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Geheimniskrämerei um 600 Flüchtlinge

Unterkunft in ehemaliger NVA-Kaserne in Kloster Lehnin Geheimniskrämerei um 600 Flüchtlinge

Pst, es kommen Flüchtlinge. Die Menschen in der Gemeinde Kloster Lehnin und im Landkreis Potsdam-Mittelmark wurden bewusst nicht darüber informiert, dass schon bald bis zu 600 Flüchtlinge in eine ehemalige NVA-Kaserne einziehen könnten. Politiker machen sich große Sorgen, denn das Verhältnis zwischen Einwohnern und Flüchtlingen seien unverhältnismäßig.

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Die ehemalige NVA-Kaserne im Ortsteil Damsdorf

Quelle: Heiko Hesse

Kloster Lehnin. Höchste Geheimhaltungsstufe in der Gemeinde Kloster Lehnin und im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Am Montag sollte die Bevölkerung noch nicht erfahren, dass der Kloster Lehniner Gemeindeortsteil Damsdorf 600 Flüchtlinge und Asylbewerber aufnehmen soll. Die Gemeindevertreter wurden in einer Geheimsitzung am Freitag zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Landkreissprecherin Andrea Metzler kündigte für Dienstag eine Presseerklärung an. Zuvor laufe noch ein interner Abstimmungsprozess. Daher wolle die Landkreisverwaltung die Pferde nicht scheu machen.

Die Öffentlichkeitsscheu hat ihren Grund. Das 1600-Einwohner-Dorf Damsdorf soll in den nächsten Monaten erheblich wachsen. Stufenweise sollen 600 Flüchtlinge und Asylbewerber in den Gebäuden der ehemaligen Bundeswehrkaserne in der Göhlsdorfer Straße untergebracht werden. Beginnen soll der Einzug bereits zum 1. Juli diesen Jahres, also schon in einem Monat.

Der Landtagsabgeordnete Andreas Bernig (Linke) aus Kloster Lehnin, der an der geheimen Sitzung nicht teilgenommen hat, macht sich große Sorgen. Das Verhältnis 1600 Einwohner zu 600 Flüchtlingen nennt er unverhältnismäßig, die ganze aus seiner Sicht nicht nachvollziehbare Eile unmenschlich. An dieser Stelle verstehe er die Landkreisführung nicht.

Der Linken-Politiker weist auf die Problematik hin, so viele Menschen in eine Kaserne zu verfrachten und dies nicht nur als Übergangslösung, sondern als dauerhaften Aufenthaltsort ins Auge zu fassen. Das widerspreche der Politik seiner Partei, Flüchtlinge sorgsam zu integrieren und dabei Kitas, Schulen und andere Einrichtungen so ausreichend auszustatten, dass die Integration auch gelingen kann.

Aus dem Ortsteil Damsdorf war am Montag keine politische Stellungnahme zu erhalten. Weder Ortsvorsteher Uwe Brückner (SPD) war zu erreichen noch sein Vertreter Bodo Puschner (CDU). Bürgermeister Bernd Kreykenbohm (parteilos) informierte die Bürger am Montag ebenfalls noch nicht.

Von Heiko Hesse und Jürgen Lauterbach

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