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Brandenburg Ministerin Golze entschuldigt sich bei Patienten
Brandenburg Ministerin Golze entschuldigt sich bei Patienten
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01:15 23.07.2018
Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Die Linke). Quelle: picture alliance / Bernd Settnik
Potsdam

Wegen des Skandals um vermutlich gestohlene und gefälschte Krebsmedikamente aus Griechenland hat sich Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) am Freitag persönlich bei Patientinnen und Patienten und ihren Angehörigen entschuldigt. „Es liegt mir am Herzen, dass wir schnell aufklären und vor allem sämtliche Maßnahmen ergreifen, damit so etwas nie wieder passieren kann“, so Golze.

Im Ministerium wurde eine Task Force zur Aufklärung des Skandals berufen. Unter Leitung von Staatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt (Linke) sollen sich der Verwaltungsexperte Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker und die Justiziarin des Gesundheitsministeriums, Susanne Köhler, mit dem Fall befassen.

Täglich Anrufe von Betroffenen

Seit Freitag ist beim Gesundheitsministerium ein Informationstelefon geschaltet. Täglich werden zwischen 10 und 16 Uhr Anrufe von Betroffenen entgegengenommen. Apotheker und medizinisches Personal stehen für Anfragen bereit. Seit Donnerstag werden im Ministerium zudem Akten der Staatsanwaltschaft intensiv geprüft. Kommenden Mittwoch will sich der Gesundheitsausschuss des Brandenburger Landtags mit dem Fall befassen. Auch Golze will in der Sitzung sprechen.

In einem Brief an die Ausschussvorsitzende Sylvia Lehmann (SPD) bat die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Ursula Nonnemacher, Expertise durch einen Pharmakologen oder Rechtsexperten heranzuziehen. Außerdem forderte sie die Ausschussmitglieder auf, vor allem die Sachaspekte des Vorgangs herauszuarbeiten. „Wir möchten vermeiden, dass in der Sondersitzung der Austausch von Vorwürfen im Vordergrund steht“, so Nonnemacher in dem Schreiben.

Unklar ist, ob die Medikamente schädlich sind

Auch in Berlin ist man über den brandenburgischen Medikamentenskandal besorgt. „Wir wissen noch nicht, wie viele Patienten betroffen sind“, sagte Mirza Cerimagic, Sprecher des Landesamts für Gesundheit (Lageso) am Freitag. Betroffene hätten sich beim Lageso noch nicht gemeldet, so Cerimagic. Unklar sei, ob die illegal vertriebenen Krebsmedikamente zum Teil unwirksam oder sogar schädlich gewesen seien. „Wir hoffen, dass es nächste Woche mehr Erkenntnisse dazu gibt“, sagte Cerimagic. Es sei ein aufwendiger Prozess, die Lieferkette von einem Großhändler in Brandenburg zu einer Berliner Apotheke und von dort aus weiter zu vier Arztpraxen in der Hauptstadt zu verfolgen.

Bereits im Dezember 2016 hatte das Brandenburger Gesundheitsministerium Hinweise auf irreguläre Vertriebswege von Krebsmedikamenten in der Region erhalten. Seit April 2017 ermittelt die Potsdamer Staatsanwaltschaft gegen die Geschäftsführerin von Lunapharm wegen des Verdachts der Hehlerei, doch erst im Juni 2017 hatten die Brandenburger Behörden der Firma den Handel mit einer griechischen Apotheke untersagt. Dass diese Lunapharm sogar mit gestohlenen Medikamenten beliefert haben könnte, will das Gesundheitsministerium erst am 9. Juli dieses Jahres erfahren haben.

Von Esteban Engel und Rüdiger Braun

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