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Brandenburg Brandenburger Ärzten geht der Grippe-Impfstoff aus
Brandenburg Brandenburger Ärzten geht der Grippe-Impfstoff aus
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00:23 08.12.2018
Spritzen für Grippeschutzimpfungen. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Potsdam

Vielen Brandenburger Ärzten geht der Grippeimpfstoff aus. „Ich habe keinen mehr und schicke mittlerweile Patienten zu Kollegen, die noch Impfstoff haben“, sagt die Vorsitzendes des Brandenburger Hausärzteverbands, Karin Harre, auf Nachfrage. Wie ihr gehe es einigen Berufskollegen im Land, sagt die Medizinerin aus Walsleben bei Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin).

Viele Hausärzte sparten die verbliebenen Dosen für Patienten auf, die unbedingt auf eine Grippeimpfung angewiesen seien – chronisch Kranke etwa. „Nachbestellen kann man derzeit nicht - es ist vorbei“, sagt Harre. Auch bei den Großhändlern herrsche offenbar Leere in den Regalen.

Großhändler: „Es gibt keine Ware mehr“

Von der Kassenärztlichen Vereinigung heißt es, sie habe „von recht wenigen ambulant tätigen Ärzten die Information erhalten, dass kein Impfstoff mehr vorhanden“ sei, wie Verbandssprecher Christian Wehry sagt. Jedoch gebe es „eine Dunkelziffer, denn nicht alle Ärzte, bei denen es einen Engpass gibt, melden sich bei uns“, so Wehry. Um „möglichen Versorgungsengpässen zu begegnen“, arbeite die Vereinigung eng mit dem Gesundheitsministerium sowie dem Apothekerverband zusammen.

Ein ostdeutscher Großhändler, der nicht genannt werden möchte, wird deutlich: „Es gibt im ganzen Großhandel keine Ware mehr und es lässt sich auch keine mehr beschaffen, weil schon die Produktionszeit für den Wirkstoff sechs Monate beträgt“, sagte ein leitender Angestellter des Unternehmens der MAZ. Die Verfügung der Bundesregierung vom November, den Import von Impfstoff aus dem Ausland zuzulassen, habe kaum einen Effekt. „Im Ausland sehen wir keine Kontingente, die kaufbar wären“, sagt der Händler.

Apothekerverband sieht „punktuell“ Engpässe

Der Apothekerverband räumt ein, dass „punktuell“ Apotheken die benötigten Medikamenten nicht mehr auf Lager hätten. Grund dafür sei unter anderem die „deutlich höhere Nachfrage als Reaktion auf die Grippewelle“ in der vergangenen Saison, sagt Mathias Braband-Trabandt, Sprecher der Apotheker-Vereinigung. Die Hersteller hätten aber angekündigt, „in den nächsten Tagen weitere Dosen in die Region zu schicken“, sagt Braband-Trabandt. Die Schwierigkeiten seien in anderen Bundesländern aber größer als in Brandenburg, so der Sprecher.

Die Krankenkasse AOK Nordost teilt mit, sie registriere „vereinzelte Anfrage zur Beschaffung zusätzlicher Impfstoffe“. Die Ärzte bestellten die Arzneimittelmengen „auf der Basis der Erfahrung der Vorjahre“. Die sei ein „bewährtes Versorgungsmodell seit 2011“, sagte AOK-Sprecher Matthias Gabriel.

Saison 2017/2018 forderte 17 Todesopfer

Von Beginn der Grippezeit im Oktober 2017 an bis Mitte April 2018 hatte es mit insgesamt 10.116 gemeldeten Fällen eine der schlimmsten Grippewellen im Land gegeben. 17 Menschen starben an der Infektionskrankheit. „Wer das einmal hatte“, sagt der Mediziner Lutz Höbold aus Luckenwalde, „will das nicht ein zweites Mal durchmachen.“ Am Montag hat er seine letzte Dose vergeben.

Grippe-Impfstoffe werden auf Eiweiß-Basis gezüchtet und sind auf die Erreger der jeweiligen Saison abgestimmt. Das heißt: In der nächsten Saison entfalten sie kaum noch Wirkung. Deshalb werden die Bestände nach der Saison weggeworfen.

Aktuell hat nach Auffassung von Experten zu der erhöhten Nachfrage aus der Bevölkerung auch der Umstand beigetragen, dass die Krankenkassen neuerdings den hoch wirksamen Vierfach-Impfstoff bezahlen – das war in der abgelaufenen Grippesaison noch nicht der Fall.

>> Lesetipp: Zum Impfen in die Apotheke? Brandenburgs Mediziner sind empört

Von Ulrich Wangemann

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