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Geschleuste Flüchtlinge sind untergetaucht

Nach Festnahmen auf Autobahn A 12 Geschleuste Flüchtlinge sind untergetaucht

Von den 51 Flüchtlingen aus dem Irak, die am Sonntag zwischen Paletten auf einem türkischen Lastwagen von der Bundespolizei entdeckt worden waren, sind nur noch zwei in Eisenhüttenstadt. Alle anderen sind verschwunden, wie der Leiter der Zentralen Ausländerbehörde mitteilte – ihm seien aber die Hände gebunden.

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Schleuserlaster auf A12 bei Frankfurt/Oder

Quelle: dpa

Potsdam. Die 51 von Schleusern ins Land gebrachten Asylbewerber, die am Sonntag von der Bundespolizei in einem Lastwagen auf der A12 entdeckt wurden, sind fast alle verschwunden. Das berichtete der Leiter der Zentralen Ausländerbehörde, Frank Nürnberger. Als in der Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) die polizeilichen Datensätze der 34 Erwachsenen und 17 Kindern überprüft werden sollten, fanden sich nur noch zwei der hauptsächlich aus dem Irak stammenden Lkw-Passagiere. „Es waren ein unbegleiteter Minderjähriger und eine erwachsene Person, die sich unter einem Bett versteckt hatte, als das Zimmer gereinigt werden sollte“, sagt Nürnberger. Offenbar hätten die Zuwanderer nicht darauf warten wollen, von Brandenburg aus übers Bundesgebiet verteilt zu werden, und hätten die Sache selbst in die Hand genommen.

Wie aus Sicherheitskreisen verlautet, sei eine Weiterreise wahrscheinlich ohnehin geplant gewesen- Beleg dafür: Kurz nachdem die Schleuser verhaftet und die Eingeschleusten in Eisenhüttenstadt eingetroffen waren, seien dort angebliche Verwandte aufgetaucht – mit Bielefelder Kennzeichen. Sie hätten die Festsitzenden abholen wollen.

Außer für den 46 Jahre alten türkischen Lastwagenfahrer und den mutmaßlichen Aufpasser, einen 26 Jahre alter Syrer mit rumänischem Flüchtlingsausweis, ist der Schleusungsvorgang demnach geglückt. Die beiden sitzen in Untersuchungshaft.

Die Fahrt des Lastwagens ist nach Einschätzung der Ermittler von einer Schleuser-Gruppe organisiert worden. „Wir gehen davon aus, dass hinter der Schleusung eine Bandenstruktur steckt“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) am Montag. Die Behörde prüft auch, ob es Zusammenhänge zu ähnlichen Einschleusungen in jüngerer Zeit im deutsch-polnischen Grenzgebiet gibt.

Eine Erstaufnahmeeinrichtung sei nicht befugt, Bewohner festzuhalten, sagt Nürnberger. „Wir können die Betreffenden nicht daran hindern, das Gelände zu verlassen – selbst wenn wir sie mit Koffern in der Hand antreffen“, so der Leiter der Zentralen Ausländerbehörde.

Von Ulrich Wangemann

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