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Brandenburg Gericht stoppt Stromtrasse in der Uckermark
Brandenburg Gericht stoppt Stromtrasse in der Uckermark
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19:52 21.01.2016
Stromleitungen werden Vögeln immer wieder zum Verhängnis. Quelle: dpa
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Leipzig


Es ist ein Urteil, das Signalwirkung für ganz Deutschland hat: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat den Bau der umstrittenen Höchstspannungsleitung am Rande des Biosphärenreservats Schorfheide gestoppt. Der Netzbetreiber 50 Hertz kritisierte, dass die Risiken für Vögel im Gebiet der Trasse nicht ausreichend berücksichtigt wurden.

Die 115 Kilometer lange Trasse mit ihren mehr als 60 Meter hohen Masten soll Ökostrom vom Norden nach Berlin bringen. Sie durchquert dabei das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, das Vogelschutzgebiet Randow-Welse-Bruch und das Vogelschutzgebiet Unteres Odertal. Die Leipziger Richter rügten, dass der Netzbetreiber trotz mehrfacher Hinweise von Naturschützern nicht untersuchen ließ, welches Risiko von der Trasse für die unterschiedlichen Vogelarten in dem Gebiet ausgeht. „Die Uckermarkleitung durfte auf dieser Grundlage nicht gebaut werden“, hieß es.

Hohe Kosten

Diese Untersuchungen muss das Unternehmen nun nachholen. Das könne mehr als ein Jahr dauern, sagte Projektleiter Dirk Manthey. Es gebe noch nicht viele höchstrichterliche Urteile zu solchen Vorhaben, meinte er. „Wir und andere Betreiber werden daraus lernen.“ Außerdem wird es für das Unternehmen teuer: 50 Hertz drängt auf die Leitung, denn ohne sie wird der Abtransport des im Norden produzierten Ökostroms zum Nadelöhr. Durch die Verzögerung der Stromautobahn kann der Strom nicht weitergeleitet werden. Netzbetreiber sind in diesen Fällen verpflichtet, den Windkraftunternehmen eine Entschädigung zu zahlen. Das kostete 50 Hertz im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 300 Millionen Euro.

Es muss nachgebessert werden

„Wir sind froh, dass beim Naturschutz nun nachgebessert werden muss“, sagte Christiane Schröder, Geschäftsführerin des Naturschutzbundes Brandenburg. Man wolle die Leitung nicht komplett verhindern, betonte sie. „Wir sind als Umweltverband für erneuerbare Energien, dafür müssen zwangsläufig Leitungen gebaut werden“, erklärte Schröder. „Das darf aber nicht zu einem Tunnelblick führen, der den Umweltschutz ausblendet.“ Auch sie erwartet, dass das Urteil Strahlkraft auf die zahlreichen anderen Trassenprojekte in Deutschland hat. „Das Urteil ist eine gute Vorlage für den Artenschutz“, sagte sie.

Welche Gefahr von Hochspannungs-Freileitungen ausgeht, zeigte sich erst kürzlich: Kurz vor Weihnachten verendeten an einer Leitung bei Möthlow im Havelland mehr als 100 Kraniche. Naturschutzverbände fordern deshalb die Verlegung der Leitungen unter die Erde. Das ist teuer und bei Höchstspannungsleitungen noch nicht voll erprobt.

Von MAZOnline

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