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Brandenburg Geheimniskrämerei um 600 Flüchtlinge
Brandenburg Geheimniskrämerei um 600 Flüchtlinge
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12:01 02.06.2015
Die ehemalige NVA-Kaserne im Ortsteil Damsdorf Quelle: Heiko Hesse
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Kloster Lehnin

Höchste Geheimhaltungsstufe in der Gemeinde Kloster Lehnin und im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Am Montag sollte die Bevölkerung noch nicht erfahren, dass der Kloster Lehniner Gemeindeortsteil Damsdorf 600 Flüchtlinge und Asylbewerber aufnehmen soll. Die Gemeindevertreter wurden in einer Geheimsitzung am Freitag zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Landkreissprecherin Andrea Metzler kündigte für Dienstag eine Presseerklärung an. Zuvor laufe noch ein interner Abstimmungsprozess. Daher wolle die Landkreisverwaltung die Pferde nicht scheu machen.

Die Öffentlichkeitsscheu hat ihren Grund. Das 1600-Einwohner-Dorf Damsdorf soll in den nächsten Monaten erheblich wachsen. Stufenweise sollen 600 Flüchtlinge und Asylbewerber in den Gebäuden der ehemaligen Bundeswehrkaserne in der Göhlsdorfer Straße untergebracht werden. Beginnen soll der Einzug bereits zum 1. Juli diesen Jahres, also schon in einem Monat.

Der Landtagsabgeordnete Andreas Bernig (Linke) aus Kloster Lehnin, der an der geheimen Sitzung nicht teilgenommen hat, macht sich große Sorgen. Das Verhältnis 1600 Einwohner zu 600 Flüchtlingen nennt er unverhältnismäßig, die ganze aus seiner Sicht nicht nachvollziehbare Eile unmenschlich. An dieser Stelle verstehe er die Landkreisführung nicht.

Der Linken-Politiker weist auf die Problematik hin, so viele Menschen in eine Kaserne zu verfrachten und dies nicht nur als Übergangslösung, sondern als dauerhaften Aufenthaltsort ins Auge zu fassen. Das widerspreche der Politik seiner Partei, Flüchtlinge sorgsam zu integrieren und dabei Kitas, Schulen und andere Einrichtungen so ausreichend auszustatten, dass die Integration auch gelingen kann.

Aus dem Ortsteil Damsdorf war am Montag keine politische Stellungnahme zu erhalten. Weder Ortsvorsteher Uwe Brückner (SPD) war zu erreichen noch sein Vertreter Bodo Puschner (CDU). Bürgermeister Bernd Kreykenbohm (parteilos) informierte die Bürger am Montag ebenfalls noch nicht.

Von Heiko Hesse und Jürgen Lauterbach

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