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Brandenburg Auf dem Land ist der Facharzt ein Problem
Brandenburg Auf dem Land ist der Facharzt ein Problem
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08:40 06.03.2018
Quelle: dpa
Potsdam

Vier von zehn Brandenburgern sind nach einer aktuellen Umfrage mit der Versorgung durch Fachärzte unzufrieden. Dagegen äußerten sich über 80 Prozent der Befragten über die Angebote von Hausärzten vor Ort zustimmend. Das geht aus einer Forsa-Umfrage der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervor, die der MAZ vorliegt.

In Brandenburg ist danach die Kluft zwischen Stadt und Land besonders groß: Rund zwei Drittel der Bewohner in ländlich geprägten Gemeinden unter 5000 Einwohner äußerten Unmut über die fachärztlichen Angebote. Städter dagegen, die in Kommunen mit mehr als 20 000 Einwohnern leben, schätzen zu mehr als zwei Dritteln die Fachkräfte-Situation als gut ein. Überdurchschnittlich zufrieden zeigten sich wiederum Dörfler mit Hausärzten: 90 Prozent äußerten Zustimmung für die Angebote.

Forsa befragte Mitte Januar insgesamt 510 Brandenburger – in unterschiedlich großen Kommunen. Die Umfrage gilt laut Meinungsforschungsinstitut als repräsentativ.

Groß ist der Wunsch vieler Brandenburger, schnell und unkompliziert Termine bei Fachärzten zu bekommen, wie die Erhebung zeigte. Über zwei Drittel der Befragten wünschen sich Terminservicestellen der Krankenkassen, die einen Termin innerhalb von vier Wochen versprechen. Union und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag verpflichtet, diesen bislang stundenweise angebotenen Service auf 8 bis 18 Uhr auszubauen. Außerdem sollen Ärzte in ländlichen Regionen regionale Zuschläge erhalten.

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Wie die Umfrage weiter zeigte, halten sich die Fahrzeiten zum nächsten Arzt offensichtlich in Grenzen. Der überwiegende Teil der Brandenburger (92 Prozent) benötigt höchstens 15 Fahrminuten zum nächsten Allgemeinarzt. Selbst in kleineren Orten ist die Erreichbarkeit danach gut. 83 Prozent gaben an, innerhalb einer Viertel Stunde einen Arzt mit einem Verkehrsmittel erreichen zu können. In größeren Städten ist laut Umfrage ein Arzt für knapp zwei Drittel der Befragten sogar fußläufig um die Ecke erreichbar.

Durchwachsen ist die Zustimmung der Brandenburger zur Versorgung in Krankenhäusern. Über die Hälfte der Befragten (52 Prozent) ist damit eher zufrieden. 12 Prozent gaben an, eher unzufrieden oder drei Prozent gar nicht zufrieden zu sein.

Die Zahlen zeigen aus Sicht der DAK-Chefin für Brandenburg, Anke Grubitz, eine große Zufriedenheit der Brandenburger über die ärztliche Versorgung. „Patienten müssen sich keine Sorgen machen“, betonte sie. Der Hausarzt sei für die Patienten der „Lotse im System“ und vor allem im ländlichen Raum der erste Ansprechpartner bei gesundheitlichen Problemen. Das werde von den meisten Bürgern auch angenommen.

Allerdings gebe es im Land von Unterversorgung bedrohte Region, so die DAK-Landeschefin. „Dort gehen in den nächsten Jahren besonders viele Ärzte in Rente.“ In Brandenburg liegt der momentane Altersschnitt der rund 3800 Ärzte bei gut 54 Jahren, wie die Kassenärztlicher Vereinigung Berlin-Brandenburg mitteilte. Nach einer Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sind inzwischen mehr als ein Drittel der Hausärzte in Deutschland älter als 60 Jahre.

In Brandenburg fehlt es an ambulant tätigen Ärzten in gut 20 Regionen des Landes, die als extra Fördergebiete ausgewiesen wurde. So werden Hausärzte unter anderem in Kyritz (Ostprignitz-Ruppin), Schwedt (Uckermark) und den südbrandenburgischen Städten Herzberg, Lauchhammer, Lübbenau, Senftenberg und Spremberg gesucht. Ziel ist es, vor allem junge Ärzte in diese Regionen zu locken und Praxen zu eröffnen. 55 000 Euro gibt es von den Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung als Zuschuss.

Von Igor Göldner

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