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Gauck wird Pate von Wittstocker Jungen

Der „Onkel" ist Bundespräsident Gauck wird Pate von Wittstocker Jungen

Premiere in Wittstock: Joachim Gauck hat die Patenschaft für einen kleinen Wittstocker Jungen übernommen. Krystof William Jacobi ist das siebte Kind der Familie. Vom Bundespräsidenten gab eine kleine finanzielle Aufmerksamkeit und von der Stadt jede Menge Süßigkeiten.

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Großfamilie Jacobi in Wittstock. Alle sieben Kinder sind dabei. Mutter Patrycja (r.) und Vater Hein-Werner erhalten die Urkunde von Dorothea Stüben (M.).

Quelle: KÖHN

WITTSTOCK. So etwas gab es in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) noch nie: Als erster Bewohner der Stadt erhielt Krystof William Jacobi die Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck. Am Dienstag erhielt die Familie des kleinen Jungen die Urkunde darüber. Krystof war am 3. Oktober vergangenen Jahres als siebtes Kind von Patrycja und Hein-Werner Jacobi geboren worden. Außerdem gab es ein Patengeschenk aus dem Bundespräsidialamt in Höhe von 500 Euro, und die Stadt spendierte den Geschwistern Süßigkeiten und dem jüngsten Familienmitglied einen kleinen Plüschhund.

Die Eltern von Karolina (12), Kevin (8), Katharina (7), Krystyna (6), Kornelia (4), Xenia (2) und dem kleinen Krystof haben sich im polnischen Stettin kennengelernt, wo der 48-jährige Vater einige Jahre arbeitete. „Wir waren beide Einzelkinder“, erzählt er. „Ich habe mir immer Geschwister gewünscht.“ Seiner Ehefrau Patrycja (33) ging es ebenso. Deswegen wollten sie mindestens zwei, besser aber drei Kinder. Dann überlegten sie sich, dass bei drei Kindern immer eines außen vor bleibt – also vier. „Und danach war's dann auch egal. Das ist alles nur eine Frage der Organisation.“

Seit vier Jahren wohnt die Familie in Wittstock. Heinz-Werner Jacobi ist über die Bundeswehr in die Region gekommen, und obwohl er nach Schließung des Standortes nach Berlin versetzt wurde, blieben die Jacobis in Wittstock. „Hier ist alles zu Fuß erreichbar“, lobt Jacobi die Vorzüge der Kleinstadt. Und mit dem Zug ist er in anderthalb Stunden an seinem Arbeitsplatz in Tegel.

So große Familien gibt es heutzutage nur noch selten. „Man bekommt schnell einen Stempel aufgedrückt“, sagt Patrycja Jacobi. Aber sie versichert: „Wir sind eine ganz normale Familie.“ Die Vorteile für die Kinder: Immer ist jemand zum Reden und zum Spielen da, es gibt eine enge Verbindung der Kinder untereinander, und sie gucken sich viel von einander ab. Während die Eltern so von ihrem Alltag erzählen, zählt die sechsjährige Krystyna, die in wenigen Wochen in die Schule kommt, erst einmal die Gummibärchen durch, die vor ihr auf dem Tisch liegen. Es sind genau 52.

Ganz wunschlos ist die große Familie nicht. Der Vater, der jeden Tag mit der Bahn zur Arbeit fährt, bedauert, dass immer mehr Nebenstrecken stillgelegt werden. Diese Gefahr besteht in Wittstock zwar nicht. „Aber wenn unser Staat so viel Wert auf Ökologie legt, dann sollte er den öffentlichen Personennahverkehr nicht ausdünnen.“ In Bezug auf die Stadt wünscht sich die Mutter saubere Spielplätze für die Kinder. Und vielleicht finden sie ja auch ein Haus mit Garten zur Miete.

Von der Patenschaft des Bundespräsidenten hat die Familie keine Vorteile zu erwarten. „Es gibt Leute, die denken, wir bekommen ein Riesen-Geldgeschenk von 2000 Euro oder mehr“, sagt der Vater. Von den 500 Euro möchten die Jacobis auch etwas weitergeben. „Wir wollen dem Eltern-Kind-Zentrum einen großen Korb mit frischem Obst und Süßigkeiten für die Kinder schenken. Und dann haben wir auf dem Friedhof gesehen, dass es einige Kindergräber gibt. Diesen Kindern, die nicht so viel Glück hatten wie unsere, wollen wir eine Blume aufs Grab legen“, sagt der Vater.

Von Uta Köhn

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