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GEW fordert mehr Geld für Grundschullehrer

Bildung in Brandenburg GEW fordert mehr Geld für Grundschullehrer

Zweiklassen-Gesellschaft im Klassenzimmer? Die Lehrergewerkschaft GEW findet es ungerecht, dass Lehrer an Brandenburgs Grundschulen schlechter bezahlt werden als etwa an Gymnasien. Sie fordert die rot-rote Landesregierung auf, Grundschullehrern die höchste Gehaltstufe zu zahlen.

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Ein Plakat der GEW: Die Gewerkschaft startet eine Kampagne für Grundschullehrkräfte: Sie sollen besser bezahlt werden.

Quelle: foto: gew

Potsdam. Ein Lehrer am Gymnasium oder an der Oberschule verdient im Monat 600 bis 800 Euro mehr als ein Kollege an der Grundschule – obwohl die Ausbildung genauso lange dauert. Der eklatante Lehrermangel an Brandenburgs Grundschulen ist für Experten eine Folge der unterschiedlichen Bezahlung. Das findet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zutiefst ungerecht und fordert daher die rot-rote Landesregierung auf, auch Grundschullehrern die höchste Gehaltstufe (A 13) zu zahlen.

„Die Kollegen an den Grundschulen fühlen sich diskriminiert“, sagt GEW-Landeschef Günther Fuchs. Es gebe bereits einige Lehrkräfte, die sich aus finanziellen Gründen bewusst gegen das Grundschullehramt entscheiden. Lehrer, die sich bereits im Dienst befinden, seien ebenfalls verärgert. „Ihre Motivation ist am Boden“, so Fuchs. Zumal Lehramtsanwärter der Grundschulen in Brandenburg laut Fuchs eine gleich lange universitäre Ausbildung durchlaufen wie etwa Gymnasiallehrer.

„Die Situation wird sich nicht entspannen“

Eine Besoldungserhöhung sei notwendig, weil das Land massiv gegen den Lehrermangel ansteuern müsse, der sich besonders stark im Grundschulbereich abzeichnet. Hinzu kommt, dass die Bundesländern in einen harten Konkurrenzkampf um die jungen Lehrer getreten sind. Das Nachbarland Berlin etwa will den Grundschullehrern bereits die höhere Besoldungsstufe A 13 zahlen.

Die Politik habe laut Fuchs die Pensionierungswelle und die steigendenden Schülerzahlen „verschlafen“. Nach Angaben der GEW werden von den jetzt rund 19 000 märkischen Pädagogen bis zum Jahr 2024 zwei Drittel in den Ruhestand gehen. „Die Situation wird sich nicht entspannen, weil das Land zu wenig Lehrkräfte ausgebildet hat“, so Fuchs. Bis neu ausgebildete Lehramtsabsolventen im System ankommen, dauere es neun Jahre, was schon jetzt dazu führt, dass an märkischen Schulen mehr ungelernte Lehrer denn je unterrichten.

„Wir stellen inzwischen auch den Bäcker und den Maler ein“

„Noch nie gab es in Brandenburg so viele Seiteneinsteiger wie in diesem Schuljahr“, beklagte der GEW-Chef. Zwar würde man angesichts des Fachkräftemangels ohne Quereinsteiger nicht auskommen, doch seien in diesem Schuljahr zu viele eingestellt worden, die das Grundschullehramt nicht studiert haben.

Problematisch sei, dass immer wieder im Unterrichtsalltag zu beobachten sei, dass Seiteneinsteiger Unterstützung von erfahreneren Kollegen benötigen. Auch gebe es neue pädagogische Herausforderungen durch die Flüchtlings- und Inklusionskinder in den Klassenzimmern. Seiteneinsteiger mit Masterabschluss erhielten heute teilweise mehr Gehalt als altgediente Pädagogen, kritisierte Fuchs. Und für Lehrer, die Anfang der 1990er Jahre angefangen haben, würden wieder andere Regeln gelten.

Bildungsministerium gibt positive Signale

Proftieren würden von einer höheren Besoldung 3000 der derzeit 4000 Grundschullehrer im Land Brandenburg. Schätzungen der GEW zufolge würde eine Anhebung der Besoldungsstufe jährlich 24 Millionen Euro im Landeshaushalt ausmachen. Das Bildungsministerium wollte die Zahlen zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigen noch dementieren, zeigte sich aber offen für die Vorstöße der Gewerkschaft. „Das Bildungsministerium steht einer Besoldungsanhebung auch für Grundschullehrkräfte positiv gegenüber“, teilte Brandenburgs Bildungsminister Günther Baaske (SPD) am Montag mit. Dies werde im parlamentarischen Raum zu diskutieren sein.

Offen für die Höherbesoldung zeigte sich Marie-Luise von Halem, Bildungsexpertin der Grünen: „Aus der Wissenschaft wird immer deutlicher, wie hoch der Stellenwert der ersten Schuljahre für die Bildungsbiografie eines Kindes ist. Wir müssen deshalb Grundschullehrer genauso gut ausbilden und dann auch genauso gut bezahlen wie die Lehrkräfte in der Sekundarstufe.“

Von Diana Bade

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