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Gewalt gegen Frauen nimmt zu

Kriminalität in Brandenburg Gewalt gegen Frauen nimmt zu

Schimpfworte oder Schläge: In Brandenburg nimmt die Gewalt gegen Frauen zu, beobachten Experten. Aber die Umgebung ist gewarnt und schaut heute seltener weg.Zudem trauen sich die Opfer immer öfter, Gewalttaten anzuzeigen. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November wird weltweit auf das Thema aufmerksam gemacht.

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In Brandenburg werden laut Polizeistatistik immer mehr Fälle von Gewalt gegen Frauen angezeigt.
 

Quelle: dpa

Potsdam.  In Brandenburg werden immer mehr Fälle von Gewalt an Frauen angezeigt. Die Zahl der Anzeigen sei binnen Jahresfrist um 5,3 Prozent gestiegen, sagte die Brandenburger Gleichstellungsbeauftragte Monika von der Lippe der Deutschen Presse-Agentur.

Die Dunkelziffer ist hoch

„Es gibt auch eine größere Sensibilität für das Thema“, erklärte von der Lippe. Täter seien meist Ehemänner und Lebensgefährten, aber auch ehemalige Partner, die nicht vor Gewalt zurückscheuten.

2014 wurden laut Polizeistatistik 4046 Straftaten in Zusammenhang mit häuslicher Gewalt angezeigt. Dies entspricht einem Anstieg von 5,3 Prozent im Vergleich zu 2013. Meist waren es Delikte gegen das persönliche Leben und die sexuelle Selbstbestimmung, aber auch Erpressung und Stalking. „Die Dunkelziffer ist aber immer noch hoch“, sagte die Gleichstellungsbeauftragte. Etwa drei Viertel der Betroffenen waren weiblich. Unter den Opfern waren 582 Kinder und Jugendliche.

Opfer sind eher bereit, Anzeige zu erstatten

„Die Gründe sind vielfältig, manchmal sind Alkohol und Drogen im Spiel, aber auch nicht bewältigte Stresssituationen wie der Verlust eines Arbeitsplatzes können Auslöser sein“, sagte von der Lippe. Die Opfer seien offenbar heute eher bereit, Anzeige zu erstatten, so die Gleichstellungsbeauftragte weiter. Nachbarn und Bekannte könnten die Frauen unterstützen, sich aus dem gewalttätigen Umfeld zu befreien. Das sei aber oft ein schwieriger Prozess, vor allem wenn Kinder im Spiel seien. Genutzt werde das Gewaltschutzgesetz. Wenn Frauen sich an die Polizei wendeten, könnten sie erreichen, das der Mann die Wohnung verlassen müsse. „Das ist aber nur für zehn Tage möglich“, sagte von der Lippe.

Schutz in mehr als 20 Frauenhäusern

Meist wählten die Betroffenen dann den Weg in eines der 21 Brandenburger Frauenhäuser oder Schutzwohnungen. Im Vorjahr suchten nach Angaben von der Lippe 554 Frauen mit 684 Kindern Schutz und Sicherheit. Knapp 2800 Frauen wurden zudem beraten. „Sie bleiben von wenigen Tagen bis zu einem halben Jahr“, sagte sie. Das Land habe ab diesem Jahr die finanzielle Unterstützung aufgestockt: Jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt bekomme 25 Prozent mehr und damit insgesamt 62.500 Euro.

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November wird weltweit auf das Thema aufmerksam gemacht. Derzeit wird der Landesaktionsplan gegen Gewalt novelliert. Noch vor der Sommerpause im kommenden Jahr soll er verabschiedet werden.

Von dpa

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