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Gift belastet Gewässer in Brandenburg

Studie zu Pestiziden in Biotopen Gift belastet Gewässer in Brandenburg

Brandenburgs Grüne schlagen Alarm: Biotope in der Mark seien teils stark mit Pestiziden aus der Landwirtschaft belastet. Die Konzentration an Schädlingsbekämpfungsmitteln sei so hoch, dass eine Gefahr für geschützte Tiere und Pflanzen bestehe, warnt der umweltpolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Michael Jungclaus.

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Quelle: dpa

Potsdam. Auch beim Menschen könnten die Gifte die Gesundheit schädigen, sagte Jungclaus am Montag. Gemeinsam mit dem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) haben die Grünen im August bereits zum zweiten Mal zwölf Kleingewässer in Feldnähe in den Landkreisen Barnim, Uckermark und Oder-Spree untersucht. Die Wasserproben wurden von einem Chemielabor in Berlin unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Von insgesamt 14 Proben waren lediglich zwei nicht belastet.

Besonders bedenklich waren die Resultate für die geschützten Biotope Rehpfuhl nordöstlich von Fürstenwalde und Krollspfuhl bei Rietz-Neuendorf (beide Oder-Spree). Dort wurde jeweils ein Mix von Pestiziden festgestellt, die toxisch für Fische, Amphibien und teils auch für Vögel sind, erklärte der Geschäftsführer des BUND Brandenburg, Axel Kruschat, gestern bei der Vorstellung der Studie in Potsdam. Unter anderem wurde Glyphosat gefunden. Das Spritzmittel steht auch im Verdacht, das menschliche Erbgut zu schädigen. In Deutschland werden jährlich 5000 Tonnen des Mittels eingesetzt. Es trocknet die Pflanze aus und ermöglicht so auch bei schlechtem Wetter die Getreideernte. Über das Frühstücksbrötchen kann das Herbizid dann in den Körper gelangen. "Glyphosat ist im Urin der Städter angekommen", sagt der Pestizid-Experte beim BUND-Bundesverband, Tomas Brückmann.

Der Nachweis der Schadstoffe sei ein Zeichen dafür, dass Landwirte, die die angrenzenden Flächen bewirtschaften, nicht immer fachgerecht mit Chemikalien umgingen oder die Gesetze für deren Einsatz zu lax seien, so Axel Kruschat. „Die Landesregierung beachtet das Problem zu wenig“, kritisiert auch der Abgeordnete Jungclaus und fordert mehr Proben durch die Behörden. Zudem müssten Bauern besser über den Chemieeinsatz und dessen Folgen informiert werden – etwa bei einem Runden Tisch aller Akteure.

Die Landwirte wehren sich dagegen, an den Pranger gestellt zu werden. "Der Pestizideinsatz ist schon streng geregelt und wirtschaftlich oft notwendig“, sagt Kathrin Brösicke, Referentin für Agrarrecht beim Landesbauernverband. Nach dem ersten Wassertest vor einem Jahr – damals waren drei von zwölf Proben negativ – hatte der Verband eine Zusammenarbeit mit dem BUND abgelehnt. Mit Verweis auf die „effektheischende Polemik“ der Umweltschützer.

Von Marion Kaufmann

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