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Brandenburg Gegenoffensive der Wolfsfreunde
Brandenburg Gegenoffensive der Wolfsfreunde
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00:33 30.05.2018
Wolf im Wolfspelz. Quelle: Foto: Sommer
Potsdam

Wölfe dürfen nie abgeschossen werden, wenn sie Herden angreifen. Zu diesem Ergebnis kommt ein rechtsanwaltliches Gutachten, das die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. in Auftrag gegeben hat – als Antwort auf eine kürzlich vorgestellte Einschätzung des Rechtsanwalts und Bundestags-Vize Wolfgang Kubicki (FDP), der eine Tötung in Ausnahmefällen für vertretbar hält. Der Artenschutz, den Wölfe gemäß des Washingtoner Abkommens genießen, sei stets höher zu veranschlagen als der jeglicher Weidetiere, so der Magdeburger Rechtsanwalt Raphael Deipenbrock.

Wolfgang Kubicki (FDP), Strafrechtler und Bundestagsabgeordneter, nimmt Mitte Mai 2018 an einer Pressekonferenz des Bauernbundes Brandenburg teil. Der Bauernbund informierte über die Möglichkeit eines Musterprozesses, in dem geklärt werden soll, in welchem Fall man Wölfe in Notwehr töten darf. Quelle: dpa

Der Verein will weiterhin anwaltlich prüfen lassen, ob er gegen den Bauernbund rechtlich vorgeht. Der hatte das Kubicki-Gutachten präsentiert und angekündigt, in einem Musterprozess die Verfahrenskosten zu übernehmen, sollte einmal eine Wolfstötung vor Gericht landen. Es müsse geklärt werden, ob dies bereits der Aufruf zu einer Straftat sei, beziehungsweise diese bereits angekündigt worden sei.

Bauern zeigen im Mai 2018 bei einer Protestkundgebung vor dem Landtag zwei vermutlich vom Wolf gerissene Kälbchen und protestieren gegen die Politik der Landesregierung. Quelle: Bauernbund Brandenburg

Ein Wolfsabschuss sei nur dann gerechtfertigt, wenn ein Mensch attackiert werde, schreibt der Vorsitzende des Wolfs-Vereins Peter Schmiedtchen. Einen solchen Fall habe es aber seit der Wiederansiedlung von Wölfen in Deutschland noch nicht gegeben. Viehhalter seien aufgefordert, ihre Herden ausreichend zu schützen.

Wolfsfreunde: „Kein Recht auf Selbstjustiz“

„Leichtfertig hervorgerufene Gefahrensituationen“ oder „fahrlässig unterlassene Schutzmaßnahmen“ würden im Falle eines Falles vor Gericht zu Lasten des Nutztierhalters ausgelegt, ist sich Schmiedtchen sicher. Wer Vergeltung an Wölfen übe, werde strafrechtlich verfolgt. Wer aus dem Kubicki-Gutachten „das Recht auf Selbstjustiz“ ableite, habe es nicht verstanden, so Diepenbrock.

Wolf – Fotografiert durch ein Fernrohr. Quelle: dpa

Tatsächlich hatte auch Kubicki betont, der Abschuss von Wölfen bleibe strafbar. Er sieht allerdings Möglichkeiten, einem Schützen unter besonderen Umständen Straffreiheit zu gewähren: Wenn besonders wertvolle Tiere angegriffen werden – um Beispiel Familienhunde oder Zuchtrinder. Kubicki hatte sich angeboten, die Verteidigung des Schützen zu übernehmen, komme es zu einem Wolfsabschuss.

Zahl der Wolfsrisse ist deutlich gestiegen

Hintergrund der Debatte ist eine sprunghaft angestiegene Anzahl von Wolfsattacken auf Weidetiere in den vergangenen Jahren. So wurden 2017 nach Angaben des Landesamts für Umwelt 316 Schafe gerissen, 48 Rinder, 17 Stück Damwild und ein Pferd. Das ist doppelt so viel wie 2016. Die Zahl der Rinder-Risse lag bis Ende März bei 15. Die neue Brandenburger Wolfsverordnung lässt zwar den Abschuss von Problemwölfen zu, gilt Kritikern aber als zu bürokratisch.

Von Ulrich Wangemann

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