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Brandenburg Gartenbau floriert trotz Nachwuchssorgen
Brandenburg Gartenbau floriert trotz Nachwuchssorgen
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18:42 10.02.2016
Quelle: dpa
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Potsdam

Die Auftragsbücher sind voll, über mangelnde Arbeit kann sich Jens Biewendt also nicht beklagen. Dafür muss sich der Chef des Landschaftsgartenbau-Betriebs „Potsdamer Gärten“ aus Werder/Havel (Potsdam-Mittelmark) immer mehr einfallen lassen, um begeisterungsfähigen Nachwuchs für sich zu gewinnen. Für den Landschaftsgärtnermeister ist es keine Frage: „Wir müssen uns mit Herzblut um die Ausbildung kümmern.“

Seinen nächsten Einsatz hat Biewendt auf der Messe „Gartenträume“ vom 12. bis 14. Februar in der Station Berlin am Gleisdreck. Die Leistungsschau von 112 regionalen und internationalen Ausstellern soll nicht nur neue Kunden ziehen, sondern auch junge Leute auf der Suche nach einem Ausbildungsberuf. Die Aussteller versprechen „paradiesische Modellgärten“, bewerben aktuelle Trends für Gartengestaltung und Pflanzen, Gartentechnik und Zubehör, Gartenmöbel und Dekoration.

Biewendts Lehrlinge haben eigens für die „Gartenträume“ gemeinsam mit Kollegen anderer Betriebe einen gut 200 Quadratmeter großen Mustergarten hergestellt. Auf der Schaubaustelle sollen die Azubis zeigen, was man mit dem Beruf des Garten- und Landschaftsbauers alles anfangen kann.

Die Branche ist auf Wachstumskurs. Laut Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Berlin und Brandenburg stieg der Umsatz in der Region zuletzt um etwa fünf Prozent pro Jahr. Auch die Zahl der Mitarbeiter nimmt zu. Die 95 Mitgliedsunternehmen in Brandenburg erwirtschaften 2014 einen Jahresumsatz von 250 Millionen Euro und beschäftigen 3900 Arbeitnehmer, darunter 160 Auszubildende.

Mit derzeit acht Lehrlingen sind Biewendts „Potsdamer Gärten“ einer der eifrigsten Ausbildungsbetriebe. Zur Kundschaft zählen überwiegend Eigenheimbesitzer, die sich hier Wohnumfeld durch aufwändig angelegte Wege, Schwimmteiche und Holzterrassen verschönern wollen. Ein Job in seiner Firma umfasse gut 15 Gewerke, überschlägt Biewendt – vom Erd- bis zum Mauerbau.

Der mittelmärkische Betrieb ist seit 2010 von 25 auf 40 Beschäftigte gewachsen. Doch die Branche muss eingdenk des demografischen Wandels um jede junge Arbeitskraft ringen. Noch vor drei, vier Jahren habe man im ersten Lehrjahr nur gut 500 Euro gezahlt, erinnert sich Biewendt. Heute seien es schon rund 750, im dritten Lehrjahr sogar um die 1000 Euro. Aber: Besseres Geld allein, das musste die Branche lernen, macht weder Lehrlinge noch Chefs glücklich. „Dadurch haben sich die Lehrlingszahlen in der Branche nicht erhöht“, sagt Biewendt.

Die Auszubildendenzahl stagnieren im Moment“, bestätigt der Garten- und Landschaftsbau-Fachverband. Neben der deutlich erhöhten Ausbildungsvergütungen soll die Attraktivität durch eine familienfreundliche Gestaltung der Arbeitsplätze gesteigert werden.

Jens Biewendt weiß, dass Firmen heutzutage auch etwas bieten müssen. Das fängt bei einer wertschätzenden Ansprache – „der Lehrling“ gehört für Biewendt nicht dazu – an und hört bei verantwortungsvollen Aufgaben längst nicht auf. „Die persönliche Wertschätzung ist das Entscheidende“, meint Biewendt. Lehrlinge nicht nur mitlaufen lassen, sondern ernst nehmen und nach ihrer Meinung fragen, das gehört selbstverständlich dazu. „Die jungen Leute müssen sich mit dem Laden identifizieren.“

Von Bastian Pauly

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