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Geständnisse im Prozess um illegale Entsorgung

132 000 Kubikmeter Abfälle Geständnisse im Prozess um illegale Entsorgung

Tagsüber wurden genehmigte Abfallstoffe in eine Kiesgrube in Markendorf (Teltow-Fläming) gekippt, nachts kamen dort illegale Mülltransporte an. Bis zu 50 Lkw-Ladungen sollen täglich in der Grube verscharrt worden sein. Wegen Überlastung des Gerichts hat der Prozess nun nach zehn Jahren begonnen.

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Ein Umweltanalytiker entnimmt 2007 in der Kiesgrube Markendorf Müllproben zur weiteren Analyse.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Im Prozess um illegale Müllentsorgung in einer Kiesgrube in Markendorf bei Jüterbog (Teltow-Fläming) haben zwei der fünf Angeklagten umfassende Geständnisse abgelegt. Vor dem Landgericht Potsdam räumten sie am Donnerstag ein, mehrere zehntausend Kubikmeter Gewerbe- und Hausmüll, Bauschutt und geschredderte Kunststoffreste ohne Genehmigung in die Kiesgrube gekippt zu haben.

Insgesamt sollen laut Anklage zwischen März 2006 und Juli 2007 mindestens 132 000 Kubikmeter Abfälle illegal in der Grube verscharrt worden sein. Dabei hatten die Angeklagten den Müll über ein Geflecht von Firmen auf Baustellen und in Gewerbebetrieben gesammelt. Tagsüber wurde der Müll in einer ehemaligen Schweinezuchtanlage zwischengelagert, nachts und in den frühen Morgenstunden kam die illegale Fracht in die Grube. Anschließend wurde der Müll mit Sand und Kies bedeckt.

Strafminderung bei umfassendem Geständnis

Das Gericht hatte den Angeklagten in der ersten Verhandlung im April milde Urteile in Aussicht gestellt, falls sie umfassend aussagen und ihre Schuld eingestehen. Drei Angeklagte, darunter der Ex-Chef einer Recyclingfirma, gingen auf diesen Vorschlag ein, zwei weitere mutmaßliche Täter lehnten ab, da sie laut ihren Anwälten auf Freispruch bestehen.

Auch das LKA war damals vor Ort

Auch das LKA war damals vor Ort.

Quelle: Butsch

Einer dieser beiden Angeklagten ist ein früherer Mitarbeiter des Landesamtes für Bergbau, dem die Anklage Korruption vorwirft. Er soll einen vierstelligen Geldbetrag erhalten haben, um auf Kontrollen der Kiesgrube zu verzichten. Später soll er die Lagerung illegaler Abfälle genehmigt haben.

Zwei Anträge eines Anwalts, in denen er am ersten Verhandlungstag die Zuständigkeit der Strafkammer für diesen Prozess angezweifelt und ihr Befangenheit unterstellt hatte, wiesen die Richter als unbegründet zurück.

Der Prozess wird am 19. Mai (9.00 Uhr) fortgesetzt.

Von Manfred Rey, dpa

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