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Brandenburg Glaubensbekenntnis eines Spaghetti-Monsters
Brandenburg Glaubensbekenntnis eines Spaghetti-Monsters
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19:23 13.11.2015
Rüdiger Weida glaubt an das fliegende Spaghettimonster und trägt gerne Kopftuch. Quelle: dpa-Zentralbild
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Potsdam

Vor dem Verwaltungsgericht Potsdam ist heute ein 64 Jahre alter Sozialarbeiter aus Templin gescheitert mit dem Antrag, auf seinem Passbild Foto eine Piratenhaube tragen zu dürfen. Der Kläger Rüdiger Weida gehört der „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ an - die Anhänger der Kirche werden auch Pastafaris genannt. Dabei handelt es sich um eine Bewegung, die unter anderem das Tragen von Piratenkleidung vorschreibt und den Urknall mit einem häuslichen Unfall des Spaghetti-Monsters erklärt. Ursprünglich stammt die Bewegung aus den USA. Dort stellen sich die Pastafaris gegen strenge religiöse Verfechter des Kreationismus. Das Innenministerium verwendete in einer Stellungnahme den Begriff „Spaß-Kirche“.

Die Spaghetti-Monster haben mit Rechtsstreitigkeiten Erfahrung. Im Juli haben sie das Land Brandenburg verklagt. Sie wollten sich das Recht erstreiten, in Templin Schilder für ihren Gottesdienst aufhängen zu dürfen. Die waren zuvor von der Stadt umgehängt worden.

Gericht nennt Pastafaris eine parodistische Bewegung

Weida wollte für sich den Schutz des Grundgesetzes für Weltanschauungsgemeinschaften in Anspruch nehmen. Das Gericht argumentierte hingegen, es handele sich eher um eine parodistische Bewegung, die Dogmen aufs Korn nehmen, und weniger um eine echte Weltanschauungsgemeinschaft. Die „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ verfüge nicht über ein eigenes System der Weltdeutung. Die achte Kammer des Verwaltungsgerichts ließ keine Berufung zu. Weida kündigte an, gegen diese Entscheidung klagen zu wollen. Das Verfahren hatte er mithilfe einer Spendensammlung unter Anhängern der Spaghettimonster-Kirche finanziert.

Daran glauben die Pastafaris – das ist ihr schräges Glaubensbekenntnis.

Weida wollte Piratentuch für Passfoto nicht abnehmen

Der 64 Jahre alte ehemalige Sozialarbeiter aus Templin hatte bei der Stadt einen Personalausweis beantragt, sich aber geweigert, für das erforderliche Foto seine Kopfbedeckung abzunehmen. Es handele sich um ein Piratentuch. Was den Fall skurril macht: seinen Führerschein bekam Weida, obwohl er auf dem Foto eine ähnliche Kopfbedeckung trug. Als sein alter Personalausweis tatsächlich ablief, beantragte Weida einen neuen mit einem Foto, auf dem er seinen Bart mit einem Tuch zusammengebunden hatte. Die Bartbinde trägt ebenfalls das Knochenfisch-Symbol.

Auf dem Führerschein trägt Weida das umstrittene Kopf- bzw. Piratentuch. Quelle: MAZ

Von Ulrich Wangemann

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