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Gauck eröffnet Gedenkort in Eberswalde

Erinnerung an die Pogromnacht 1938 Gauck eröffnet Gedenkort in Eberswalde

Eine Baumreihe erinnert in Eberswalde jetzt an die einstige Synagoge der brandenburgischen Stadt. 75 Jahre nach der Pogromnacht gedenkt dort auch Bundespräsident Joachim Gauck der Opfer des NS-Terrors. Ministerpräsident Dietmar Woidke hat am gleichen Abend eine Ausstellung über die Rettung von Juden in der NS-Zeit eröffnet.

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Bundespräsident Joachim Gauck und der Bürgermeister von Eberswalde Friedhelm Boginski gedenken am Samstag den Opfern der Pogromnacht 1938.

Quelle: dpa

Eberswalde. 75 Jahre nach den antisemitischen Pogromen der Nationalsozialisten hat Bundespräsident Joachim Gauck am Samstag in Eberswalde (Barnim) einen stärkeren Zusammenhalt der Gesellschaft angemahnt. Menschen dürften nicht in wertvolle und weniger wertvolle Menschen eingeteilt werden, sagte der Bundespräsident. „Wir wollen ein Land sein, das offen ist”, sagte Gauck.

Auf dem Platz der einstigen Synagoge in Eberswalde wurde der Gedenkort „Wachsen mit Erinnerung” übergeben. Auf dem Grundriss des Gotteshauses stehen hinter einer Mauer Bäume, die das Gebäude markieren. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 hatten die Nationalsozialisten Synagogen angezündet, jüdische Geschäfte und Einrichtungen zerstört. Juden wurden ermordet und vertrieben.

Der Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, erinnerte daran, dass Rechtspopulisten in Europa wachsenden Zulauf hätten. „Es ist kalt geworden in unserer Gesellschaft”, sagte er. Kramer rief die Politiker auf, in ihrem Handeln nicht nachzulassen. „Gebraucht wird ein Asylgesetz, dass seinen Namen verdient”, sagte er als Beispiel. 

Gauck betonte, die Zukunft könne nur gemeinsam gestaltet werden. Das sei besonders wichtig, wenn es darum gehe, sich jenen entgegenzustellen, die Werte und Verfassung in Frage stellten.  Anschließend wurde in Eberswalde die Ausstellung „Modernes Jüdisches Leben” im Paul-Wunderlich-Haus eröffnet. 

Bundespräsident Joachim Gauck vor Stolpersteinen im Pflaster am Marktplatz in Eberswalde.

Quelle: dpa

Im Beisein von Gauck hat Ministerpräsident Dietmar Woidke am Samstagabend in Frankfurt (Oder) eine Ausstellung über die Rettung von Juden in der NS-Zeit eröffnet. Die Exposition der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem zeigt, wie Juden von muslimischen Albanern gerettet wurden. „Diese Menschen haben mitmenschlich gehandelt und sich nicht von einer Ideologie blenden lassen", sagte Woidke am Samstag.

Für den Ministerpräsidenten markiert der 9. November 1938 den Wendepunkt von der Diskriminierung zur organisierten und systematischen Verfolgung jüdischer Bürger in Deutschland, „die im größten und schlimmsten Völkermord in der Geschichte der Menschheit gipfelte“. Die Erinnerung daran sei nach wie vor wichtig für das demokratische Zusammenleben in Gegenwart und Zukunft in Europa, betonte Woidke.

Der Pogromnacht wird in Brandenburg unter anderem auch in Potsdam, Schwedt, Prenzlau und Brandenburg an der Havel gedacht. In Cottbus wird der Gedenktag erst am Sonntag begangen.

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 hatten die Nazis Hunderte Synagogen in Deutschland in Brand gesetzt sowie jüdische Geschäfte und Friedhöfe zerstört. Viele Juden wurden verschleppt und ermordet. Die Pogromnacht gilt als Auftakt zur systematischen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung.

MAZonline

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