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Brandenburg Geduldsprobe für Fluggäste: Sorge vor Streiks
Brandenburg Geduldsprobe für Fluggäste: Sorge vor Streiks
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17:29 22.07.2018
Immer wieder sorgen abgesagte Flüge bei Passagieren für Ärger. Quelle: dpa
Potsdam

Urlauber und andere Fluggäste müssen sich in dieser Woche wieder auf eine harte Geduldsprobe einstellen. Die Billig-Fluggesellschaft Ryanair hat wegen Streiks des Kabinenpersonals und von Piloten mehrere hundert Flüge gestrichen. Davon könnten auch die Flughäfen in Tegel und in Schönefeld betroffen sein. In den vergangenen Wochen hatten sich vermehrt Kunden über lange Wartezeiten und schlechte Betreuung geärgert. „Fluggäste müssen sich weiter auf Ausfälle und Verspätungen gefasst machen“, sagte Oskar de Felice vom Fluggastportal Flightright der MAZ. Insbesondere der anstehende Streik werde dazu beitragen, dass es an deutschen Flughäfen weiter „lange Gesichter“ geben werde. Hinzu kämen Verspätungen durch fehlende Kapazitäten nach der Air-Berlin-Pleite.

Ryanair sagte für Mittwoch und Donnerstag jeweils 300 Flüge ab – von und nach Spanien, Belgien und Portugal. Welche Flughäfen betroffen sind, will Ryanair bisher nicht sagen. Klar ist: Auch ein Streik an einem entfernten Flughafen, kann Auswirkungen haben – da die Jets quer durch das Netz eingeplant sind.

Die betroffenen Passagiere würden informiert und ihnen Umbuchungen oder Erstattungen angeboten. Die Verbraucherzentrale Brandenburg geht davon aus, dass der Streik vor allem Urlauber treffen wird. Wer den Flug bei Ryanair selbst gebucht habe, müsse mit deutlichen Verspätungen und Zusatzkosten rechnen. Wer einen Ryanair-Flug im Rahmen einer Pauschalreise gebucht habe, sollte sich beim Veranstalter melden. Ab fünf Stunden könne pro Stunde fünf Prozent des Tagespreises zurückgefordert werden. Sollte sich durch Verspätungen die ganze Reise nicht mehr lohnen, könnte der ganze Urlaub storniert werden.

Flugausfälle: Keine Spitzenwerte in Tegel und Schönefeld

Flugausfälle und Verspätungen sorgten zuletzt immer wieder für Frust bei Fluggästen. Allerdings erreichten die Zahlen in Tegel und Schönefeld bundesweit keine Spitzenwerte. In Tegel wurden von Januar bis Mitte Juli 930 Flüge annulliert – von insgesamt 43 216 geplanten Abflügen. Das sind 2,15 Prozent und damit liegt Tegel im Vergleich zu anderen Flughäfen in Deutschland im Mittelfeld, so Flightright. In Schönefeld ist die Ausfallquote mit 0,66 Prozent sogar noch deutlich niedriger. 140 Verbindungen fielen aus bei 21 310 geplanten Abflügen. Schönefeld erreichte damit Platz zwei bei den Airports mit den wenigsten Ausfällen. Das Fluggastportal Flightright sieht als Grund für einen großen Teil der Verspätungen und Ausfälle die Nachwehen der Pleite von Air Berlin. Die Airlines würden „auf Teufel komm raus“ die alten Strecken weiter bedienen, auch wenn dafür oft die Kapazitäten fehlten. Weiterhin gab es im ersten Halbjahr 2018 Fluglotsenstreiks, die sich auf alle Airlines ausgewirkt hätten, die den französischen Luftraum überqueren mussten sowie viele Unwetter.

Derweil drängt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf die geplante Eröffnung des neuen Flughafens in Schönefeld. Er habe sich selbst bei einem Baustellenbesuch überzeugen können, wie der Arbeitsstand sei. „Und ich hoffe, dass diese Zusagen, die mir gegeben wurden, auch eingehalten werden“, sagte Scheuer am Sonntag. Der Minister hatte die BER-Baustelle Ende April inspiziert. Nun stellte er weitere Besuche in Aussicht. Scheuer wolle das Signal geben, dass alle das Interesse hätten, den Flughafen im Oktober 2020 zu eröffnen. Man müsse auch noch einmal über die Kapazitäten am neuen Flughafen sprechen.

Neue Jobs für Ex-Air-Berliner

Ein knappes Jahr nach der Insolvenz der Air Berlin haben nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ rund 85 Prozent der 8000 Beschäftigten der Fluggesellschaft wieder einen Job. Das ginge aus internen Firmenzahlen hervor. So hätten nach der Pleite der einst zweitgrößten deutschen Airline andere Anbieter wie Eurowings, Easyjet oder Ryanair ihr Angebot ausgebaut, wofür sie Personal brauchten und Ex-Air-Berliner einstellten.

Von Igor Göldner

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