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Chef-Indianer des Ostens schart Stamm um sich

Gojko-Mitic-Fantreffen in Templin Chef-Indianer des Ostens schart Stamm um sich

Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass Gojko Mitic als Tokei-Ihto erstmals in die Rolle des Indianer-Häuptlings schlüpfte. Jetzt kehrt er zurück: Am kommenden Samstag kommt die Schauspiellegende zum Gojko-Mitic-Fantreffen nach Templin in die Westernstadt.

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Er war der Held und stets der gute Indianer für Millionen Kinder: Gojko Mitic, hier bei den Karl-May-Festspielen 2016 in Radebeul.

Quelle: dpa, Ruch

Templin. Saloons liegen in der Abendsonne. Ein paar Pferde dösen an den Tränken. Am Eingang der „Bank of El Dorado“ lauert ein Sheriff, der jeden Gangster garantiert zur Schnecke macht. Da vergnügen sich Cowboys lieber in der Concert Hall nebenan. Ob sich hier, in der Templiner Westernstadt „El Dorado“ (Uckermark), auch Indianer wohlfühlen? Einer ganz bestimmt: Gojko Mitic, der Star vieler Defa-Abenteuerfilme und eine Art Chef-Indianer des Ostens.

Goiko Mitic kommt persönlich zum Fantreffen

Am Samstag kommt die Schauspiellegende zum Gojko-Mitic-Fantreffen ins „El Dorado“. Hoch zu Ross, versteht sich. Das Kriegsbeil ist dann für „Tokei-Ihto“, so der Name der Titelfigur seiner ersten großen Rolle vor 51 Jahren, mindestens einen Tag lang begraben. „Anhänger können Gojko nicht nur hautnah erleben. Das Filmorchester Babelsberg spielt auch die größten Western-Klassiker der Filmgeschichte“, wirbt „El Dorado“-Sprecherin Dominique Ruff für das Event.

Das Fan-Treffen am Samstag beginnt mit einer Indianershow. Ab 12 Uhr stellt sich der „Winnetou des Ostens“ den Fragen seiner treuen Anhänger.

Eine Western-Stunt-Show folgt 13.30 Uhr. Zwei Stunden später tritt das Babelsberger Filmorchester in der Concert- und Dance Hall des „El Dorado“ auf. Gojko Mitic ist mit von der Partie, allerdings nicht singend.

800 Gäste hatte das erste Fan-Treffen im Vorjahr, obwohl es an einem Donnerstag stattfand. Wir rechnen am Samstag mit deutlich mehr Publikum“, sagte eine Westernstadt-Sprecherin.

Der gebürtige Serbe begeistert viele Fans noch heute

Gojko Mitic, auch mit 76 augenscheinlich noch fit wie ein Turnschuh, kämpft nach wie vor für Gerechtigkeit. Heute allerdings eher in TV-Talkrunden, wenn es um Politik oder Sportthemen geht. Der gebürtige Serbe, Held mehrerer Fernsehgenerationen, begeistert viele Menschen noch heute. Andreas Mintert, Mitwirkender der Stuntshow in der Westernstadt, lobt die Power des Mannes. Bis ins hohe Alter habe Gojko Mitic die Indianerfigur auf der Bühne, unter anderem bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg, verkörpert. Glaubwürdig und authentisch, so Mintert. Noch im Vorjahr stand sein Idol bei den Odertal-Festspielen in Schwedt auf der Bühne. Ausnahmsweise nicht als Apachenchef, sondern als Graf Hans Georg von Arnim im Fantasy-Stück „Die Verschwörung von Chorin“.

Auch Christine Stüber-Errath aus Wildau (Dahme-Spreewald), in den 60er- und 70er-Jahren Sportass, Eiskunstlauf-Weltmeisterin und später TV-Moderatorin, schwärmt von Gojko. Kürzlich habe sie ihn im Fernsehen auf einem Pferd an der Teufelswand im Harz gesehen. Hier gab es etliche Außendrehs für die Defa-Indianer-Streifen. „Gojko Mitic macht noch immer eine tolle Figur – und das mit 76. Hut ab“, sagt Stüber-Errath, die gerade selbst für einen Kinofilm („Die Anfängerin“) vor der Kamera stand. Im Harz traf sich Mitic kürzlich mit früheren Komparsen.

Die Defa hat Mitic einst abgeworben

Schauspieler und Komiker Heinz Rennhack ist zwar der Ansicht, dass es mit den Sangeskünsten des Apachenhäuptlings nicht so weit her ist, doch Gojko Mitics „Löscht das Feuer“ war in der DDR trotzdem Kult. Noch heute zählt der Song zum Pflichtrepertoire vieler Partys – spätestens beim Löschen von Lagerfeuer oder Grill. Der Mime selbst bleibt bei aller Zuneigung bescheiden. Ein Geheimnis seines guten Aussehens gebe es nicht. Er rauche und trinke nicht. Ein wenig Sport treibt er nach eigenen Aussagen immer noch.

Seit 1961 war der Schauspieler (heute mit deutscher und serbischer Staatsbürgerschaft) als Stuntman und Double aktiv. Eigentlich wollte er mal Sportlehrer werden. Doch schon während des Studiums entdeckte man ihn für kleinere Rollen in diversen Karl-May-Verfilmungen. Die Defa warb ihn später für eigene Indianer-Streifen ab. Gleich nach dem ersten Dreh zu „Die Söhne der Großen Bärin“ (1965) wurde er in der DDR zum Star. Im Theater verkörperte er später auch Helden wie Robin Hood oder D’Artagnan. Sein Entertainer-Talent bewies er bei der Moderation der Samstagabend-Show „Ein Kessel Buntes“. Gojko Mitic, Vater einer Tochter, wirkte in rund 60 Kino- und Fernsehfilmen sowie in vielen TV-Serien mit.

Von Jens Rümmler

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