Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Gauland demonstriert für Frauenrechte

AfD-Demo in Potsdam Gauland demonstriert für Frauenrechte

Die AfD sieht die Rechte der Frauen in Gefahr. Brandenburgs AfD-Chef Alexander Gauland fürchtet, dass sich so etwas durch den ungebremsten Zustrom von Asylbewerbern jederzeit wiederholen könnte. Frauenverbände werfen ihm Zynismus und Heuchelei vor.

Voriger Artikel
Dank „Bürokratiemonster“ schneller zum Arzt
Nächster Artikel
Kerstin Kaiser verlässt die politische Bühne

AfD-Landes- und Fraktionschef Alexander Gauland

Quelle: Detlev Scheerbarth

Potsdam. Demo-Stadt Potsdam: Nachdem sich am Mittwochabend ein Aktionsbündnis („Potsdam bekennt Farbe“) und eine Pegida-Ableger gegenüber standen, rufen die AfD und der Frauenpolitische Rat, ein Dachverband von 22 Frauenvereinen, am Freitagabend zum Protest vor dem Landtag auf. Die AfD nimmt die Ereignisse von Köln zum Anlass, für den Erhalt der Frauenrechte zu protestieren. In der Silvesternacht war es in der Domstadt zu massenhaften sexuellen Übergriffen auf Frauen gekommen. Die Tatverdächtigen sind fast ausschließlich Migranten.

„Wenn Frauen auf öffentlichen Plätzen so behandelt werden, sind ihre Rechte in Gefahr“, sagte AfD-Landeschef Alexander Gauland am Donnerstag. Mit einer „Resolution von Potsdam“ soll darauf aufmerksam gemacht werden. Durch die „Einwanderungswelle“ nehme die Gefahr zu, dass Menschen aus „Kulturen nach Deutschland kommen, wo Frauen keine gleichberechtigte Stellung besitzen“. Gauland fürchtet, dass die Integration nicht gelingen werde und viele Zuwanderer in „Parallelgesellschaften“ der großen Städte geraten. Dort herrschten Regeln, die in Deutschland mehrheitlich abgelehnt würden.

Ulrike Häfner vom Frauenpolitischen Rat warf Gauland Zynismus und Heuchelei vor: „Die AfD instrumentalisiert die Opfer von Köln für ihre fremdenfeindliche Stimmungsmache.“ Zuwanderer aus anderen Kulturkreisen seien durchaus in der Lage, sich zu integrieren. Sie wüssten auch, dass Frauen in Deutschland gleichberechtigt seien. Es sei lächerlich, wenn ausgerechnet die AfD jetzt Frauenrechte einfordere. „Gaulands Partei steht selbst für ein archaisches Frauenbild“, sagte Häfner. Gewalt gegen Frauen sei kein „Importproblem“. Sexuelle Übergriffe gehörten längst zum Bild der deutschen Gesellschaft. Jede dritte Frau sei von Gewalt betroffen. „Das ist der eigentliche Skandal“, so Cathrin Seeger vom Netzwerk Brandenburgischer Frauenhäuser.

Im Parlament wächst die Sorge, es könnte bei den Protesten zu Ausschreitungen kommen, zumal die AfD im Anschluss 250 Anhänger zu einem Neujahrsempfang in den Landtag eingeladen hat.

 

 

Von Volkmar Krause

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Ein neues Geheimdienst-Gesetz steht an: Sollte der BND mehr Befugnisse erhalten?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg