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Brandenburg Führerschein: Fast jeder 2. Märker fällt durch
Brandenburg Führerschein: Fast jeder 2. Märker fällt durch
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08:16 11.07.2017
Quelle: Peter Geisler,
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Potsdam

Viele Fahrschüler in Brandenburg sind beim Theorieteil überfordert – 41,5 Prozent aller Prüflinge fielen laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) 2016 durch den Test. Ein Plus von 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die praktische Prüfung schafften 70 Prozent. „Das Ergebnis ist blamabel“, sagt Ralf Witte von der gleichnamigen Fahrschule in Eberswalde (Barnim). Die hohe Quote sei neben einer teilweisen Lustlosigkeit der Schüler auch dem Stoff geschuldet, so Witte. „Die Fülle der Fragen ist in der kurzen Zeit nicht zu schaffen“, berichtet er. Ein weiterer Grund, warum viele die Theorieprüfung nicht bestehen, sei die mangelnde Einstellung, so der Fahrlehrer. „Die wird künftig auch nicht besser, eher schlechter“.

Dem widerspricht der Vorsitzende des brandenburgischen Fahrlehrerverbands Marco Dammmüller. „Die Fragen sind in den letzten Jahren definitiv schwerer geworden“, sagt er. Gerade durch die Einführung der Videofilme in die Theorieprüfung vor knapp drei Jahren sei das Schwierigkeitslevel gestiegen. Darüber hinaus wurde der Fragenkatalog im letzten Quartal aktualisiert und erweitert, berichtet Dammmüller. Ganz von der Hand weisen möchte er das Argument beschränkter Lernbereitschaft bei Fahrschülern aber nicht. „Wir haben in den Fahrschulen ein Überwachungssystem“, berichtet er. „Bei diesen Inspizierungen werden die Fahrlehrer und die Qualität des Unterrichts unter die Lupe genommen.“ Deshalb schließt er aus, dass die schlechte Quote an den Fahrlehrern festgemacht werden kann.

Aber auch die Lehrer selbst können die Prüfungsbogen der Schüler einsehen und ihnen gegebenenfalls weiterhelfen. Wie in der Fahrschule Wolf in Frankfurt (Oder). „Wir haben eine Bestehensquote von 86 Prozent“, sagt Susann Wolf. Sie kann die hohe Durchfallerquote nicht nachvollziehen. Jedoch kann sie sich aufgrund ihrer kleinen Fahrschule auch intensiv um die Schüler kümmern – 50 Prüflinge gehen bei ihr im Jahr zur Prüfung.

In Marco Dammmüllers Fahrschule in Jüterbog (Teltow-Fläming) gehen dagegen mehr als doppelt so viele Fahrschüler zur Prüfung. „Aber nur wenn sie drei Bögen hintereinander bestanden haben, nicht weniger“, sagt der Vorsitzende des Fahrlehrerverbands.

Diese Politik verfolgt auch Ralf Witte in seiner Fahrschule. „Drei Bögen mit weniger als vier Fehlern – eher nicht“, sagt er. Sein Konzept scheint aufzugehen: Seinen Angaben zufolge habe er in seiner Fahrschule eine Bestehensquote von etwa 75 Prozent. Dennoch müsse er seine Schüler zum Lernen drängen, berichtet er.

2016 wurden in Brandenburg 38 578 Theorieprüfungen abgelegt. Mit ihrer Durchfallquote von 41,5 Prozent liegt die Mark über dem Bundesdurchschnitt von 34,8 Prozent. Nur Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sind mit 43 Prozent noch schlechter. Das Kraftfahrtbundesamt führt die gestiegene Quote auf einen leichten Zugang bei den Fahrerlaubnisprüfungen zurück. Im Bundesgebiet legten im vergangenen Jahr 3,5 Prozent mehr Schüler ihre Theorieprüfung ab. Am besten schnitten Schüler in Hessen (29,3 Prozent) und Schleswig-Holstein (29,6 Prozent) ab.

Der ADAC Berlin-Brandenburg wollte keine Gründe nennen, warum so viele Schüler an der Theorieprüfung scheitern. „Das wäre Spekulation“, sagte Pressesprecherin Sandra Hass.

Von Lisa Neumann

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