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Brandenburg Gedenkstätte für getötete Polizisten
Brandenburg Gedenkstätte für getötete Polizisten
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19:45 07.11.2018
Polizisten und Angehörige gedenken in der neuen „Stätte der Erinnerung und Mahnung" der im Dienst zu Tode gekommenen Kollegen. Quelle: Foto: Settnik/dpa
Potsdam

Ein 60 Meter langer gewundener Weg führt zu den Gedenkstelen: In Potsdam ist am Mittwoch auf dem Gelände des Polizeipräsidiums die neue Gedenkstätte für die im Dienst getöteten Polizisten eingeweiht worden. Die „Stätte der Erinnerung und Mahnung“ soll für Angehörige und Kollegen ein zentraler Ort zum Trauern und Gedenken sein, wie die Polizei mitteilte. „Der Polizeialltag ist nicht friedlicher geworden“, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) vor den Angehörigen von vier im Dienst getöteten Beamten. Das müssten Polizisten immer häufiger erleben, so Schröter weiter.

Unter den 300 Gästen der Feier waren auch die beiden ehemaligen Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) und Alwin Ziel (SPD).

Potsdamer Polizist Martin Heinze starb 1995

 Neben einer über zwei Meter hohen Stele stehen drei kleinere – mit den Namen der vier getöteten Beamten darauf. Der Potsdamer Polizist Martin Heinze ist im August 1995 im Alter von 46 Jahren bei der Verfolgung eines flüchtenden Einbrechers von diesem erstochen worden. Sein Mörder ist zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Eine weitere Stele ist dem Beamten Steffen Meyer gewidmet, der im November 2009 in Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) mit 46 Jahren von einem Autodieb erstochen wurde. Meyer hatte den oder die Täter an seiner Garage überrascht. Der Täter wurde bis heute nicht gefunden. Einen Hauptverdächtigen mussten die Ermittler laufen lassen. Der war in dem gestohlenen Opel des Beamten nach der Tat geblitzt worden, doch entlasteten ihn DNA-Untersuchungen.

Erinnerung an die Ermordeten von Oegeln

 Die Polizisten Torsten Krautz (52) und Torsten Paul (49) schließlich, deren Namen auf der dritten Stele stehen, sind im Februar 2017 von einem flüchtenden Gewaltverbrecher an einer Kontrollstelle in Oegeln (Landkreis Oder-Spree) überfahren worden. Die beiden Männer waren sofort tot.

Der Täter, der nach Auffassung der Staatsanwaltschaft mit hoher Geschwindigkeit absichtlich auf die beiden Beamten zufuhrt, wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt – er hatte vor der Tat seine Großmutter ermordet. Der als psychisch auffällig bekannte Mann war zuvor schon einmal wegen einer Gewalttat verurteilt worden. Er hatte einen Bekannten mit einem Messer verletzt. Aufgrund einer gutachterlichen Prognose kam er aber frei. Nach der Verurteilung im Frühjahr legte der mutmaßliche Täter Revision ein.

Gedenken an Unfallopfer

 „Mit dem heutigen Tag hat unser aller Trauer einen würdigen Ort“, sagte Schröter. Gemeinsam mit Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke legte Schröter einen Kranz nieder. Unter den Anwesenden waren auch Familienangehörige und Vertreter von Ministerien, Polizei und Bundeswehr.

Die Hauptstele erinnert auch an Polizeibedienstete, die bei Unfällen im Dienst ums Leben gekommen sind. So war im November vergangenen Jahres im Potsdamer Bad am Brauhausberg eine 39 Jahre alte Polizistin im Wasser gestorben, als sie ihren Dienstsport ausübte.

Gewalt gegen Polizisten nimmt zu

 Gewaltsame Angriffe auf Polizeibeamte gibt es immer wieder. Ein junger Polizist wurde im April 2015 lebensgefährlich verletzt, als er im Rahmen seiner Streifentätigkeit in Potsdam einen 25 Jahre alten Studenten in dessen Wohnung aufsuchte. Der junge Mann hatte zuvor Todesdrohungen gegen seine Hochschule im Intranet verbreitet. Mit einem Messer ging der Student auf den Beamten los und stach ihm in den Hals. Das Landgericht Potsdam schickte den Täter in die Psychiatrie, weil es ihn für nicht zurechnungsfähig hielt.

Ein Hauptkommissar war im Jahr 2006 bei einer Verkehrskontrolle in Potsdam ebenfalls schwer verletzt worden. Ein betrunkener Autofahrer hatte an einer Polizeikontrolle absichtlich Gas gegeben. Der Beamte konnte erst drei Jahre nach der Tat wieder den Dienst aufnehmen.

1000 Angriffe im Jahr 2017

 Im Jahr 2017 hat es nach Auskunft des Polizeipräsidiums mehr als 1000 Angriffe auf Polizisten gegeben. Diese Schwelle war erstmals 2016 überschritten worden.

Die Gedenkanlage in Potsdam, die laut Polizeipräsidium rund 100000 Euro gekostet hat, ist nicht der erste Ort des Erinnerns. In der Polizeiinspektion gibt es bereits eine Tafel für Martin Heinze, in der Inspektion Fürstenwalde wird der beiden in Oegeln gestorbenen Beamten gedacht.

Einen vom Ansatz her ähnliche Anlage hat die Bundeswehr in Geltow (Potsdam-Mittelmark) im Jahr 2014 eröffnet. An dem Sitz des Einsatzführungskommandos werden in einem „Wald der Erinnerung“ die in Auslandseinsätzen ums Leben gekommenen Soldaten geehrt.

Von Ulrich Wangemann und Anna Bückmann

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