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Gegen intensive Tierhaltung

„Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg“ Gegen intensive Tierhaltung

Die Gegner von Massentierhaltung und großen Strukturen in der Landwirtschaft vereinen ihre Stimme: Am Sonnabend gründet sich in Potsdam das „Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg“. Zu den gut 20 Gründungsmitgliedern gehören Umweltschutzverbände wie BUND und Nabu, ökologische Anbauverbände wie Demeter und Bioland sowie mehrere Bürgerinitiativen gegen große Hähnchen- oder auch Schweinemastbetriebe, die in Brandenburg geplant sind.

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Das neue Aktionsbündnis sagt der Massentierhaltung den Kampf an.

Quelle: dpa

Potsdam. Das Aktionsbündnis will ein „zivilgesellschaftliches Signal“ setzen, sagt Michael Wimmer, Mitgründer und Geschäftsführer der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau (FÖL) in der Region.

Angeprangert werden „Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft“, so Wimmer. Praktisch täglich wachse die Liste von Genehmigungsanträgen für Mastanlagen in Brandenburg. Wimmer fürchtet, dass gerade bei der Tierhaltung „die Bodenhaftung zur bäuerlichen Landwirtschaft verloren geht“. In Gumtow (Prignitz) sollen rund 400.000 Plätze für die Hähnchenmast aufgebaut werden. In Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) soll eine Anlage für 380.000 Hähnchen entstehen. In Haßleben (Uckermark) ist schon seit Jahren eine geplante Schweinemastanlage ein Streitfall. Das Aktionsbündnis will „deutlich machen, dass große Gruppen von Menschen eine andere Landwirtschaft haben wollen“, erklärt Axel Kruschat, Geschäftsführer des BUND-Landesverbandes. Und das bedeute: mehr Öko, mehr auf die Interessen der Verbraucher und Einwohner in der Nähe von Mastanlagen hören. Dafür würden sich Verbraucher, Umweltschützer und Landwirtschaft Betreibende zusammentun. In dieser Form gebe es bisher nichts Vergleichbares.

Etwa zehn Bürgerinitiativen oder zumindest lokale „Widerstandsnester“ gegen Mastanlagen hätten schon eine Mitarbeit im Bündnis signalisiert, sagt Sybilla Keitel von der Bürgerinitiative Kontra Industrieschwein Haßleben. Kruschat sieht das „Aktionsbündnis Agrarwende“ als „eine Art alternativer Bauernverband“. Dabei gebe es Anknüpfungspunkte zum Bauernbund Brandenburg, der die Interessen von bäuerlichen Familienbetrieben vertritt. Der Kommentar von der Bauernseite fällt aber etwas reserviert aus: „Ach, noch ein Bündnis“, sagt Reinhard Jung, Geschäftsführer vom Bauernbund. Und weiter: „Wenn nur die Hälfte von denen, die eine andere Landwirtschaft wollen, sich einen kleinen Hof kaufen und selber damit anfangen würde, wären wir in Brandenburg schon einen guten Schritt weiter.“

„Wir wollen nicht als Papiertiger enden“, kontert Wimmer von der FÖL. Es müsse darum gehen, weitere Mitstreiter zu gewinnen, „kampagnenfähig“ zu werden und in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden.

Von Ute Sommer

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