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Für Brandenburger hat die EU eine Zukunft

Forsa-Umfrage Für Brandenburger hat die EU eine Zukunft

Soll es auch in Deutschland eine Volksabstimmung über den Verbleib des Landes in der Europäischen Union geben? Die meisten Märker sind laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der MAZ dagegen. Allgemein sehen die Märker mehrheitlich nicht schwarz. Mal abgesehen von der AfD.

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Quelle: dpa

Potsdam. Brandenburgs Europaabgeordnete sehen eine neue Rolle für die EU angesichts der unberechenbaren Haltung der neuen US-Regierung. „Die Verabschiedung des Freihandelsabkommens Ceta mit Kanada in dieser Woche war ein hoch symbolischer Akt – ohne

Der märkische Abgeordnete verweist auch auf die Rolle Europas als Schutzort für Intellektuelle. Auf die Ankündigung des neuen US-Präsidenten, er werde die öffentliche Förderung der Geisteswissenschaften kappen, habe der EU-Forschungskommissar mit Rückendeckung des Parlaments europäische Fördermittel für US-Unis für Kooperationsprojekte mit europäischen Hochschulen in Aussicht gestellt. Dies sei ein Signal gegen „intellektuellen Selbstmord“.

„Das Thema Verteidigung gewinnt an Bedeutung, wir werden mehr Geld dafür brauchen“, sagt die EU-Parlamentarierin Susanne Melior (SPD) angesichts Donald Trumps, die US-Militärpräsenz in Europa auf den Prüfstand zu stellen. Gleichzeitig warnt Melior: „Es wäre bedauerlich, wenn Außen-, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik der kleinste gemeinsame Nenner für die EU wären – die Union hat viel mehr zu bieten“, seien es zollfreier Handel oder das Studenten-Austauschprogramm Erasmus. Die SPD-Parlamentarierin sieht in der Trump-Krise eine Chance: „Trump schweißt den Laden zusammen“.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im EU-Parlament, Ska Keller, sagte, die EU müsse „ein Gegenmodell zur Politik Trumps“ sein. In wenigen Wochen habe er der Welt verdeutlicht, „wie schnell liberale Demokratie stirbt – per Regierungsdekret“.

Nur die AfD sieht schwarz

In der jüngsten Forsa-Umfrage im Auftrag der MAZ äußerten 67 Prozent der befragten Brandenburger, die EU habe trotz des Austritts Großbritanniens Zukunft (64 Prozent). Rund ein Viertel meint, die EU werde auseinanderbrechen.

Besonders optimistisch sind junge Menschen – 91 Prozent der Befragten im Alter von 18 bis zu 29 Jahren glauben an ein Zusammenhalten der Union. Nur AfD-Wähler sehen mehrheitlich schwarz für die EU. 46 Prozent der Befragten rechnen damit, dass weitere Staaten das Bündnis verlassen.

Fast zwei Drittel der rund 1000 Befragten sind gegen einen Volksentscheid über den Verbleib Deutschlands in der EU – allein die AfD-Anhänger sprechen sich mehrheitlich dafür aus. Dass Deutschland durch die EU-Mitgliedschaft mehr Vor- als Nachteile hat, finden 54 Prozent, insbesondere junge Leute. Grünen-Wähler sehen die EU-Bilanz am positivsten.

MAZ Talk – Welches Europa wollen wir?

Eurokrise , Donald Trump, Brexit: Europa steht in den nächsten Jahren vor großen Her­ausforderungen. MAZ und Auswärtiges Amt laden deshalb zu einer Diskussion am 27. Fe­bruar ins Potsdamer Filmmuseum ein.

Martin Kotthaus, Leiter der Europaabteilung im Auswärtigen Amt, diskutiert ab 18.30 Uhr mit MAZ-Chefredakteur Thoralf Cleven und Marina Kormbaki vom RedaktionsNetzwerk Deutschland, vor allem aber mit den Gästen. Der Eintritt ist frei.

Anmeldung: www.MAZ-online.de/MAZTalk

Von Ulrich Wangemann

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