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Brandenburg Im August soll Einzug sein
Brandenburg Im August soll Einzug sein
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12:24 29.01.2015
Der Bau geht in die letzte Phase: Bis zu 50 Gewerke waren bislang beteiligt. Durch den milden Winter kommen auch die Außenarbeiten am neuen Ministerium gut voran. Quelle: Julian Stähle
Potsdam

Jörg Vogelsänger wird die Dienstbesprechung auf seiner Dachterrasse abhalten können. Für märkische Verhältnisse ist das Luxus. Sollte der neue Ministeriumskomplex an der Hoffbauerstraße in Potsdam wie geplant bezogen werden, kann der SPD-Minister noch die Sommersonne genießen. Zwei komplette Ressorts mit 460 Mitarbeitern ziehen dann dort ein: Vogelsänger mit den Bereichen Agrar- und Umwelt sowie das Ressort für Arbeit, Gesundheit, Familie und Frauen mit Ministerin Diana Golze (Linke). Golze muss aber auf die Terrasse verzichten. Die frei werdenden Gebäude in der Heinrich-Mann-Allee 103 sollen unter anderem durch das neue Landesschulamt und das Forstamt nachgenutzt werden.

Land zahlt 30 Jahre lang Miete
„Wir sind genau im Zeitplan“, sagte Finanzminister Christian Görke (Linke) am Mittwoch bei einer Baustellenvisite. Seit September 2013 wird an dem Doppelministerium gebaut – in sogenannter öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP). Vereinbarte Gesamtkosten: 79,3 Millionen Euro. Die Strabag Real Estate GmbH finanziert, baut und betreibt das Gebäude. Das Land zahlt 30 Jahre lang Miete – anfangs monatlich 200.000 Euro – und wird erst danach Besitzer. Das Modell ist umstritten, Kritiker zweifeln am Nutzen und fordern, dass grundsätzlich die öffentliche Hand zum Bauherrn werden soll. Die rot-rote Koalition hat sich deshalb von ÖPP-Modellen verabschiedet. „Bei der jetzigen Zinsentwicklung ist es besser, selbst zu bauen, aber ich bin kein Fundamentalist“, sagte Finanzminister Görke.

Sorgen plagen ihn wegen des Landtagsschlosses. Auch hier gibt es mit der BAM Deutschland einen privaten Partner. Allerdings sind die Kosten von 120 Millionen Euro durch Nachforderungen des Landtags deutlich überschritten worden. Nun gibt es Streit, wer dafür aufkommt. Land und BAM haben einen Schlichter eingeschaltet. Die Entscheidung ist offen.

Standorte der Landesministerien in Potsdam Quelle: Detlev Scheerbarth

Norbert John ist überzeugt, dass das im Fall des neuen Doppel-Ministeriums nicht passieren kann. „Wir haben gut verhandelt und auf die Details geachtet“, so der Technische Geschäftsführer des Landesbetriebs für Liegenschaften und Bauen.

15 Bürotrakte verteilen sich auf 10.000 Quadratmetern Nutzfläche und sind durch Treppenhäuser einzeln erreichbar. Der Vorteil: Falls der Ressortzuschnitt geändert wird, kann die Zahl der Büros flexibel angepasst werden. Nur bei der Größe gibt es keine Kompromisse. 18 Quadratmeter misst ein Mitarbeiterbüro, das auch zu zweit besetzt wird. Der Minister kann sich auf der doppelten Fläche ausbreiten. Ansonsten ein schnörkeloser Zweckbau mit weißen Wänden und graubraunen Teppichböden. Laut John ist es gelungen, 60 Prozent der Bau und Planungsleistungen an Brandenburger Firmen zu vergeben.

Photovoltaik auf dem Dach
„Maßstäbe setzen wir auch bei der Umwelttechnik“, so Till Ackers, Projektleiter der Ed. Züblin AG, die für die Strabag Bauleistungen erbringt. Auf dem Dach befindet sich eine 1000 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage, überschüssiger Strom soll ins öffentliche Netz gehen. Das Haus wird über Fernwärme und Kapillardecken beheizt, eine spezielle Lüftung gewinnt Wärme zurück.

Noch wirkt der graue Neubau mit seinen üppigen Glasfronten fremd zwischen den restaurierten historischen Gebäuden des Innen- und des Verkehrsministeriums, die bereits seit Jahren an der Tresckow-, Ecke Hoffbauerstraße untergebracht sind. Die Landesregierung soll künftig nur noch an zwei Standorten konzentriert werden. Der andere ist die Heinrich-Mann-Allee 107, wo auch die Staatskanzlei sitzt.

Von Volkmar Krause

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