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Brandenburg Brandenburger Ermittler sagen Einbrecherbanden den Kampf an
Brandenburg Brandenburger Ermittler sagen Einbrecherbanden den Kampf an
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00:26 19.11.2018
Einbrecherbanden langen besonders gern bei Schmuck zu. Denn Uhren, wertvolle Ohrringe und Ketten lassen sich schnell zu Geld machen. Quelle: Foto: Julian Stähle
Potsdam

Es waren aufmerksame Nachbarn, die die Polizei auf die richtige Spur brachten. Sie hatten an jenem Tag im Frühjahr verdächtige Personen vor ihrem Haus beobachtet und die Beamten darüber informiert. Puzzlestück für Puzzlestück setzte fortan das Team rund um den Brandenburger Kriminalhauptkommissar Thomas Latzo und seinen Berliner Kollegen Olaf Cerovsky zusammen. Am 23. Mai schlug die Polizei dann zu, durchsuchte zwei Wohnungen in Berlin-Wilmersdorf und nahm drei Tatverdächtige fest.

Zuvor hatten mehrere Einbrecher seit Mitte April sechs Häuser in Brandenburg und drei in Berlin ausgeräumt. Bei ihren Durchsuchungen staunten die Ermittler nicht schlecht: Sie stellten Schmuck, technische Geräte und Kleidung sicher. Das Diebesgut sollte per Paket in die rund 12 000 Kilometer entfernte südamerikanische Heimat verschickt werden. Die Ermittlungen richteten sich gegen eine organisierte chilenische Einbrecherbande.

Um Einbrecherbanden wie diesen in Brandenburg und Berlin das Handwerk zu legen, hat sich vor 15 Jahren die Gemeinsame Ermittlungsgruppe (GEG) gegründet. Das Netzwerk besteht aus 18 Polizisten, dessen Job es ist, Informationen zwischen den beiden Nachbarländern auszutauschen und Beziehungen zwischen Tatverdächtigen aufzudecken. „Die Banden sind häufig in Ballungsräumen unterwegs und verschwinden dann in der Anonymität der Großstadt“, sagt Latzo. Oft handele es sich dabei um reisende Gruppen, die in ganz Deutschland unterwegs sind.

In Brandenburg ziehen die Täter dabei bevorzugt durch die berlinnahen Orte. 45 Prozent aller Einbruchsdelikte in Brandenburg ereignen sich in den Städten und Gemeinden im Berliner Speckgürtel. „Die Täter mieten sich in Berliner Hotels ein, setzen sich nach dem Ausschlafen in ihren Mietwagen und grasen dann das Umland ab, um in Einfamilienhäuser und Villen einzubrechen“, erklärt Latzo. Damit keine Gefahr droht, aufzufliegen, würden sie schnell weiterziehen in den nächsten Ort.

Anders als der Gelegenheitsdieb, der von Haus zu Haus geht, sind etwa 10 Prozent aller Einbrüche dem organisierten Verbrechen zuzurechnen. Dabei handele es sich um Täter, die im Vorhinein die Villen und Häuser ausforschen. Meist würden mobile Einbrecherbanden die Objekte ein bis zwei Tage vorher beobachten. „Dabei sitzen die Verdächtigen bevorzugt in Mietwagen mit deutschen Kennzeichen, um nicht aufzufallen.“ Bevorzugt brechen sie am Tag gegen 15 oder 16 Uhr in die Häuser ein, weil die Besitzer dann bei der Arbeit sind. „Ihr Ziel ist, in möglichst kurzer Zeit viel Bares zu finden oder Dinge, die sich schnell zu Geld machen lassen.“

Die Täterbanden würden es dabei bevorzugt auf Schmuck, Uhren, Handys und Tablets absehen – Beute, die sich leicht transportieren lässt. In regelmäßigen Abständen veröffentlicht die GEG auf ihrer Internetseite Fotos von gestohlenem Schmuck. Etwa wenn Diebesgut, so wie im Jahr 2015, bei einer Verkehrskontrolle auftaucht. Damals stellten Polizisten Gegenstände sicher, die bei Einbrüchen von einer Bande aus Osteuropa in der Hauptstadtregion erbeutet wurden.

Anhand der Erkenntnisse über bereits gefasste Täter geht die Polizei davon aus, dass ein Großteil der Banden aus Südosteuropa, dem Balkan und neuerdings aus Südamerika stammt.

Die rund 700 Fotos des in Berlin gefundenen Diebesguts stellte die GEG ins Internet. Durch die öffentliche Suche nach den Besitzern der Beute hoffen die Ermittler, der Bande weitere Einbrüche zuordnen zu können.

Die Polizei profitiert davon, dass Anwohner in Sachen Einbruchsschutz aufrüsten. Auch deshalb seien die Einbruchszahlen zuletzt wieder gesunken. Trotzdem ist die Aufklärungsquote noch immer zu gering. Doch die GEG setzt auf Erfolge, so wie zuletzt, als die Polizisten eine Geldautomatenbande in Berlin verhafteten.

Von Diana Bade

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