Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Fürs nächste Schuljahr fehlen 509 Lehrer

Lehrerbesoldung in Brandenburg Fürs nächste Schuljahr fehlen 509 Lehrer

Leere im Lehrerzimmer: Wenige Monate vor Beginn des neuen Schuljahres ist noch fast die Hälfte der benötigten Pädagogenstellen unbesetzt. Umso mehr begrüßt die Lehrergewerkschaft GEW das Signal der rot-roten Landesregierung, junge Lehrer mit mehr Geld zum Schuldienst nach Brandenburg zu locken. Doch nicht alle werden profitieren.

Voriger Artikel
16 Programmkinos in Brandenburg ausgezeichnet
Nächster Artikel
Brandenburgs Polizei will Drohne kaufen

Vor allem an Grundschulen werden Lehrer gesucht.

Quelle: Foto: dpa

Potsdam. In wenigen Monaten startet das neue Schuljahr, doch noch ist die Hälfte der Lehrerstellen unbesetzt. Zum Schuljahr 2017/2018 will das Land 1150 neue Lehrkräfte einstellen, für 509 davon fehlen noch die Bewerber. 641 sind bereits eingestellt, teilte das Bildungsministerium am Dienstag auf Anfrage mit. Gesucht werden insbesondere Lehrkräfte für Grundschulen und Sonderpädagogen sowie Oberschullehrer.

Bei der Brandenburger Lehrergewerkschaft GEW wertete man den Vorschlag der rot-roten Regierungskoalition positiv, Fachkräfte der Sekundarstufe I mit besserer Bezahlung zum Schuldienst in die Mark zu locken. „Die Landesregierung fängt an, sich zu bewegen, wir sind heute einen bedeutenden Schritt vorangekommen“, sagte GEW-Landeschef Günther Fuchs nach den Gesprächen mit Vertretern der Regierung und Fraktionen am Dienstag.

Grundschullehrer gehen leer aus

Demnach könnte bereits zu Beginn des neuen Schuljahres die Besoldungsanpassung von Stufe A12 auf A 13 angehoben werden. Profitieren würden davon alle Pädagogen mit der Lehrbefähigung für Sekundarstufe 1 der Gymnasien, Gesamt- und Oberschulen sowie Teilen der Grundschulen. Nach einer ersten Einschätzung kann die Erhöhung der Besoldungsstufe und die zusätzliche Besoldungserhöhung aller Beamten von jährlich 0,5 Prozent in den kommenden vier Jahren ein monatliches Gehaltsplus von etwa 400 bis 600 Euro ausmachen. Eine höhere Eingruppierung würde für den Landeshaushalt nach Schätzungen der GEW 30 Millionen Euro ausmachen. Der Gesetzentwurf soll am Donnerstag im Finanzausschuss des Landtags beraten werden.

GEW hält Seiteneinsteiger für unverzichtbar

Trotz der angekündigten Zugeständnisse von Rot-Rot geht der Lehrergewerkschaft das Angebot nicht weit genug. „Wir fordern, dass die Besoldungsstufe A13 in Zukunft für alle Schulformen und somit auch für alle Grundschulen gilt“, sagte Fuchs. Eine Besoldungserhöhung sei längst überfällig, weil die Bundesländer in einen harten Konkurrenzkampf um die jungen Lehrer getreten sind. Vor allem im ländlichen Raum sei es schwer, Fachkräfte zu gewinnen. Nach Angaben der GEW werden von den jetzt 19 000 märkischen Pädagogen bis zum Jahr 2024 rund 10 000 Lehrer in den Ruhestand gehen. Es werde jedoch einige Jahre dauern, bis die heutigen Lehramtsabsolventen im System ankommen.

„Weil der Arbeitsmarkt in Brandenburg wie leer gefegt ist, sind Seiten- und Quereinsteiger unverzichtbar“, betonte Fuchs. Zurzeit gebe es rund 1400 Seiteneinsteiger ohne klassische Pädagogenausbildung im Land Brandenburg. Sie müssten notwendige Weiterbildungsangebote erhalten, forderte die GEW.

Von Diana Bade

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Worüber machen Sie sich am meisten Sorgen?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg