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Golmer Wissenschaftspark wächst weiter

Wissenschaft in Potsdam Golmer Wissenschaftspark wächst weiter

Kann das erst 25 Jahre alte Wissenschaftszentrum schon bald berühmten Einrichtungen wie dem Massachusetts Institute of Technology in der Vereinigten Staaten den Rang ablaufen? Der Max-Planck-Direktor Markus Antonietti glaubt daran. Auch seine Kollegen sind sehr optimistisch, was die Entwicklung der Wissenschaftslandschaft angeht.

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Ein Hort erfolgreicher Forschung: Der Wissenschaftspark Golm.

Quelle: Friedrich Bungert

Golm. „In zehn Jahren haben wir dem MIT den Rang abgelaufen“, sagt der Direktor des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Golm, Markus Antonietti, bei der Debatte „Campus Innovativ“. Leiter Golmer Institute hatten sich am Donnerstag über die Verbreitung von Wissen zwischen Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft unterhalten. Der MPI-Direktor und Chemiker stellt den Vergleich Golms mit dem berühmten Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, Massachusetts, ohne jede Ironie an. Auf den Golmer Wissenschaftspark wartet noch eine ganz große Zukunft, bestätigt Antonietti der MAZ.

Erfolgsmodell seit 25 Jahren

1993
begann mit dem Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung der Ausbau des Wissenschaftsparks Golm. Praktisch auf der grünen Wiese wurden dann im Laufe der 90er-Jahre auf einmal drei Max-Planck-Institute und zwei Fraunhofer-Institute angesiedelt.

2500
Menschen sind als Wissenschaftler, Techniker und Verwaltungsangestellte beschäftigt, 9000 Studenten der Universität Potsdam lernen auf dem inzwischen mit dem Wissenschaftspark verbundenen Campus Golm der Universität. Der Wissenschaftspark hat ein eigenes Standortmanagement.

Neu hinzugekommen sind in den vergangenen Jahren das Technologie- und Gründerzentrum „Go-In“ und das Brandenburgische Landeshauptarchiv.

35
Patentanmeldungen kamen in den vergangenen fünf Jahren allein von den Golmer Instituten der Universität.

Antonietti weist zum Beispiel auf seinen Golmer Kollegen Dieter Neher, Professor für weiche Materie, am Golmer Standort der Universität Potsdam hin. Der Professor, der bahnbrechende Arbeiten über neue Photovoltaikzellen vorlegte, nimmt auf dem Zitationsindex in Fachzeitschriften Rang 62 ein. Mit anderen Worten: kein ernstzunehmender Wissenschaftler des Gebietes kommt an den rund 250 Publikationen des Physikers vorbei. Dass der ebenfalls in Golm forschende Antonietti selbst kaum Platz für all seine wissenschaftlichen Preise findet, Ehrendoktor der Universität Stockholm und „Freund der Royal Society für Chemie des Vereinigten Königreiches“ ist, verschweigt er bei dieser Gelegenheit diskret. Nicht aber , dass das sogenannte Shanghai-Ranking die Uni Potsdam dank Golms inzwischen Platz Nummer 500 verleiht. Wenn es eine kaum 25 Jahre alte Einrichtung unter die 500 weltbesten inklusive Harvard, Stanford und eben MIT schaffe, dann sei das schon ein „Superplatz“, findet Antonietti. Die hohe Meinung über Golm wird auch in der Diskussion von allen geteilt. Allerdings müsse noch einiges geschehen, bis Golm tatsächlich zu einer internationalen Marke werde. Universitätspräsident Oliver Günther wünscht sich zum Beispiel den Ausbau des Campus zu einer Art Kleinstadt. Es brauche mehr Wohnraum, es brauche Geschäfte, es brauche mehr Leben. Die Ansiedlung des „Rewe“-Marktes sei in dieser Hinsicht schon ein „Meilenstein“, sagt Günther. „Ich wünsche mir, dass sich hier mehr modernes, urbanes Leben entwickelt“, fasst Günther zusammen. Er ist aber auch „absolut optimistisch“, dass dies in den nächsten Jahren passieren werde. Das sieht auch der Leiter des Fraunhofer- Instituts für angewandte Polymerforschung, Alexander Böker, so. Der physikalische Chemiker hofft, dass sich demnächst auch eine „Ankerindustrie“, sprich: ein weltweit bekanntes Unternehmen in Golm ansiedelt. Das könnten zum Beispiel Zulieferer der Autoindustrie oder Medizintechnikunternehmen „oder ein ganz großer Global Player“ sein, sagt Böker. Die Nähe zu möglichen Forschungspartnern sei sehr attraktiv. Auf jeden Fall werde damit die internationale Sichtbarkeit des Wissenschaftsparks noch wachsen.

Wachstum zeigt der Park schon jetzt. Kaum wurde das neue Fraunhofer-Konferenzzentrum eröffnet, liegen weitere Ausbaupläne auf dem Tisch. Eines der größten Vorhaben ist das „Go-In2“, ein weiteres Technologie- und Gründerzentrum , dessen insgesamt 3600 Quadratmeter Nutzflächen schon ab 2018 von ersten Firmen bezogen werden sollen. Etwas später soll ein weiteres Büro- und Laborgebäude bezogen werden. Daneben sind drei weitere Flächen im Süden des Geländes für Bebauung vorgesehen, Für mehr Leben soll schließlich schon ab kommenden Herbst das neu gebaute Studentenwohnheim sorgen.

Von Rüdiger Braun

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