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Brandenburg Grundstein für Labor auf dem Telegrafenberg
Brandenburg Grundstein für Labor auf dem Telegrafenberg
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18:29 08.11.2018
Grundsteinlegung für das Geobiolab unter anderem mit GFZ-Vorstand Reinhard Hüttl (ganz links) und dem Mikrobiologen Dirk Wagner (ganz rechts). Quelle: Rüdiger Braun
Telegrafenberg

Sie leben bis zu 3000 Meter tief unter der Erdoberfläche. Zusammengenommen bringen sie wahrscheinlich genauso viel Masse auf die Waage wie alle Tiere und Pflanzen auf der Oberfläche zusammen: Unendlich kleine, aber auch unzählig viele Mikroorganismen, von deren Existenz man überhaupt erst seit rund 20 Jahren weiß.

Studium lebender Mikroorganismen

Gestern wurde auf dem Potsdamer Telegrafenberg der Grundstein für ein Gebäude gelegt, in dem ab Frühjahr 2021 die wunderlichen Organismen erstmals lebendig untersucht werden können. Die Potsdamer Forscher erhoffen sich wertvolle Erkenntnisse über den Einfluss dieser Bakterien und Archaeen (Urbakterien) auf den irdischen Stoffwechsel.

Rund 13 Millionen Euro stecken der Bund und das Land in das Geobiolab des Deutschen Geoforschungszentrums (GFZ) Potsdam. Das Haus wird nordöstlich des Wissenschaftsparks die Reihe der GFZ-Gebäude abschließen. Die Festgäste zeigten sich am Donnerstag durchweg über den Baubeginn erleichtert. Sowohl GFZ-Vorstand Reinhard Hüttl wie auch GFZ-Kuratoriums-Vorstand Karl Eugen Huthmacher, ein Mitarbeiter des Bundesforschungsministeriums, streiften in ihren Grußworten die Hürden, die das Haus bis zu seiner Genehmigung auf dem historischen Areal nehmen musste.

Labors und ein Serverraum

Der künftige fünf geschossige Bau mit einem Untergeschoss wird einmal 15 Laboreinheiten in seinem Zentrum und darum herum rund 30 Büros beherbergen. Als ganz wichtiges Element kommt ein Serverraum mit Hochleistungsrechnern hinzu. Dort werden hochsensible Daten gespeichert, die von vielen Instituten genutzt werden sollen. Katja Döpke vom Architekturbüro Heinle, Wischer und Partner in Stuttgart sagte, man hätte sehr viele Anforderungen erfüllen müssen, zum Beispiel auch die Anpassung an die historische Umgebung. „Wir haben uns für Keramikelemente entschieden“, sagt Döpke. Tatsächlich strahlt die Mischung aus Glas und beigen Keramikplatten zumindest auf den Entwürfen eine klare Schlichtheit aus, die gut zu den anderen Gebäuden passt.

Wichtig wird aber die Arbeit sein, auf die sich der Mikrobiologe Dirk Wagner und die Geochemikerin Liane Benning mit ihren insgesamt 50 Mitarbeitern schon jetzt freuen. „In der tiefen Biosphäre herrschen hohe Drücke und Temperaturen“, sagt Wagner. Die wolle man im Labor simulieren und dann zum Beispiel den Stoffwechsel der Organismen untersuchen. Manche der Mikroorganismen vertilgen CO2und produzieren dann Methan. Das lässt an ganz neue Formen des Klimaschutzes denken. „Aber das ist wirklich Zukunftsmusik“, betont Wagner.

Von Rüdiger Braun

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