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Brandenburg Gegenfahrbahn statt Rettungsgasse
Brandenburg Gegenfahrbahn statt Rettungsgasse
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11:46 08.06.2018
Rettungsgasse nach einem Unfall auf dem nördlichen Berliner Ring.   Quelle: Archiv/Julian Stähle
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Potsdam

Nach der Behinderung von Rettungskräften bei einem schweren Unfall auf der Autobahn 24 hat die Brandenburger Unfallkommision eine Regelung bei Unfällen im Bereich von engen Baustellen empfohlen. Wenn sich der Verkehr in solchen Nadelöhren staue, sollten nach Möglichkeit die Gegenfahrbahnen gesperrt werden, damit die Rettungsfahrzeuge über diese Spuren schneller zur Unfallstelle gelangen können, sagte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums am Mittwoch. Die Entscheidung liege aber bei der Polizei.

Oft reicht der Platz nicht für eine Rettungsgasse

In der Unfallkommission sitzen unter anderem Vertreter von Polizei, Feuerwehr und Verkehrsministerium. Bei dem Unfall auf der A 24 zwischen Herzsprung und Neuruppin am vergangenen Montag mussten ein Notarzt und weitere Rettungskräfte mit ihrer Ausrüstung mehrere Kilometer zur Unfallstelle laufen. Sie waren 30 Minuten unterwegs, bevor sie zwei Schwerverletzten helfen konnten. Die Autofahrer hatten in einer Baustelle mit verengten Fahrbahnen keine Rettungsgasse in der Mitte bilden können, weil der Platz nicht ausreichte.

Die Gegenfahrbahn zu sperren, wie von der Unfallkommission vorgeschlagen, wird bei Unfällen schon jetzt bundesweit praktiziert. Der Verkehr müsste allerdings an einer günstig gelegenen Anschlussstelle abgeleitet werden, um den Rettern freie Fahrt zu ermöglichen. Das funktioniert aber nicht in jedem Fall. Der Sprecher des Polizeipräsidiums, Torsten Herbst, wies darauf hin, dass laut Straßenverkehrsordnung in Engstellen eine besondere Regel für die Bildung einer Rettungsgasse bereits gelte. „Da die Gasse nicht in der Mitte gebildet werden kann, sind die Autofahrer verpflichtet, auf der rechten Spur genügend Lücken zu lassen, damit die anderen Fahrzeuge die linke Spur für die Rettungsfahrzeuge räumen können.“ Einen ähnlichen Vorschlag hatte der Wittstocker Feuerwehrchef Steffen Müller bereits bei der Unfallauswertung gemacht: Autofahrer sollten auf der rechten Seite eine Reihe bilden, damit die zumeist schmalere linke für Rettungsfahrzeuge frei bleibt.

Zweifel am Vorschlag

Gerd Gädeke von der Spedition Heitmann in Wittstock bezweifelt jedoch, dass das praktisch umsetzbar wäre. „Da sehe ich ein Problem. Die Fahrer von hinten drücken nach.“ Da sie nicht wüssten, was vorn los sei, würden sie den freien Platz auf der linken Seite, wenn er denn tatsächlich geschaffen würde, sicher nutzen, um selbst weiter voranzukommen, so Gädeke. Die Rettungsgasse würde sich dann doch wieder zuschieben, befürchtet er mit Blick auf das tägliche Autobahngeschehen.

Von Volkmar Krause

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