißleine und verlängerte die Möglichkeit zur Beteiligung am Nahverkehrsplan bis Freitag, 8. Dezember. Schuld waren laut Ministeriumssprecher Steffen Streu rund 20 Mails mit großen Anhängen, die am Wochenende im Ministerium eingingen. Da am Wochenende kein Mitarbeiter das Fach geleert habe, sei das Fach bald vollgelaufen. „Wichtig ist: Alle Stellungnahmen, die uns noch bis Ende der Woche erreichen, werden ausgewertet“, so Streu.

Bei den Mails handelte es sich um eingescannte Unterschriftenlisten von Anwohnern, die um ihren Bahn-Halt fürchten. Offenbar ist der Frust der Pendler in Brandenburg angesichts überfüllter Züge groß. So sammelten die Wustermarker (Havelland) binnen einer Woche fast 2000 Unterschriften. Sie sind der Grund für das volle Postfach von Ministerin Schneider. Denn der neue Nahverkehrsplan sieht vor, dass die Regionalbahnlinien 21 und 13 zusammengelegt werden, um eine neue Verbindung von Potsdam via Elstal nach Berlin zu schaffen. In Elstal sollen zahlreiche neue Wohnungen entstehen, unter anderem auf dem Gelände des ehemaligen olympischen Dorfs. Die neue Linie soll nicht mehr in Wustermark halten. Allerdings konnten die Wustermarker ihren Protest nicht vollumfänglich einreichen, eben weil das Postfach unter der Last der Unterschriftenlisten zusammenbrach.

Von Torsten Gellner

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