Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Gemeinden sponsern Kampagne gegen BER-Lärm

Volksbegehren gegen dritte BER-Piste Gemeinden sponsern Kampagne gegen BER-Lärm

Die Gegner des Flughafens BER machen wieder mobil: Am Mittwoch startet offiziell das Volksbegehren gegen den möglichen Bau einer dritten Start- und Landebahn. Bis Mitte Februar 2016 wollen die Initiatoren mindestens 80 000 Stimmen sammeln. Die Kampagne finanziert der Steuerzahler mit: Flughafengemeinden wollen einen sechsstelligen Betrag dafür locker machen.

Voriger Artikel
Der Gartenpapst Hermann Göritz
Nächster Artikel
Horror-Unfall auf A10: Ursache weiter unklar

Das Kampagnenmotiv.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. So viel direkte Demokratie war noch nie in Brandenburg: Ab sofort laufen zwei Volksbegehren parallel. Vor einem Monat wurde die Kampagne gegen Massentierhaltung eröffnet, nun startet auch das Volksbegehren gegen den möglichen Bau einer dritten Start- und Landebahn am Flughafen BER in Schönefeld (Dahme-Spreewald).

Bis Mitte Februar 2016 wollen die Initiatoren mindestens 80 000 Brandenburger dazu bewegen, auf den zuständigen Ämtern ihre Stimme abzugeben oder per Briefwahl teilzunehmen. „Es geht um die Gesundheit und die Lebensqualität der Menschen“, sagte Initiator Peter Kreilinger.

Lärmgegner arbeiten mit Tierschützern zusammen

Die Fluglärmgegner suchen dabei den Schulterschluss mit den Tierwohlaktivisten, die schon seit Mitte Juli um Unterschriften werben. Die Idee: Wer eh schon auf dem Bürgeramt ist, um für die eine Initiative zu votieren, kann auch gleich die andere unterstützen. „Wir wollen zusammenarbeiten, darauf laufen unsere Absprachen hinaus“, sagte Stefanie Waldvogel von der Bürgerinitiative Zeuthen. So soll es demnächst über die Internetseite der Kampagne gegen Fluglärm möglich sein, Briefwahlunterlagen für beide Volksbegehren auf einen Rutsch anzufordern.

360 000 Flüge pro Jahr sind das Maximum

Es geht den Fluglärmaktivisten nicht nur darum, den Bau einer dritten Bahn zu verhindern, die offiziell ohnehin momentan keiner plant. Sie wollen auch das im Planfeststellungsbeschluss – also der BER-Genehmigung – festgehaltene Ausbauziel von maximal 360 000 Starts- und Landungen im Jahr zementieren. Ohne diese Begrenzung hätte der Flughafen nicht an dem dicht besiedelten Standort gebaut werden dürfen, argumentiert Peter Kreilinger. „Wir haben klare Befürchtungen, dass diese Beschränkung aufgehoben werden soll.“ Die Lebensqualität wird massiv leiden, wenn täglich über Tausend Flugzeuge über die Köpfe der Menschen rauschen, befürchtet Kreilinger.

Trotz Fluglärm: Die Airportregion gewinnt Einwohner

Doch trotz des gestiegenen Flugverkehrs erfreut sich die Flughafenregion regen Zuzugs – ganz entgegen dem Landestrend. Während anderswo Häuser abgerissen werden, steigen im Flughafenumfeld die Grundstückspreise, werden Baugebiete neu ausgewiesen. Obwohl jeder weiß, dass der Fluglärm mit dem BER noch zunehmen wird. Alles also Hysterie? Nein, sagt Carl Ahlgrimm, Bürgermeister der Gemeinde Großbeeren (Teltow-Fläming) und Vorsitzender der Schutzgemeinschaft der Flughafen-Umlandgemeinden. „Wir haben zwar einen starken Zuzug, aber auch einen hohen Anteil an alteingesessenen Bewohnern, die unter der von dem Fluglärm leiden und extrem genervt sind“, sagte er. „Und deren Bedenken wurden von der Landesregierung nicht ernst genommen.“

Allein Blankenfelde-Mahlow nimmt 250 000 Euro in die Hand

Die acht in der Schutzgemeinschaft versammelten Gemeinden wollen die Volksbegehren-Kampagne deswegen finanziell unterstützen – mit einem sechsstelligen Betrag, wie Ahlgrimm sagte. Allein Blankenfelde-Mahlow, soviel ist schon bekannt, will 250 000 Euro aufbringen, um die Mobilisierung der Flughafenkritiker zu unterstützen.

Das Geld wird nötig sein, schließlich wollen die Aktivisten im Oktober eine Viertelmillion Infobroschüren samt Briefwahlunterlagen an die Haushalte rund um den Flughafen verteilen.

Auch in der Prignitz sollen die Menschen unterschreiben

Doch nicht nur in der Airportregion sollen die mindestens 80 000 Stimmen zusammenkommen. Auch in der Prignitz oder der Uckermark, wo das Interesse an der Lärmbelastung durch Starts und Landungen in Schönefeld eher überschaubar sein dürfte, gehen die Initiatoren auf Stimmenfang. „Die Anliegen Umwelt und Wirtschaftlichkeit sind im Interesse aller Brandenburger. Auch dort interessiert man sich dafür, wie viel Geld für Lehrer, Kitas und Polizei dieser Moloch BER noch verschlingt“, sagte Peter Kreilinger.

www.stimme-gegen-fluglärm.de

Von Torsten Gellner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg