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Brandenburg So glatt war es auf Brandenburgs Straßen am Morgen
Brandenburg So glatt war es auf Brandenburgs Straßen am Morgen
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17:11 05.03.2018
Die Apothekerin Marja Hipper (36) stürzte auf dem Weg zur Arbeit – zum Glück ohne Verletzungen – auf den Pflastersteinen auf dem Alten Markt. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Glatteis auf Brandenburgs Straßen führte am Montagmorgen zu vielen Unfällen. Am Vormittag zählte die Polizei allein im westlichen Brandenburg 85 glättebedingte Verkehrsunfälle.

„Darunter waren neun Unfälle mit Personenschaden, bei denen sich insgesamt zwölf Personen verletzten“, teilte Polizeipräsidiums-Sprecherin Stefanie Klaus mit.

Spiegelglatte Autobahn und jede Menge Stau: Eisregen sorgte am Montagmorgen in Brandenburg für Verkehrschaos und zahlreiche Unfälle.

Besonders betroffen waren der Norden und der Westen des Landes. Erst eine Stunde später als geplant, gegen 11 Uhr, konnte auch in den letzten Teilen des Landes Brandenburg die Unwetterwarnung aufgehoben werden.

Mehr als 60 Notfälle für Feuerwehr und Rettungsdienst im Nordwesten

Auch die erste Bilanz der Regionalleitstelle Nordwest fällt überraschend hoch aus. „Zwischen 6 Uhr und 10.45 Uhr haben insgesamt 61 glättebedingte Notfälle erreicht“, sagte Lagedienstführer Thomas Kiebis.

Am schwersten betroffen war die Landeshauptstadt. In Potsdam wurden die Feuerwehr und der Rettungsdienst zu 36 Stürze und zwei Verkehrsunfällen gerufen. „Wir hatten in Potsdam drei zusätzliche Rettungswagen im Einsatz“, berichtet Kiebis.

20 Notfälle im Kreis Havelland

Auch im Landkreis Havelland war das Einsatzaufkommen hoch. Kiebis berichtet von 19 Notfällen und einem Verkehrsunfall.

Wie im Oranienburger Ortsteil Friedrichsthal waren die Winterdienste in ganz Brandenburg mehrere Stunden im Einsatz. Quelle: Enrico Kugler

Im Kreis Ostprignitz-Ruppin gab es fünf Einsätze. Ein weiterer Notruf erreichte die Leitstelle aus der Prignitz.

Keine Glätteunfälle im Kreis Oberhavel

Dass der Osten und weite Teile im Norden des Landes am Montagmorgen glimpflich davon kamen, bestätigt auch die Polizeidirektion Nord. Bis 11 Uhr sei in den Kreisen Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und Prignitz kein einziger Glätteunfall aufgelaufen.

Die Polizei verband diese Information mit einem dicken Lob an die Straßenmeistereien der Region und ihre Räum- und Streudienste sowie an die Autofahrer. Sie fuhren in der Regel vorschriftsmäßig, sagte Polizeisprecher Toralf Reinhardt.

Busverkehr in Potsdam-Mittelmark eingestellt

Der gefrierende Niederschlag hatte zum Teil den Schülerverkehr in Brandenburg lahm gelegt. Das Busunternehmen des Kreises Potsdam-Mittelmark und mehrere private Omnibusunternehmen hatten den Busverkehr ab 6 Uhr für mehrere Stunden eingestellt. Vielerorts rollten die Busse deshalb gar nicht erst aus dem Depot.

Immerhin sind bislang keine schweren Unfälle aus dem Süden des Kreises Potsdam-Mittelmark bekannt geworden. Lediglich auf der Linie 635 habe ein Bus einen geringen Sachschaden davon getragen, als bei Derwitz ein Auto in ihn hineinrutschte.

Glatte Straßen und Gehwege in Potsdam

Die Einschränkungen im Busverkehr hatten auch Auswirkungen auf das Stadtgebiet der Landeshauptstadt. „Im Gebiet Werder/Havel, Potsdam und Teltow verkehren die Linien zum Teil mit erheblichen Verspätungen“, teilte Hans Jürgen Hennig, Geschäftsführer des Unternehmens Regiobus, am Vormittag mit.

Im Potsdamer Ortsteil Marquardt rutschten am Morgen zwei Busse aneinander. Dabei wurde ein Fahrgast leicht verletzt.

Gegen zehn Uhr kletterten die Temperaturen in Potsdam schließlich über den Gefrierpunkt. Die Straßen wurden trocken, weil Autos darüber fahren und dabei Abwärme und Reibungswärme erzeugten. Selbst auf Kopfsteinpflaster hatten die Fahrzeuge wieder Grip.

Eine Passantin schlittert auf den Pflastersteinen durch Gefrierende Glätte auf dem Alten Markt. Quelle: Bernd Gartenschläger

Gegen Mittag normalisierte sich der Verkehrsfluss in der Landeshauptstadt wieder. An wenig benutzten Gehwegstellen oder Überwegen sowie auf Radwegen ist allerdings noch Vorsicht geboten: Dort ist das angetaute Eis noch glitschig. Viele Menschen schieben das Fahrrad immer noch, vor allem, wenn Kinder transportiert werden.

Feuerwehr rief Ausnahmezustand in Berlin aus

Wegen Glatteis hatte die Feuerwehr in Berlin am Montagmorgen den Ausnahmezustand ausgerufen. Es liefen zeitweise mehr als 100 Einsätze parallel, teilte die Feuerwehr bereits im frühen Vormittag mit. Darunter waren etwa 50 Notfälle, zu denen zunächst keine Rettungswagen entsandt werden konnten. Stattdessen schickte die Feuerwehr Lösch- und Drehleiterfahrzeuge.

Seit den frühen Nachtstunden war der Winterdienst auf den Straßen Berlins unterwegs. Quelle: dpa / Paul Zinken

Bei den Notrufen habe es sich fast ausschließlich um Menschen gehandelt, die behandelt werden mussten, weil sie gestürzt waren. Auf Twitter empfahl die Feuerwehr: „Wer kann, bleibt bitte zu Hause! Große Sturzgefahr auch für #Fahrradfahrer!“

Auch auf den Straßen war es streckenweise glatt: Laut der Verkehrsinformationszentrale wurden auf sämtlichen Autobahnen 60 Stundenkilometer angeordnet.

Schnee und Glätte in der Nacht zu Dienstag möglich

„Die Gefahr ist noch nicht gebannt, warnte ein Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst in Potsdam am Montagmittag.

In der Nacht würden Regen und teilweise Schnee erwartet. Von Süden zögen weitere Schneeschauer heran. „Wir rechnen mit einer Schneedecke von einem bis zu fünf Zentimeter am Mittwochmorgen“, sagte er. Vielerorts könne es darunter weiter gefährlich glatt sein, denn die Böden seien noch mindestens bis zu 20 Zentimeter tief gefroren.

> Der Liveticker zum Nachlesen

Von MAZonline

Die Straßen in Brandenburg waren heute Morgen spiegelglatt. Überfrierende Nässe verwandelte die Straßen und Fußwege über Nacht in Eisbahnen. Die Polizei zählte zahlreiche Unfälle. Auch Personen kamen dabei zu Schaden. Ausnahmezustand auch auf den Straßen in Berlin.

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